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Antonelli unter Freudentränen: Mit "Herzinfarkt" zum ersten F1-Sieg

Kimi Antonelli hat es geschafft: Im 26. Rennen seiner Karriere holt sich der Italiener seinen ersten Formel-1-Sieg - damit ist er der zweitjüngste Sieger der Geschichte

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Traum erfüllt: Andrea Kimi Antonelli mit der Siegertrophäe in Shanghai 2026

Foto: LAT Images

"Ihr habt mir einen meiner größten Träume erfüllt", platzt es aus Andrea Kimi Antonelli nach der Zieldurchfahrt heraus. Der 19-Jährige holt sich beim Großen Preis von China nicht nur seinen ersten Formel-1-Sieg im 26. Rennen, sondern auch den ersten Grand-Prix-Sieg eines Italieners seit 20 Jahren. Giancarlo Fisichella hatte das zuletzt fast auf den Punkt genau in Malaysia am 19. März 2006 geschafft. (Zur Formel-1-Datenbank)

Auch Toto Wolff feierte am Funk den Sieg über seine und Antonellis Kritiker: "Er ist zu jung, du solltest ihn nicht in einen Mercedes setzen, such ihm lieber ein kleineres Team, er braucht Erfahrung, guck dir doch seine Fehler an, die er macht. Da haben wir's Kimi, Sieg!", so der Teamchef zufrieden. Zudem gratulierte er Antonelli zur Aufnahme in den exklusiven Mercedes-Grand-Prix-Sieger-Kreis.

Am Start hatte der Italiener von der Poleposition aus noch das Nachsehen gegenüber dem stark gestarteten Lewis Hamilton. Doch schon in Runde 3 holte sich Antonelli den Platz an der Sonne dominant zurück und gab ihn in der Folge nicht mehr her. (Zum Rennbericht)

"Herzinfarkt" kurz vor Schluss

Einen kurzen Schockmoment gab es dennoch kurz vor Ende des Rennens in Runde 53. Antonelli verbremste sich am Ende der langen Geraden und nahm einen weiten Bogen durch den Auslauf. In diesem Moment habe sich der 19-Jährige "selbst fast einen Herzinfarkt verpasst". Doch mit Bremsplatten und komfortablem Polster ging es nach dem Fauxpas entspannt Richtung Triumph.

"Es bedeutet mir so viel", sagte Antonelli im Interview der Top 3 nach dem Rennen, bevor dann alle Dämme brachen. Antonelli stand einen Moment sprachlos und unter Freudentränen neben David Coulthard. "Ich habe gestern schon gesagt, dass ich Italien unbedingt wieder an die Spitze bringen wollte, und das haben wir heute geschafft."

Von einem Auftakt in den Kampf um die Fahrer-Weltmeisterschaft wollte der Mercedes-Pilot dennoch nichts wissen. "Wir stehen ja erst ganz am Anfang und müssen weiter pushen. George ist ein unglaublicher Fahrer und in allen Bereichen extrem stark. Es wird einiges abverlangen, ihn zu schlagen." Der 19-Jährige wolle lieber "von Rennen zu Rennen" schauen und sehen, "wo wir am Ende des Jahres landen".

Lob aus dem Paddock

"Wir haben ihn in unserem Juniorteam, seitdem er elf ist", resümierte Wolff nach dem Rennen im Gespräch mit Sky. Er habe einen "unglaublichen Weg gemacht", aber auch Rückschläge erlitten. Bei den zahlreichen kritischen Stimmen im letzten Jahr habe man sich natürlich die Frage gestellt, "haben wir ihn zu sehr in diesen Pressure-Cooker hineingeschmissen".

Wolff jedoch hielt fest an der Marschrichtung mit Höhen und Tiefen und erntet in Shanghai jetzt das große Highlight. "Er ist jung, man muss ihm diese Fehler verzeihen", so der Mercedes-Teamchef weiter. "Und jetzt im zweiten Grand Prix fährt er das gnadenlos nach Hause - das war gut."

Auch von Hamilton, dessen Cockpit Antonelli geerbt hat, gab es ein großes Lob: "Ich freue mich unheimlich für dich, Kumpel. Es ist mir eine Ehre, diesen Moment mit ihm teilen zu dürfen." Teamkollege George Russell schien nach dem 2. Platz in China nicht allzu zerknirscht, war Antonelli doch schon das ganze Wochenende stark unterwegs: "Es ist immer etwas ganz Besonderes, sein erstes Rennen zu gewinnen, und er fährt in dieser Saison und ganz speziell an diesem Wochenende wirklich überragend."

Max Verstappen hingegen war wenig überrascht über den Sieg des jungen Mercedes-Piloten. "Das hat sich definitiv abgezeichnet, und es wird nicht sein letzter gewesen sein." Apropos Verstappen: Der Niederländer verhindert, dass sich Antonelli nach dem jüngsten Polesitter aller Zeiten auch ganz oben bei den jüngsten Formel-1-Siegern einreiht. Bei seinem ersten Sieg in Spanien 2016 war der viermalige Weltmeister mit 18 Jahren und 228 Tagen knapp ein Jahr jünger.

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