Angst vor 2026 unbegründet? Haas setzt kleines Ausrufezeichen
Haas entwickelte sein 2025er-Auto deutlich länger als viele Konkurrenten - Umso zufriedener ist das Team mit den Resultaten der Wintertests vor der Saison 2026
Haas sortierte sich beim Test in Bahrain im vorderen Teil des Mittelfelds ein
Foto: LAT Images
Haas hinterließ bei den Wintertests vor der Formel-1-Saison 2026 einen starken Eindruck. Oliver Bearman landete bei den Testfahrten in Bahrain auf dem neunten Platz in der Zeitenliste und damit gemeinsam mit Alpine-Pilot Pierre Gasly an der Spitze des Mittelfeldes.
Zwar sind die reinen Rundenzeiten bei Testfahrten in der Regel nicht übermäßig aussagekräftig, doch auch in der Kilometertabelle schnitt Haas mehr als solide ab. In den beiden Testwochen in Sachir fuhr man insgesamt 794 Runden. Mehr Umläufe schaffte lediglich McLaren (817).
Das ist vor allem deshalb eine kleine Überraschung, weil Haas 2025 lange "zweigleisig" unterwegs war. Während andere Teams die Entwicklung ihres 2025er-Autos längst eingestellt hatten, brachte Haas in Austin und damit recht spät in der Saison noch einmal ein größeres Updatepaket für den VF-25.
"Wir haben es irgendwie geschafft, dieses parallele Programm zum Funktionieren zu bringen", sagt Teamchef Ayao Komatsu stolz. Denn obwohl viele andere Teams ihren kompletten Fokus deutlich früher auf 2026 legten, steht Haas aktuell offenbar vor einigen davon.
Williams zum Beispiel machte nie ein Geheimnis daraus, dem 2026er-Projekt alles unterzuordnen. Trotzdem verpasste das Team aus Grove den kompletten Shakedown in Barcelona und war auch beim folgenden Test in Bahrain langsamer als Haas.
Aston Martin landete beim Sachir-Test mit deutlich mehr finanziellen Mitteln sogar abgeschlagen am Ende des Feldes. "Wir sind das kleinste Team", erinnert Komatsu in diesem Zusammenhang. Umso schwieriger war es daher, 2025 beide Projekte unter einen Hut zu bringen.
Komatsu: Haben "die richtige Balance" gefunden
Trotzdem sei es "keine Option" gewesen, die Saison 2025 frühzeitig abzuschreiben, stellt der Teamchef klar. Man habe unbedingt bis zum Schluss um den sechsten Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft kämpfen wollen, erklärt Komatsu.
"Wir konnten P6 zwar nicht erreichen, sondern beendeten die Saison auf P8", so der Japaner, "aber es gab den Leuten [...] wirklich Selbstvertrauen, dass wir die Saison wirklich stark beendeten, wahrscheinlich mit dem fünftschnellsten Auto."
Haas fuhr am Ende der Saison 2025 regelmäßig in die Punkte, Bearman holte in Mexiko sogar einen vierten Platz und damit eines der besten Rennergebnisse in der Formel-1-Historie des Rennstalls. Allerdings war lange nicht klar, wie teuer diese Resultate womöglich erkauft waren.
Zwar betont Komatsu, er habe damals daran geglaubt, "die richtige Balance" in der Fabrik gefunden zu haben. Allerdings bestand immer die Gefahr, dass einem die lange Weiterentwicklung des VF-25 in der Saison 2026 noch auf die Füße fallen könnte.
Die guten Wintertests sieht Komatsu nun als Bestätigung dafür, dass man 2025 in der Tat keinen Fehler gemacht hat. "Es war nicht einfach, aber zumindest haben wir [bei den Testfahrten] alle Meilensteine erreicht. Wir haben keinen Tag verpasst", sagt Komatsu stolz.
Nun bleibt nur noch abzuwarten, ob Haas die guten Eindrücke aus Bahrain auch in den ersten Rennen 2026 bestätigen kann. Der Auftakt in die neue Saison steht am 8. März in Melbourne (Australien) an.
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