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Aston-Martin-Update ein Fehlschlag? Das sagen die Daten!

Das größte Update der Teamgeschichte hat Aston Martin in Imola nur zwei Punkte beschert: Warum Teamchef Mike Krack noch nicht von einem Fehlschlag reden will

Aston-Martin-Update ein Fehlschlag? Das sagen die Daten!

Ein chaotisches Wochenende in Imola bescherte Aston Martin gerade einmal zwei Punkte. Teamchef Mike Krack erklärt, dass das wahrscheinlich größte Update der Teamgeschichte das Formel-1-Auto "schwer fahrbar" gemacht haben könnten.

Das umfangreiche Imola-Update, das einen neu gestalteten Unterboden, einen Frontflügel und einen Diffusor umfasste, wurde zunächst von Fernando Alonso im ersten Training getestet, bevor auch Lance Stroll die Teile ab dem zweiten Training erhielt. Doch an einem Wochenende, an dem die Konkurrenz ebenfalls neue Teile einsetzte oder die Upgrades aus Miami weiter optimierte, brachten Astons Verbesserungen keine relative Wettbewerbsfähigkeit.

"Wir sind mit zwei Punkten nicht zufrieden", so Mike Krack nach dem Rennen. "Das ist klar. Aber die anderen Teams bringen auch Verbesserungen. Es ist also immer ein relatives Spiel. Man muss also wirklich versuchen, da mitzuhalten und zu verstehen, was man da tut."

Update-Offensive, aber keine Fortschritte: Erwartungen zu hoch?

 

Wenn man sich jedoch die harten Fakten ansieht, dann dürfte sich Aston Martin über das Entwicklungstempo der Konkurrenz am wenigsten beschweren. In Imola gab es gleich neun neue Teile für den AMR24, womit man nach nur sieben Rennwochenenden bei 23 Updates steht, wovon 18 die Performance verbessern sollten und fünf streckenspezifisch waren. Im Vergleich dazu: In der kompletten Saison 2023 kam Aston Martin auf 40 Updates.

 

Von den anderen Teams kann da keiner mithalten. Mit 15 Gesamtupdates 2024 liegt McLaren schon mit einem gewissen Respektabstand auf dem zweiten Platz. Wenn man sich zudem nur performanceverbessernde Updates ansieht, so stehen McLaren, Ferrari und Haas mit jeweils neun Teilen an der zweiten Stelle und haben damit gerade einmal halb so viele Verbesserungen an die Strecke gebracht wie Aston Martin.

"Ich meine, die Erwartungen sind sehr hoch", so Krack weiter. "Vor allem wegen des letzten Jahres. Wir versuchen, es zu objektivieren, denn man wird an einer Rangliste gemessen. Man wird nie nach dem Abstand zu den Autos oder so gemessen. Das macht es also sehr schwierig."

Daten: Haben die Updates drei Zehntel gekostet?

Mit den Daten unseres Technologiepartners PACETEQ können wir das relative Kräfteverhältnis aber genau bestimmen. Im Saisonverlauf brachte Aston Martin zwei größere performanceverbessernde Updates. Eines in Japan und jetzt ein weiteres in Imola.

Nimmt man die Rennpace aus den ersten drei Rennen - Bahrain, Saudi-Arabien und Australien -, so war der Aston Martin im Schnitt 0,895 Sekunden langsamer pro Runde als das jeweils schnellste Auto. In den letzten vier Grands Prix betrug der Rückstand jedoch 1,160 Sekunden.

Bei der Qualifyingpace hat man bei den letzten vier Veranstaltungen im Schnitt weitere 0,275 Sekunden verloren gegenüber den ersten drei. Im relativen Kräfteverhältnis ist man zweifelsohne abgerutscht und liegt nun nur noch etwas vor Racing Bulls. Sind die Updates also ein Reinfall oder hat man einfach noch nicht alles aus dem Paket herausgeholt?

Updates fehlgeschlagen? "Sollten Kirche im Dorf lassen"

"Ihr seid immer recht schnell mit solchen Schlussfolgerungen", kritisiert der Aston-Martin-Teamchef. "Das wurde schon letztes Jahr in Mexiko gesagt und dann waren wir in der Woche danach [in Brasilien] auf dem Podium. Wir sollten also die Kirche im Dorf lassen."

