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Aston Martin: Rückstand auf Topteams aufzuholen wird noch länger dauern

Auch wenn Fernando Alonso große Fortschritte bei Aston Martin erkennt, kann man den Rückstand auf die Topteams laut Mike Krack nicht von heute auf morgen tilgen

Aston Martin: Rückstand auf Topteams aufzuholen wird noch länger dauern

Auch wenn Lawrence Stroll intensiv in Aston Martin und seine Anlagen investiert, ist dem Team bewusst, dass man den Rückstand auf die Topteams nicht so einfach von heute auf morgen reduzieren kann - vor allem nicht den infrastrukturellen.

Aston Martin hatte vor rund einem Jahr seinen Umzug von der alten Jordan-Fabrik in Silverstone in eine brandneue Anlage vollzogen und damit einen wichtigen Schritt unternommen. Doch gegen Red Bull, Ferrari, Mercedes und Co. kommt man deswegen trotzdem nicht an, weil diese bereits vor der Budgetgrenze massiv in ihre Infrastruktur investiert haben und jetzt davon profitieren.

"Das wird noch länger dauern, bis wir diesen Rückstand komplett aufgeholt haben", sagt Teamchef Mike Krack gegenüber 'auto motor und sport'. Hinzu kommt, dass Aston Martin laut ihm auch noch die Schlagkraft fehlt und die Fähigkeit, die neuen Tools richtig zu nutzen.

 

"Die anderen Teams waren auch nicht von heute auf morgen vorne dabei. Wir müssen etwas Geduld aufbringen, bis wir den Anschluss schaffen", sagt er, will die Umstände aber nicht für die kommenden Jahre als Ausrede nutzen: "Wir müssen schon abliefern. Wir werden nicht fünf Jahre haben, um uns zu beweisen."

Doch zumindest scheinen die Zutaten für einen späteren Erfolg langsam zusammenzulaufen. "Es geht richtig was voran bei uns", freut sich Krack und schwärmt von der neuen Fabrik, die für ihn "ein echter Game-Changer" ist.

Denn während die alte Jordan-Fabrik früher mit vielen kleinen Büros und geschlossenen Türen ausgestattet war, sei jetzt alles viel offener. "Jetzt können sich alle sehen und miteinander reden", erzählt Krack. "Jetzt haben wir eine riesige Arbeitsfläche mit besseren Kommunikationsmöglichkeiten. Das hat sicher schon geholfen."

Auf der Strecke zeigt sich der Erfolg aber noch nicht. Der Aston Martin AMR24 ist weniger konkurrenzfähig als sein Vorgänger, der noch in der alten Fabrik entstand und der vor allem zu Saisonbeginn 2023 mit Podestplätzen in Serie glänzen konnte. 2024 ist man hingegen nur fünfte Kraft.

Alonso erkennt klare Fortschritte

Und obwohl die Ergebnisse der Vorsaison nicht da sind, ist Fernando Alonso absolut begeistert von dem, was er derzeit bei seinem Team vorfindet: "Wenn ich die Anstrengungen sehe und die Fortschritte im Windkanal, dann haben wir ein deutlich besseres Profil", betont er und sieht "zu 100 Prozent" Fortschritte gegenüber den Topteams.

Dass es sportlich trotzdem Rückschritte gibt, ist für ihn einfach erklärbar: "Wir kämpfen gegen absolute Spitzenteams. Sie bringen auch Upgrades und sind mit einer besseren Basis gestartet, von daher müssen wir aufholen", so der Spanier.

Er sagt, dass der aktuelle Aston Martin besser als im vergangenen Jahr sei und auch das Team selbst deutlich mehr Fortschritte mache - nur die Ergebnisse sind eben nicht besser. "Die ersten vier Teams machen einen unglaublichen Job", muss er anerkennen.

"Aber wir mögen diese Herausforderung, und wenn wir eines Tages um die Weltmeisterschaft kämpfen wollen, dann müssen wir durch diesen Prozess durch, auch abseits der Strecke ein Topteam zu werden", so Alonso. "Ich vertraue dem Team und sehe eine gute Richtung."

