Aston Martin ohne Miami-Update: So plant das Team die nächsten Monate
Aston Martin war in Miami das einzige Team, das trotz der fünfwöchigen Pause keine Updates mitgebracht hatte: Wieso vor Sommer auch keine Verbesserungen kommen
Aston Martin hat bis zum Sommer keine Performance-Updates geplant
Foto: LAT Images
Die Formel-1-Teams haben die fünfwöchige Rennpause, ausgelöst durch die Absage der beiden Läufe in Bahrain und Saudi-Arabien, intensiv genutzt, um umfangreiche Update-Pakete für ihre Boliden zu entwickeln. Ein Team jedoch trat in Miami laut technischem FIA-Dokument ohne sichtbare Neuerungen an: Aston Martin.
Das bedeutet allerdings keineswegs, dass der britische Rennstall gemeinsam mit Motorenpartner Honda in den letzten Wochen untätig geblieben ist. Doch aufgrund der starken Vibrationen in den ersten drei Rennen verlagerte sich der Fokus der Entwicklung von der reinen Performance zur Optimierung der Zuverlässigkeit.
Es ergibt wenig Sinn, mögliche Performance-Upgrades am AMR26 vorzunehmen, solange sich das Team noch mitten in der Phase der Fehlerbehebung und Zuverlässigkeitsarbeit befindet; es wäre vergleichbar damit, einen Kuchen zu dekorieren, dessen Kern noch nicht durchgebacken ist.
"Wir haben Fortschritte bei der Zuverlässigkeit und bei der Reduzierung der Vibrationen sowie bei der Verbesserung der Fahrbarkeit gemacht, ich denke, wir haben bereits ziemlich substanzielle Upgrades gesehen", erklärt Einsatzleiter Mike Krack.
Aston Martin macht Fortschritte, aber ...
"Und wir müssen in dieser Richtung weiterarbeiten", ergänzt der gebürtige Luxemburger, der sich bewusst nicht auf einen konkreten Zeitplan für kommende Updates festlegen will. "Deshalb lasse ich mich nicht auf das nächste Rennen, das Rennen danach oder was auch immer kommt ein."
"Aber ich denke, wir haben gezeigt, dass wir zu Saisonbeginn viele Probleme hatten. Außergewöhnliche Probleme, aber ich denke, die Geschwindigkeit, mit der sie gelöst wurden, war ziemlich bemerkenswert. Daher denke ich, dass wir mit weiteren Verbesserungen rechnen können."
Beim Großen Preis von Miami präsentierte sich Aston Martin dennoch erneut deutlich im Hinterfeld, zeitweise sogar hinter Neueinsteiger Cadillac. "Wir müssen auch anerkennen, dass es eine große Lücke zu schließen gibt und dass dies nicht die Arbeit einer Woche sein wird", stellt Krack nüchtern fest.
Auch das Getriebe machte in Miami noch Probleme
Erschwerend kommt hinzu, dass neben den inzwischen weitgehend reduzierten Vibrationen weiterhin Probleme im Antriebsstrang bestehen: Das Getriebe bereitete über das gesamte Wochenende hinweg Schwierigkeiten bei der Synchronisation, was sich für die Fahrer in einem mangelhaften Feedback beim Schaltvorgang bemerkbar machte.
Solange jedoch die Basis nicht stabil ist und die Zuverlässigkeit nicht gewährleistet werden kann, macht Feinarbeit an anderen Fahrzeugbereichen wenig Sinn. "Wir haben bis nach dem Sommer keine Upgrades geplant", räumt Fernando Alonso offen ein.
"Daher müssen wir nicht nach Kanada kommen und uns fragen: 'Was erwartet uns in Kanada? Dasselbe. Was erwartet uns in Österreich? Dasselbe.' Genau das müssen wir im Griff behalten: die Frustration im Team", ergänzt der Spanier, der den eingeschlagenen Kurs des Teams nachvollziehen kann.
"Ich denke, wir sind alle entspannt, wir sind alle darauf fokussiert, nach dem Sommer eine bessere zweite Saisonhälfte zu haben, und schauen wir, ob wir das schaffen können", sagt der zweifache Weltmeister. "Ich bin im Reinen, weil ich die Situation verstehe."
Zuverlässigkeit ist aktuell wichtiger als Performance
"Das Team hat mir erklärt, dass es nichts an unserer Position ändert, wenn wir bei jedem Rennen ein oder zwei Zehntel finden - wir sind P20 oder P19, und das nächste Auto ist eine Sekunde voraus. Das erzeugt enormen Stress im System, auch durch die Budgetgrenze und ähnliche Dinge."
"Deshalb ist es besser, die Produktionsfreigabe nicht zu drücken, solange wir keine Verbesserung von anderthalb bis zwei Sekunden haben, weil wir sonst Geld verschwenden." Entsprechend liegt der Fokus derzeit weniger auf der reinen Strecken-Performance als vielmehr auf den internen Abläufen.

Sinnbild: Alonso schlägt die Hände über dem Kopf zusammen ...
Foto: LAT Images
Krack betont, dass insbesondere am Rennwochenende noch erhebliches Potenzial in den Prozessen steckt. In den ersten vier Saisonrennen waren die Ingenieure an der Strecke primär damit beschäftigt, beide Fahrzeuge überhaupt fahrbereit und zuverlässig zu halten, die Optimierung war dabei zweitrangig.
Aston Martin plant neue Updates erst ab Sommer
Der operative Fahrplan ist klar strukturiert: Zunächst die Zuverlässigkeit der beiden AMR26 sicherstellen, anschließend die maximale Performance aus der aktuellen Spezifikation extrahieren und parallel die größeren Upgrades für Ende August vorbereiten.
"Ich denke, man muss anerkennen, was die Strategie und der Plan sind. Unsere Aufgabe an der Strecke ist es, das Maximum aus dem zu holen, was man hat. Ich denke, wir können sicher sagen, dass wir nicht in allem optimal sind", so Krack weiter.
"Wir haben [in Miami] über optimale Ausführung gesprochen, die wir aus dem einen oder anderen Grund nicht hatten. Ich denke, wir haben es gut gemacht, aber wir hätten es besser machen können. Und ich denke, das gilt genauso für Energie, genauso für Fahrbarkeit."
"Wir haben also noch viel aus diesem Paket herauszuholen, so wie es im Moment ist", betont der leitende Ingenieur und richtet damit auch einen klaren Appell an Team und Fahrer: "Wichtig ist, dass wir alle motiviert halten, daran zu arbeiten, und dann auf den nächsten Schritt warten."
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