Aston Martin: Vettel bringt sich noch in 2023er-Projekt ein

Aston Martin hat bei Sebastian Vettel keine fehlende Motivation seit dem feststehenden Rücktritt ausgemacht: Deutsche kümmert sich um 2023er-Auto

Aston Martin: Vettel bringt sich noch in 2023er-Projekt ein
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Sebastian Vettel mag seinen Rücktritt aus der Formel 1 zum Saisonende verkündet haben, doch das heißt noch lange nicht, dass es der Deutsche in seinen letzten Rennen langsam angehen lässt. "Nein, das ist nicht sein Charakter", betont Aston-Martin-Teamchef Mike Krack.

Dabei geht es für den einstigen Seriensieger praktisch um nichts mehr. Der viermalige Weltmeister fährt 2022 nicht um Spitzenplätze mit, sondern kämpft darum, nicht in Q1 auszuscheiden. Mit 20 Punkten liegt er aktuell nur auf dem 13. Platz in der Gesamtwertung. Hängen lässt er sich deswegen aber nicht.

"Er ist ein Profi", betont Krack. "Er gibt bis zum letzten Moment alles. Und das war auch das Erste, was er gesagt hat, als er uns über seinen Rücktritt informiert hat: Dass er bis zum Ende alles geben wird."

Das Wort "Abschied" wolle Vettel dabei auch noch nicht hören, wie der Teamchef von ihm selbst erfahren hat. "Ich habe eine Flagge mit 'Danke, Sebastian' gesehen und wurde gefragt, ob das die Abschiedstournee ist, aber das ist es überhaupt nicht. Das sehen wir nicht so", meint Krack.

"Wir werden am Ende der Saison eine kleine Verabschiedung machen, aber bis dahin werden wir alles geben, denn wir haben immer noch eine kleine Lücke zu einigen Konstrukteuren vor uns zu schließen. Und wir können wirklich nicht in der Position enden, in der wir jetzt sind", betont er.

Alonso: "Werden Seb dankbar sein"

Aston Martin liegt mit 25 Punkten aktuell nur auf dem neunten Gesamtrang und würde sich gerne noch verbessern. AlphaTauri liegt sieben Punkte vor dem britischen Rennstall, und auch Haas ist mit einem weiteren Zähler Vorsprung noch in Reichweite. Und dafür braucht es einen Sebastian Vettel in Topform.

Zudem legt der Deutsche auch noch die Weichen für die Zukunft und ist in das Projekt für das nächstjährige Auto involviert. "Und daran sieht man auch, wie professionell und entschlossen er ist", lobt Krack. "Im Debrief sagt er etwa: 'Denkt für das Auto nächstes Jahr daran.' Und dann weißt du, dass er voll dabei ist."

Das dürfte auch seinen früheren Rivalen Fernando Alonso freuen, der 2023 Vettels Cockpit bei Aston Martin übernehmen wird. "Ja, das ist sehr gut", lacht der Spanier. "Wir werden Seb dafür nächstes Jahr in Australien ... Bahrain, sorry ... dankbar sein."

Bleibt Vettel Aston Martin verbunden?

Vettel selbst hatte nach seiner Verkündung gemeint, dass er sich in gewisser Weise befreit fühlt. Ein verändertes Verhalten hat Krack bei seinem Schützling bislang aber nicht festgestellt. "Wenn er fährt, gibt es das nicht", sagt Krack. "Im Auto ist er voll fokussiert."

"Ich denke, es geht eher darum, wenn er im Flugzeug sitzt und vielleicht mehr über seine Familie und so nachdenkt", sagt er.

Mike Krack, Team Principal, Aston Martin F1

Mike Krack, Team Principal, Aston Martin F1

Foto: Zak Mauger / Motorsport Images

Die Familie ist es auch, die den Deutschen im kommenden Jahr zuhause halten könnte. Doch wer weiß, ob ihm nicht irgendwann langweilig werden könnte. Welchen Aufgaben er sich nach seinem Karriereende widmen wird, weiß Vettel auch noch nicht. Bleibt Vettel Aston Martin in irgendeiner Form verbunden, etwa in einer Beraterrolle?

"Darüber haben wir noch nicht gesprochen", sagt Krack. "Die Ankündigung kam direkt vor der Sommerpause. Wir müssen ihm die Zeit geben, darüber nachzudenken, und er muss seine Pläne machen. Und bevor er irgendetwas anderes macht, wird er sicher erst einmal Pause machen wollen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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