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Andretti: Ist das der wahre Grund für das Nein von Liberty Media?

Wir analysieren: Ging es letztendlich gar nicht um die sportlichen Perspektiven, als Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media Andrettis Bewerbung abgelehnt hat?

Andretti: Ist das der wahre Grund für das Nein von Liberty Media?

Am Mittwoch hat Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media den Antrag des nordamerikanischen Andretti-Teams auf einen Startplatz in der Königsklasse abgelehnt. Mit einer Begründung, die viele Motorsportfans nicht nachvollziehen können und die für einen Shitstorm auf Social Media gesorgt hat.

Doch steckt in Wahrheit noch etwas ganz anderes hinter dem Liberty-Nein? Die umstrittene Entscheidung sei "nicht nur ein Nein von Liberty Media und der Formel 1 an Andretti, das da ist auch die Fortsetzung eines Kriegs zwischen Liberty Media und der FIA", analysiert Chefredakteur Christian Nimmervoll in einem ausführlichen Videobeitrag zur Andretti-Entscheidung auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.

Es sei kein Geheimnis, dass Formel-1-CEO Stefano Domenicali und Mohammed bin Sulayem, der Präsident des Automobil-Weltverbands FIA, der die Formel 1 sportlich regelt, "komplett über Kreuz" seien, "auch wenn öffentlich was anderes erzählt wird. Da herrscht tatsächlich Krieg."

Es ist auffällig, dass die Andretti-Bewerbung von der FIA ausdrücklich unterstützt und gepusht wurde, wohingegen Liberty Media und die zehn bestehenden Teams seit Monaten Stimmung gegen die Aufnahme von Andretti als elftes Team machen. Letztendlich wohl in erster Linie aus finanziellen Interessen, um die Einnahmen der Formel 1 nicht mit noch einem Player teilen zu müssen.

"Jetzt wurde dieses Andretti-Thema zum Spielball zwischen diesen beiden Mächten. Die FIA hat jede Gelegenheit genutzt, über Monate hinweg, Andretti zu pushen und die Formel 1 mit Liberty Media in eine unbequeme Situation zu bringen, um einen Shitstorm zu generieren", spekuliert Nimmervoll.

Was der FIA letztendlich ja auch gelungen ist. Zwar weiß der Verband in der Andretti-Frage eine überwältigende Mehrheit der Formel-1-Fans auf seiner Seite. Andererseits setzte sich letztendlich aber Liberty Media mit dem Nein zu einem elften Startplatz durch. Eine Entscheidung, mit der Andretti übrigens nicht einverstanden ist.

Die FIA habe "viel dazu beigetragen", die öffentliche Stimmung so zu beeinflussen, dass es für Liberty Media zumindest sehr schwierig war, Andretti abzulehnen, erklärt Nimmervoll und ergänzt: "Liberty hat trotzdem Nein gesagt, was der FIA natürlich überhaupt nicht gefällt. Denn man hätte gehofft, diesen politischen Kampf zu gewinnen und Andretti in die Formel 1 zu kriegen."

"Dieser Kampf zwischen diesen beiden Entitäten spielt da, glaube ich, eine ganz entscheidende Rolle. FIA und Andretti auf der einen Seite, die zehn bestehenden Teams und Liberty Media auf der anderen Seite. Das hat, glaube ich, sehr, sehr viel damit zu tun, wie die letzten Monate abgelaufen sind, wie auch dieses Urteil jetzt letztendlich ausgefallen ist", analysiert Nimmervoll.

Das komplette Video (40 Minuten) über das Nein der Formel 1 zu Andretti, mit einer Erklärung, wer Michael Andretti eigentlich ist und wie sein Projekt an den Punkt gelangt ist, an dem es sich jetzt befindet, gibt's jetzt auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de zu sehen. Inklusive einer Diskussion zwischen Kevin Scheuren und Christian Nimmervoll über die womöglich wahren Motive hinter der Entscheidung.

Mit Bildmaterial von Motorsport Network.

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