Aston Martin: Für 2022 "aggressive, aber erreichbare" Ziele gesetzt

Mit der Saison 2021 kann Aston Martin nicht zufrieden sein, doch Teamchef Otmar Szafnauer blickt optimistisch auf 2022: Aggressive Ziele werden eingehalten

Aston Martin: Für 2022 "aggressive, aber erreichbare" Ziele gesetzt

Aston Martin ist einer der großen Verlierer der aktuellen Formel-1-Saison. Im Vorjahr war der Rennstall unter dem Namen Racing Point noch das drittschnellste Team und die Überraschung der Saison, doch kein anderer Rennstall legte 2021 so einen Absturz hin: Aston Martin wird die Saison nur auf Platz sieben abschließen.

Dabei waren die Erwartungen nach den 210 geholten Punkten (15 Punkte Abzug für die "Copygate-"Affäre) hoch. Doch die Realität sieht anders aus: Gerade einmal 77 Zähler konnten Sebastian Vettel und Lance Stroll einfahren. Vereinzelten Highlights wie die zweiten Plätze von Vettel in Baku und Budapest (aberkannt) standen lange Durststrecken gegenüber.

"Wir hatten Rennen, in denen es sich richtig gut angefühlt hat, und wir hatten Rennen, in denen wir große Probleme hatten", hadert Vettel mit der großen Leistungsschwankung des AMR21. Das Hauptproblem: "Ich denke, unser Auto hat etwas zu viel Luftwiderstand", meint der Deutsche. "Wir haben kein super effizientes Auto, und wir haben nicht genügend Abtrieb."

Aston Martin war zu Beginn des Jahres einer der großen Verlierer des neuen Reglements. Die Beschneidung der Unterböden kam vor allem Teams mit einem niedrigen Anstellwinkel, dem sogenannten Low-Rake-Konzept, nicht entgegen. Mercedes konnte die Schwierigkeiten einigermaßen umschiffen, Aston Martin weniger.

"Wenn die Architektur eingefroren ist und die Veränderungen getätigt wurden, kannst du nicht mehr viel machen", sagt Teamchef Otmar Szafnauer. Das Team habe versucht, so viel Leistungsverlust wie möglich zurückzugewinnen, "aber wir mussten auch damit aufhören, Abtrieb für 2021 zurückholen zu wollen", sagt er.

Nicht viel Verbesserung möglich

Denn: "Wir haben nur limitierte Ressourcen und eine limitierte Zeit im Windkanal und mussten auf 2022 wechseln, sonst hätte das auch unsere Saison 2022 beeinflusst", so Szafnauer. "Wären wir gerne besser gewesen? Ja. Aber realistisch gesehen konnten wir mit den eingeschränkten Ressourcen nicht viel zurückgewinnen."

Aston Martin musste daher vor allem hoffen, dass die jeweilige Strecke dem Auto liegt, und dann auch noch darauf bauen, dass man das richtige Set-up erwischt: "Wenn das Auto im richtigen Fenster ist, können wir einen ordentlichen Job machen und Punkte holen", sagt Vettel. "Aber erstens ist es nicht einfach, das Fenster zu treffen, und zweitens gibt es in unserem Bereich harte Konkurrenz."

Für den viermaligen Weltmeister sah es so aus, als würden die anderen Teams gegen Saisonmitte etwas größere Fortschritte erzielen als sein Rennstall. Doch die Hoffnung liegt wie bei allen Teams auf dem neuen Reglement.

2022 werden die Karten neu gemischt, und Eigentümer Lawrence Stroll hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Mittelfristig soll der WM-Titel für seinen Rennstall her. Zu was es im kommenden Jahr reichen wird, kann allerdings noch niemand abschätzen: "Du weißt nicht, was die anderen Teams gefunden haben", sagt Szafnauer. "Das sind gut gehütete Geheimnisse."

Aggressive Ziele für 2022

Er kann nur für seinen eigenen Rennstall sprechen und verraten, dass sich Aston Martin "aggressive, aber erreichbare Ziele" gesetzt hat. "Und wir sind auf dem Weg, diese Ziele zu erreichen. Wir machen jede Woche gute Fortschritte." Aber: "Vielleicht haben auch die anderen aggressive Ziele und erreichen sie - oder übertreffen sie sogar. Das wird dir niemand verraten."

Natürlich geht auch Szafnauer nicht genau darauf ein, welche Ziele man sich im Team gesteckt hat. Er verrät nur, dass es diverse Parameter gibt, die als Maßstab herhalten. "Rundenzeit ist eine davon", sagt er. Doch die sei nur eine Berechnung aus vielen Schätzungen.

"Was wir aber messen, ist die aerodynamische Belastung des Modells im Windkanal und auch einige aerodynamische und andere Eigenschaften", so Szafnauer. "Das sind echte Messungen. Und wir wissen, was wir derzeit haben, und wir wissen, was wir in der Vergangenheit hatten."

"Und dann nehmen wir all diese Informationen und einige andere Informationen und entwickeln ein Simulationsmodell. Und dann lassen wir die Fahrer fahren und ermitteln die Rundenzeiten."

Sind die Fahrer gut genug?

Apropos Fahrer: Es gibt einige Zweifel, ob die aktuelle Fahrerpaarung auch die großen Erfolge einfahren könnte. Lance Stroll gilt nicht gerade als das Toptalent im Feld, Sebastian Vettel scheint seine besten Tage hinter sich zu haben. Doch wer weiß: Vielleicht kommt ihm die neue Fahrzeuggeneration ja entgegen.

Für Szafnauer ist Vettel über jeden Zweifel erhaben: "Sebastian leistet tolle Arbeit für uns. Wir arbeiten gerne mit ihm", stellt er klar. "Aufgrund unglücklicher Umstände konnten wir ihm kein konkurrenzfähiges Auto geben und hoffen, dass sich das im kommenden Jahr ändern wird."

"Wenn wir ihm ein konkurrenzfähiges Auto geben, dann wird er den Job im Auto erledigen. Und ich bin sicher, dass Lance eine Menge von ihm gelernt hat", so Szafnauer. "Wir haben zwei tolle Rennfahrer und freuen uns darauf, ihnen im kommenden Jahr ein neues Auto geben zu können."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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