"Wir analysieren jetzt, was wir haben. Imola ist sehr speziell, vor allem im Vergleich zu Miami. Wenn man hierher kommt, ist das eine traditionelle Strecke, sehr rau, mit vielen Bodenwellen und sehr hohen Randsteinen. Ich denke also, dass wir aus dem, was wir eingeführt haben, einige Lehren ziehen müssen, und wir werden das tun und versuchen, nächste Woche stärker zu sein."

Krack: Vergleich zu 2023 ist unfair

Auch wenn Krack eine negative Wirkung der Updates herunterspielt, liegt auf Aston Martin nach 2023 ein ganz besonderes Augenmerk. Zu Saisonbeginn kam man sehr schnell aus den Startlöchern mit sechs Podien in den ersten sieben Rennen, doch im weiteren Verlauf des Jahres hat man laut den Daten von PACETEQ vier Zehntel auf Red Bull eingebüßt. Aufgrund der Dominanz hat das Weltmeisterteam aber nicht gerade besonders aktiv entwickelt. Droht also 2024 das gleiche Spiel?

 

"Ich denke, mit acht Podiumsplätzen in ein paar Rennen, in den ersten neun oder zehn Rennen des letzten Jahres liegt die Erwartungshaltung sehr hoch", sagt Krack. "Aber man muss auch verstehen, wie es dazu gekommen ist: Wir hatten Teams, die letztes Jahr ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, während wir sie gemacht haben."

"Und das hat uns in eine Position gebracht, in der wir als Teamwachstum oder von der Projektseite her vielleicht noch nicht bereit dafür waren und jetzt wird man daran gemessen. Und wir messen uns auch daran. Wir haben letztes Jahr um diese Zeit viel mehr Punkte erreicht als jetzt [134 zu 44]. Aber wir müssen auch realistisch sein. Wir sind immer noch im Aufbau und in solchen Zeiten und Situationen lernt man am meisten darüber, wo man in Bezug auf den Projektfortschritt steht."

Kann Aston Martin im Saisonverlauf also wieder zu den anderen Topteams aufschließen? "Ich denke, vor allem McLaren hat gezeigt, was man erreichen kann", sagt Krack. "Und das muss für uns alle eine Motivation sein, dass man diese Lücken schließen kann, sogar zu Red Bull."

Nach Imola-Pleite: Aston Martin mit guten Chancen in Monaco?

Bereits diese Woche gibt es die nächste Chance für Aston Martin, mehr aus den neuen Teilen zu lernen. Mit dem Großen Preis von Monaco steht ein Rennen bevor, wo das Team im Vorjahr sehr konkurrenzfähig war und Fernando Alonso auf den zweiten Platz ins Ziel kam. Bis auf Imola und Miami lief es 2024 zudem im Qualifying recht gut, was ein gutes Omen sein könnte.

"Wir werden unsere Hausaufgaben machen, wir haben viel zu tun, wir haben viel zu verstehen, und wir werden sehen, wie es sich entwickelt", so der Aston-Martin-Teamchef. "Wir sehen auf jeden Fall, dass die Margen in diesem Jahr noch kleiner geworden sind. Und sobald man am falschen Ende dieser größeren Spielräume steht, kann man raus sein."

Auf die Frage, ob man möglicherweise für Monaco die alten Teile wieder herauskramen könnte, um den Fahrern potenziell etwas mehr Vertrauen zu geben, winkt Krack ab: "Nein, die Upgrades sind sicherlich ein Schritt nach vorn, und es gibt keinen Grund, sie zu verwerfen."

Als Fernando Alonso nach seinem desaströsen Imola-Wochenende, wo er im Qualifying und Rennen nur 19. wurde, gefragt wird, ob die neuen Teile in Monaco funktionieren werden, meint er: "Ich weiß es nicht. Ich glaube, wir haben im FT1 und im FT2 mit dem Auto von Lance viel experimentiert, mit verschiedenen Paketen."

"FT3 war ein weiteres Experiment. Ein weiteres jetzt im Rennen, als ich die Gelegenheit nutzte, mit meinem Auto aus der Boxengasse zu starten. Ich denke also, es ist noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen. Und ich denke, es ist eine Frage für das Team, mit all den Daten, die sie haben. Sie werden genauere Angaben machen."

Mit Bildmaterial von circuitpics.de.

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