Antonelli-Startproblem: "Es scheint, als hätten wir es gefunden"
Die Starts sind 2026 das vielleicht größte Problem von Kimi Antonelli - Den Grund dafür hat Mercedes inzwischen wohl gefunden, eine Lösung gibt es aber noch nicht
Kimi Antonelli fällt beim Start in diesem Jahr regelmäßig zurück
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Mercedes gewann in der Formel-1-Saison 2026 bislang alle Rennen. Wenn die Silberpfeile allerdings in einer Situation angreifbar waren, dann waren es die Starts. Vor allem WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli verlor auf den ersten Metern in diesem Jahr regelmäßig gleich mehrere Positionen.
Beim Saisonauftakt in Australien ging der Italiener von P2 ins Rennen, fiel aber bis auf P7 zurück. Beim Sprint in China folgte nach einem weiteren katastrophalen Start von P2 aus eine Kollision mit Isack Hadjar und auch anschließend beim Hauptrennen und beim folgenden GP in Japan konnte er die Poleposition jeweils nicht verteidigen.
Vor dem vierten Grand Prix des Jahres in Miami erklärt Antonelli, dass daran auch die jüngsten Regelanpassungen in der Formel 1 nichts ändern werden. "Mein Problem ist eher grundsätzlicher Natur, daher glaube ich nicht, dass mir diese kleine Änderung wesentlich weiterhelfen wird", so der Italiener.
Dafür hat Mercedes die Zwangspause im April genutzt, um unter anderem an diesem Thema zu arbeiten. "Wir haben in der Pause natürlich einige Startübungen gemacht. Wir haben gemeinsam mit dem Team daran gearbeitet, das Problem zu identifizieren", verrät Antonelli.
"Und es scheint, als hätten wir es gefunden", sagt er vorsichtig optimistisch und betont: "Nun versuchen wir natürlich, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden, und wir wissen natürlich auch, woran wir dafür arbeiten müssen."
Das werde aber "nicht ganz so einfach, denn es erfordert eine Änderung am Kupplungshebel und auch eine kleine Anpassung der Handhaltung", erklärt der WM-Leader. Heißt: Das Problem ist also (vermutlich) gefunden, aber noch nicht gelöst.
Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil Miami ein Sprint-Wochenende ist und damit gleich zwei Rennen anstehen - und damit auch zwei Starts. In der nächsten Pause zwischen Miami und Kanada werde man nun weiter an dem Problem arbeiten, um "so schnell wie möglich" eine Lösung zu finden, erklärt Antonelli.
Warum Antonelli noch nicht an die WM denken will
Abgesehen von den Startproblemen kann sich der 19-Jährige über seinen Saisonstart 2026 allerdings nicht beschweren. Er gewann zuletzt zwei Rennen in Folge und führt zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere die Formel-1-Weltmeisterschaft an.
"Natürlich sind wir derzeit in einer wirklich guten Position, und natürlich ist es unser Ziel, diese Position bis zum Jahresende zu halten. Aber es wird ganz sicher ein harter Kampf, denn erstens habe ich, wie ich bereits gesagt habe, einen sehr starken Teamkollegen", betont Antonelli.
Und auch abgesehen vom Duell mit George Russell sei Ferrari "nah" an Mercedes dran, McLaren habe zuletzt ebenfalls eine bessere Pace gehabt, und auch Red Bull werde "definitiv näher herankommen", betont er und erklärt: "Ich denke also, ich werde versuchen, mich einfach Rennen für Rennen zu fokussieren."
Über die WM wolle er zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison noch nicht nachdenken, betont er. "Sicherlich wird der Druck groß sein, falls sich die Gelegenheit ergibt", weiß Antonelli, erklärt jedoch: "Ich habe ein wirklich tolles Team hinter mir, und auch eine wirklich tolle Gruppe von Leuten."
Vor allem Peter Bonnington, der als Renningenieur bereits Lewis Hamilton zu sechs WM-Titeln im Mercedes begleitete, sei in dieser Situation wichtig. "Er ist immer da, um mich vor allem auf dem Boden der Tatsachen zu halten", verrät Antonelli.
Zudem habe Bonnington "jede Menge Erfahrung" mit solchen Situationen, erinnert der Italiener, für den es der erste WM-Kampf in seiner Karriere wäre. "Mir ist also durchaus bewusst, dass es nicht einfach werden wird und dass der Druck groß sein wird", betont er.
"Aber ich weiß auch, dass wir gemeinsam Großes erreichen können, wenn ich mich einfach auf meine Aufgaben konzentriere, ohne mir über den Rest allzu viele Gedanken zu machen", so Antonelli.
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