Wieder ein kleines Upgrade in Imola

Beim anstehenden Rennen in Imola hat Aston Martin wieder ein Upgrade mit im Gepäck, das laut Alonso aber nicht so groß sein soll, wie es in spanischen Medien proklamiert wurde (zur Übersicht aller Upgrades 2024).

Aber er sagt: "Es wird ein guter Schritt sein. Es war aber auch ein guter Schritt in Bahrain, ein guter Schritt in Dschidda, in Australien und in Japan, und ein bisschen in Miami. Im Grunde haben wir bei jedem Rennen neue Teile gebracht. Das ist hier in Imola nicht anders."

Heißt: Aston Martin verfolgt einfach weiter seinen Weg. "Und nächste Woche in Monaco werden wir wieder weitere Upgrades haben, dann mehr in Kanada, mehr in Barcelona."

Für Alonso ist das auch die bessere Taktik als ein großes Upgrade zu bekommen und dann mehrere Rennen auf das nächste zu warten.

Allerdings muss er auch zugeben, dass das Imola-Upgrade nichts von den Schwächen tilgen wird, die der AMR24 noch im Rennen hat. Das soll erst später kommen. "Was wir im Moment bringen, bringt nur Performance. Mehr Abtrieb, weniger Luftwiderstand, also eine bessere Rundenzeit", verrät er.

"Aber es ist alles relativ: Wenn du ein halbes Zehntel bringst, aber alle anderen bringen zwei Zehntel, dann bist du anderthalb Zehntel schlechter als am Wochenende davor. Daran müssen wir weiter arbeiten."

Neue Herausforderung 2026

Woran man bei Aston Martin aber auch bereits arbeitet, ist die entfernte Zukunft. Das neue Reglement 2026 bietet für alle Rennställe die große Chance, das bestehende Kräfteverhältnis aufzubrechen und an die Spitze zu kommen.

Aston Martin selbst wird dann zu einem echten Werksteam, weil man dann nicht mehr Kundenmotoren bezieht, sondern der designierte Rennstall von Motorenhersteller Honda sein wird. Dafür hat man bereits jetzt Mitarbeiter abgestellt, die sich mit den ersten Studien beschäftigen.

Im Team blickt man der neuen Partnerschaft schon positiv entgegen: "Es ist einfach eine andere Beziehung. Man ist sehr viel offener miteinander", sagt Krack, der aber um die Herausforderung der Umstellung weiß.

"Wir haben aktuell noch eine andere Kultur. Da müssen wir so schnell wie möglich Wege finden, uns gegenseitig zu fordern, obwohl wir uns noch nicht so gut kennen", sagt er. Allerdings habe man schon bei einem Besuch in Sakura einen guten Draht zueinander gefunden. "Das ist eine sehr gute Basis", so Krack.

2025 "auf keinen Fall" Übergangsjahr

Bis dahin muss man aber noch die aktuelle Saison zu Ende bringen - und natürlich auch 2025. Die Saison könnte für viele ein Übergangsjahr sein, um sich auf 2026 zu konzentrieren, "aber wir machen das auf keinen Fall", stellt der Teamchef klar.

Denn alles, was man vorher lernen kann, könne man auch 2026 nutzen. Dabei geht es für Krack nicht unbedingt um die Technik an sich, sondern eher darum zu lernen, wie man vorne mitfahren kann.

"Wir haben da letzte Saison in Monaco schon eine gute Lektion bekommen, wenn man plötzlich Entscheidungen treffen muss, die in alle Richtungen ausschlagen können. Wo man dann nachher auch in der Öffentlichkeit steht. Solche Sachen muss man als Team lernen", sagt er. "Mit diesem Druck muss man umgehen."

"Wenn wir die Lücke technisch schließen, können wir auch operativ viel lernen. Deshalb sollten wir jetzt nicht den Fuß vom Gas nehmen und ein Projekt dem anderen bevorzugen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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