Aston Martin steckt in der Krise - und Teamchef Adrian Newey ist nicht vor Ort
Aston Martin steckt tief in der Krise - und ausgerechnet Teamchef Adrian Newey war in China nicht vor Ort: Wie Mike Krack das Fernbleiben des Technik-Genies verteidigt
Aston-Martin-Teamchef Adrian Newey war in Shanghai nicht vor Ort
Foto: LAT Images
Aston Martin steckt zum Start der neuen Formel-1-Saison tief in der Krise - und ausgerechnet in dieser Phase fehlt mit Teamchef und Technik-Genie Adrian Newey eine der wichtigen Schlüsselfiguren. Der 67-jährige Brite war beim Großen Preis von China am vergangenen Wochenende nicht vor Ort.
Das sei allerdings planmäßig gewesen, bestätigt Trackside Engineering Officer Mike Krack. "Es gibt einen Plan, wo er anwesend sein soll und wo nicht, daran haben wir nichts geändert", sagt der Luxemburger und betont, dass "immer klar war, dass Newey nicht bei allen Rennen vor Ort sein würde".
Die aktuelle Krise des britischen Rennstalls habe daran nichts geändert. Dennoch wirkt der Eindruck alles andere als günstig: Ausgerechnet in einer Phase, in der Aston Martin händeringend um den Anschluss kämpft, hält sich der wohl wichtigste Mitarbeiter des Teams dem Renngeschehen fern.
Krack: Sky kommentiert auch aus Deutschland
Doch Krack weist die Kritik zurück, das sich Newey den aktuellen Problemen des Teams entziehe. "Heutzutage, mit der modernen Kommunikation, spielt es meiner Meinung nach keine Rolle mehr, wo die Leute sitzen", erklärt der frühere Aston-Martin-Teamchef.
"Ich habe gehört, dass Sky Deutschland den Großen Preis von Australien aus Deutschland kommentiert hat, also denke ich, dass das heutzutage kein Problem mehr ist", sagt Krack mit einem Schmunzeln. Tatsächlich ist es längst keine Ausnahme mehr, dass Teamchefs in der Formel 1 nicht bei jedem Rennen vor Ort sind.
Toto Wolff blieb der Königsklasse in der Vergangenheit bereits mehrfach fern, und auch Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur war im vergangenen Jahr beim Großen Preis von Österreich nicht anwesend. Dass Newey allerdings gerade in der aktuellen Situation fehlt, hinterlässt einen faden Beigeschmack.
Die Aston-Martin-Fahrer "können nichts tun"
Untätig ist das Technik-Genie in der Heimat allerdings keineswegs, im Gegenteil: Newey arbeitet intensiv daran, den Rückstand auf die Konkurrenz zu verkleinern. "Ja, wir hatten einen normalen Austausch", bestätigt Krack, dass der Brite während des Rennwochenendes aktiv eingebunden war.
Doch weil Newey in Shanghai nicht vor Ort war, mussten sich vor allem Fernando Alonso und Lance Stroll den hartnäckigen Fragen der Journalisten stellen. "Für die Fahrer ist es am schwierigsten", betont Krack. "Ich habe das schon einmal gesagt und wiederhole es gern."
"Die Fahrer können nichts tun", bittet der Luxemburger darum, den Piloten etwas mehr Luft zu lassen. "Sie stehen im Rampenlicht und müssen sich den Fragen stellen, auch den kontroversen. Ich habe gestern Beschwerden gehört, dass Lance nicht wirklich viele Antworten gegeben hat."
Mike Krack spricht von "unangebrachten" Fragen
Der Kanadier blieb nach dem Qualifying am Samstag tatsächlich wortkarg und beantwortete die Fragen in seiner Medienrunde mit nur acht Worten. "Wir müssen diese Situation verstehen", nimmt der Aston-Martin-Verantwortliche seinen Piloten in Schutz. "Es ist ein sportlicher Wettbewerb. Es ist emotional."
"Wir alle tun das aus Leidenschaft und wollen nicht hinten anstehen. Sie investieren so viel Energie und bekommen oft Fragen gestellt, die manchmal unangebracht sind. Man kann sie zwar als Profisportler bezeichnen, aber sie sind auch nur Menschen."
Das sollte man verstehen, appelliert Krack. "Es ist momentan schwierig, aber ich denke, wenn wir es schaffen, die treibenden Kräfte dabei etwas zu berücksichtigen, wird das uns allen bei unserem Produkt helfen." Vielleicht waren auch die Fragen der Journalisten ein Grund, warum Newey lieber zu Hause geblieben ist ...
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