Aston Martin legt sich auf Vettel fest: "Wir haben keinen Plan B"

Warum hat Aston Martin Sebastian Vettel immer noch nicht für 2022 bestätigt? Diese Frage hat Teamchef Otmar Szafnauer in Monza beantwortet!

Aston Martin legt sich auf Vettel fest: "Wir haben keinen Plan B"

Aston Martin und Sebastian Vettel werden auch 2022 gemeinsam in der Formel 1 an den Start gehen. Diesen Satz spricht Teamchef Otmar Szafnauer zwar nach wie vor nicht explizit aus. Doch bei seiner Online-Medienrunde am Samstag in Monza räumte Szafnauer die Befürchtungen, wonach Vettel seine Karriere beenden könnte, so deutlich wie bisher noch nie aus.

Medienberichte über einen Riss in der Beziehung zwischen Vettel und dem Team seien "zu 100 Prozent Unsinn", versichert der Amerikaner. Und: "Wir haben keinen Plan B. Es gibt null Reibungspunkte. Fragt ihn doch selbst! Ich bin sicher, dass er sagen wird, dass er das hier liebt. Es geht wirklich nur noch darum, ein paar Details zu klären."

Ein Journalist denkt mit: Wenn Zweifel bestehen würden, dann hättet ihr doch mit anderen Fahrern gesprochen, nicht wahr? "Das ist ein logischer Gedankengang", nickt Szafnauer. "Wenn wir auch nur den geringsten Zweifel hätten, dann wären wir in solche Gespräche eingestiegen. Im Juli, als alle darüber geredet haben, ob sie zu Williams gehen sollen oder zu Alfa. Sind wir aber nicht."

Die hochoffizielle Bekanntgabe für 2022 sei "nicht mehr weit weg", kündigt Szafnauer an. Auf Nachfrage präzisiert er: Innerhalb der nächsten sieben bis zehn Tage könnte es soweit sein. Also noch vor dem nächsten Grand Prix am 26. September in Sotschi. Nur Vettel oder auch Lance Stroll? "Wenn, dann wahrscheinlich gleich beide", lacht er.

Mit Vettel zu arbeiten, das sei bisher "wunderbar" und "großartig" gewesen: "Er ist eine fantastische Person, er arbeitet hart, ist sehr erfahren und einfach ein netter Kerl. Wir mögen ihn und er mag uns. Wir sind jetzt in die detaillierten Gespräche eingestiegen, wie wir weitermachen. Aber über Vertragsdetails können wir nicht reden."

Was verwundert: Als Aston Martin am 10. September 2020 bekannt gegeben hat, dass Vettel zum Team stößt, war von einem mehrjährigen Vertrag die Rede. "2021 und darüber hinaus" lautete die wörtliche Formulierung. Dass es jetzt solange dauert, bis Aston Martin damit rausrückt, dass alles klar ist, sorgt daher für Stirnrunzeln.

"Ja, es war ein mehrjähriger Vertrag. Aber es gibt Optionen auf beiden Seiten. Und wenn es Optionen auf beiden Seiten gibt, dann gibt's da ein paar Details, die man ausverhandeln muss, bis ein bestimmtes Datum erreicht ist und die Option verstreicht. Und genau das passiert gerade. Ich denke, wir werden vor diesem Datum etwas bekanntgeben", erklärt Szafnauer.

Das lässt Raum für Spekulationen. Liebäugelt Vettel wirklich mit Rücktritt, wie von deutschen Medien spekuliert wurde? Oder pokert er einfach nur um mehr Gehalt? Immerhin hat er bei seinem Wechsel von Ferrari zu Aston Martin deutliche Abstriche in Kauf genommen. Aber über solche Details wird weder von Vettel noch vom Team gesprochen.

Dass Szafnauer große Stücke auf den viermaligen Weltmeister hält, daraus macht der Teamchef keinen Hehl: "Er ist ein Mann von hoher Integrität, was ich persönlich sehr schätze. Er hat auch keine Angst davor, seine Meinung zu sagen, was ich auch mag. Und in Silverstone hat er sogar Müll aufgesammelt, was mir auch gefällt."

"In Oxford sammle ich manchmal auch selbst Müll ein, weil ich es nicht mag, wenn Müll herumliegt", lächelt Szafnauer. "Das gefällt mir an Seb: Er ist ein echt guter Kerl und er sorgt sich um die Menschen, er sorgt sich um die Umwelt. Wir mögen ihn. Und fahrerisch ist er ein harter Arbeiter, der große Erwartungen an sich selbst und das Team hat."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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