Argentinien will die Formel 1: Diese Erfolge werden in Miami präsentiert
Argentinien will wieder ein Formel-1-Rennen austragen und dafür wird eine Strecke umgebaut - In Miami will eine Delegation die Fortschritte zeigen
Colapinto möchte sein Heimrennen: Kommt die Formel 1 nach Argentinien?
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Argentinien wartet bereits seit 1998 auf einen Grand Prix der Formel 1 - doch hinter den Kulissen kommt nun Bewegung in die Sache. Eine Delegation aus Buenos Aires wird zum Großen Preis von Miami reisen, um sich dort mit den Verantwortlichen der Formel 1 zu treffen. Ziel ist es, die Fortschritte am Autodromo Oscar y Juan Galvez zu präsentieren und sicherzustellen, dass das Land bereitsteht, sollte sich für die Saison 2027 eine Lücke im Kalender auftun.
Die historische Rennstrecke wird derzeit umfangreich modernisiert, um bereits Anfang des Jahres 2027 die MotoGP zu beherbergen. Parallel dazu laufen die Bemühungen, die Verhandlungen mit Liberty Media über ein Formel-1-Comeback voranzutreiben.
Dafür wird eine Abordnung der Stadtregierung von Buenos Aires zusammen mit dem lokalen Promoter Grupo OSD in Miami Gespräche mit den Formel-1-Rechteinhabern führen. Argentinien will zeigen, was seit dem ersten Treffen vor einem Jahr erreicht wurde.
"Keine Ambition mehr, sondern Realität"
"Wir erfüllen alle Anforderungen, die uns gestellt wurden - und zwar auf ganzer Linie: von den formalen Aspekten bis hin zur technischen und operativen Seite", erklärt Fabian Turnes, Sportsekretär von Buenos Aires, gegenüber unserer englischen Schwesterseite Motorsport.com. Dabei arbeite die Gruppe eng mit der vom Formel-1-Management empfohlenen Beratergruppe von Hermann Tilke zusammen.
"Unser erstes Treffen fand vor einem Jahr in Miami statt. Seitdem gab es signifikante Fortschritte. Es ist wichtig, dass wir die Schritte, zu denen wir uns verpflichtet haben, auch geliefert haben. Wir können jetzt etwas Greifbares vorweisen: Die Strecke befindet sich im Bau. Das ist nicht mehr nur ein Wunschtraum - ganz im Gegenteil."
Zweistufenplan: MotoGP-Layout vs. Formel-1-Erweiterung
Der Umbau des Autodroms ist in zwei Phasen unterteilt: Die erste Phase ist auf die MotoGP zugeschnitten (4,3 Kilometer), während die zweite Phase eine Erweiterung auf fast fünf Kilometer vorsieht, um die Anforderungen der Formel 1 zu erfüllen.

Formel 1 in Miami: Im Jahr 2026 ist in den USA ein Treffen geplant
Foto: Motorsport Images
Aktuell wird jedoch geprüft, ob man diese Erweiterung zeitlich vorziehen kann, um Liberty Media zu signalisieren, wie ernst es Buenos Aires mit den mittelfristigen Ambitionen meint.
"Wir wissen, dass mehrere Verträge im aktuellen Kalender auslaufen. Es gibt bereits eine gewisse Rotation bei den Austragungsorten. Und dann ist da noch der globale Kontext, der potenziell ein Fenster öffnen könnte", so Turnes.
Spielt die Weltpolitik Argentinien in die Karten?
Damit spielt Turnes auf den Konflikt im Nahen Osten an, der bereits zur Absage der April-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien geführt hat. "Es wäre natürlich bedauerlich, wenn sich ein solches Fenster aus diesem Grund öffnen würde. Aber in diesem Szenario könnte es letztlich eine Chance bieten."
Turnes geht davon aus, dass man gegen Ende des Jahres, etwa rund um den Grand Prix von Katar, mehr wissen wird: "Wenn die Situation anhält, könnte 2027 ein Platz frei werden, falls Termine aufgrund des Konflikts wegfallen."
Deshalb steht die Entscheidung kurz bevor, ob man die Formel-1-Erweiterung (die "große" Haarnadelkurve) sofort baut: "Wir werden in den kommenden Tagen vor Miami entscheiden, ob wir das in Phase eins vorziehen, um dort mit etwas Konkretem aufschlagen zu können - nämlich, dass die Strecke komplett fertiggestellt wird."
Realistisches Ziel bleibt 2028
Trotz der theoretischen Chance für 2027 bleibt 2028 das solidere Ziel. "Es ist schwierig, ein Datum festzulegen. Wir hätten gerne ein klares Zeitfenster, das ist wichtig. Persönlich halte ich 2027 für schwieriger, wenn sich die Gesamtsituation nicht ändert. Aber 2028 fühlt sich nicht so weit weg an - eigentlich ist das schon sehr nah", so der Sportsekretär.
Die FIA-Homologation für den Grade-1-Status sei bereits beantragt, derzeit werde nur noch an einer minimalen Modifikation gearbeitet, um diese final abzuschließen.
Der "Colapinto-Faktor" als Beschleuniger
Ein entscheidender Faktor für die Rückkehr der Königsklasse nach Argentinien ist Franco Colapinto. Seit seinem Debüt im August 2024 bei Williams und dem anschließenden Wechsel zu Alpine hat der junge Argentinier einen gewaltigen Hype in seiner Heimat ausgelöst.
In den kommenden Wochen soll Colapinto bei einem Showrun in den Straßen von Buenos Aires in einem Formel-1-Auto Gas geben. Der erwartete Fan-Ansturm soll den Formel-1-Bossen als finales Argument dienen.
"Francos Besuch war von Anfang an geplant. Dass der Kalender nun eine Pause hergibt, erlaubt es uns, den Showrun vor Miami durchzuführen. Strategisch spielt uns das in die Karten", sagt Turnes abschließend. "Die Entscheidung über den Bau der Erweiterung zusammen mit dem Franco-Hype - das sind weitere Puzzleteile. Das Bild, das wir vermitteln wollen, ist klar: Argentiniens Leidenschaft für die Formel 1."
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