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Auch ohne WM-Punkte: Warum das Heimspiel für Cadillac ein Erfolg war

Cadillac steht beim USA-Heimspiel in Miami im Fokus: Der Neueinsteiger feiert zwar noch keine Erfolge auf der Rennstrecke, sorgt dafür allerdings abseits für Aufsehen

Auch ohne WM-Punkte: Warum das Heimspiel für Cadillac ein Erfolg war

Für Cadillac war das erste USA-Heimspiel auch ohne WM-Punkte ein Erfolg

Foto: LAT Images

Während die sportlichen Höchstleistungen derzeit noch außer Reichweite sind, hat das elfte Team der Formel 1 zumindest abseits der Rennstrecke schon einmal Vollgas gegeben: Beim Formel-1-Heimspiel in Miami sorgte Neueinsteiger Cadillac jedenfalls für besondere Aufmerksamkeit.

Die amerikanische Marke übernahm kurzerhand den "Jungle Plaza" im sogenannten Miami Design District, einem den modernsten Vierteln der Stadt. Das Ergebnis: Ein zweitägiges Fan-Festival mit Formel-1-Pilot Sergio Perez als Stargast und satter Sponsoren-Power von Jim Beam und Tommy Hilfiger.

Auch am Flughafen war Cadillac mit Formel-1-Werbung präsent, und am Stadion gab es eine Fahrzeug-Ausstellung. Um die Formel-1-Präsenz mit den eigenen Serienfahrzeugen zu verknüpfen, wurde die "CT5-V Blackwing F1 Collector Series" enthüllt, eine auf 26 Exemplare limitierte Sonderedition, die von GM-Chefin Mary Barra vorgestellt wurde.

Spätestens jetzt ist klar, dass hinter dem Projekt die volle Macht von General Motors (GM) steckt, womit sich auch das Image des Teams gewandelt hat: Man sieht Cadillac nicht mehr nur als Neuling, sondern als echten Gewinn für die gesamte Serie.

Mehr als nur eine neue Lackierung

Beim Heimspiel in Miami zeigte sich der Plan des Teams: Man will Fans nicht nur durch bunte Autos, sondern durch echte Erlebnisse binden. "Ich glaube, wir haben viele neue Fans gewonnen", zog Teamchef Graeme Lowdon am Sonntagabend bei Motorsport.com ein zufriedenes Fazit.

"Wir hatten viele Aktionen, darunter ein wirklich erfolgreiches Event am Jungle Plaza. Wir wollten das nutzen, um die Tatsache zu feiern, dass das Team hier ist, und den Fans etwas zurückzugeben. Wir hatten in der Phase des Einstiegs immer gesagt, dass wir etwas anderes einbringen wollen, und das haben diese Aktionen definitiv getan."

"Es war sehr viel los mit den Partnern. Wir haben viele US-Partner, und es war großartig für sie, herzukommen und das zu erleben." Jetzt fehlt nur noch der sportliche Erfolg: Mit Sergio Perez und Valtteri Bottas hat Cadillac zwei erfahrene Grand-Prix-Sieger im Cockpit, doch der Weg in die Punkte bleibt hart.

Trotz der Budgetobergrenze herrscht in der Formel 1 im Vergleich zu nordamerikanischen Profiligen wie der NFL oder NBA kaum sportliche Chancengleichheit. Daher ist es - bei allem gebührenden Respekt - keine leichte Aufgabe, Fans für ein neues Team zu begeistern, das mit einer Runde Rückstand auf dem 16. Platz ins Ziel kommt.

"Nein, das nehme ich keineswegs übel", erwidert Lowdon, als er auf diesen Punkt angesprochen wird. "Dies ist die schwierigste Sportart der Welt. Es ist extrem schwierig, neu einzusteigen und auf Anhieb Erfolge zu liefern. Sie haben völlig recht: Es gibt eine bestimmte Art von Fans, die lediglich sofortige Erfolge feiern wollen - und sonst nichts."

"Wir jedoch können etwas völlig anderes bieten. Wir können die Fans dazu einladen, uns auf dieser wahrhaft einzigartigen Reise zu begleiten. Ich glaube, es ist eine weitaus bereicherndere Erfahrung für jene, die sich voll und ganz auf den Sport einlassen und uns auf unserem Weg begleiten möchten. Das Gefühl, etwas erreicht zu haben, ist auf diese Weise weitaus erfüllender."

Nur die Stoppuhr sagt am Ende die Wahrheit

"Viele unserer Marketing-Aktionen zielten genau in diese Richtung. Zudem bot sich unseren Partnern - von denen einige neu in der Formel 1 sind - die Gelegenheit, das enorme Potenzial dieser Plattform hautnah zu erleben. Es war in jeder Hinsicht eine äußerst arbeitsintensive Zeit."

Das ist alles schön und gut, doch letztlich ist die Formel 1 in erster Linie ein sportlicher Wettbewerb. Es ist die Stoppuhr, die darüber entscheiden wird, ob Cadillacs Einstieg in die Formel 1 ein echter Erfolg ist - und nicht die Anzahl der Follower in den sozialen Medien.

Im Zuge dieses Prozesses stellte das Team das erste umfassende Upgrade-Paket vor, dessen Schwerpunkt auf einem neu profilierten Unterboden sowie einem überarbeiteten Frontflügel lag. Die erfolgreiche Einführung dieses Pakets an einem ereignisreichen Sprint-Wochenende fühlte sich für Cadillac wie ein zweiter bedeutender Meilenstein an, nach dem erfolgreichen Debüt in Australien.

"Tatsächlich ist die Geschichte unseres Teams noch so jung, dass derzeit jeder einzelne Grand Prix ein ganz besonderes Ereignis für uns darstellt", fügte Lowdon hinzu. "Ich denke, wir haben hier in verschiedenen Bereichen einen wirklich großen Schritt nach vorn gemacht."

Cadillac MAC-26 im Sonderdesign für daS Formel-1-Rennen in Miami

Cadillac fuhr beim Heimspiel in Miami mit einem Sonderdesign

Foto: Cadillac Formula 1 Team

"Die Weiterentwicklungen haben genau so funktioniert, wie wir es uns erhofft hatten; das gibt uns die Zuversicht, dass auch die nächsten Upgrades gleichermaßen erfolgreich sein werden. Wir haben einen nahezu konstanten Strom an Neuerungen in der Pipeline. Auch im operativen Bereich haben wir Fortschritte erzielt - die Boxenstopps laufen mittlerweile extrem routiniert ab."

Cadillac macht weitere Fortschritte in der Rormel 1

"Es war schade, dass wir es [am Freitag] nicht in SQ2 geschafft haben, denn die nötige Pace dafür hatten wir zweifellos. Doch wir haben viel daraus gelernt, es gibt also zahlreiche positive Erkenntnisse, die wir von hier mit nach Montreal nehmen können."

Weil man in puncto Renntempo mit Aston Martin mithalten konnte, ist Lowdon nach dem Rennen in Miami zuversichtlich, dass sich das Team auf dem richtigen Weg befindet. "Ich bin sehr zufrieden damit, wo wir in dieser Hinsicht stehen", sagt der Brite.

"Ich hoffe, die Fans sind sich bewusst, dass dies der schwierigste Sport der Welt ist. Man kann hier nicht einfach auftauchen und die gesamte Konkurrenz mühelos in den Schatten stellen. So funktioniert das schlichtweg nicht. Was man jedoch tun kann, ist, ein wirklich solides Fundament zu legen, das künftige, kontinuierliche Verbesserungen trägt."

"Das braucht natürlich seine Zeit, aber ich bin äußerst zufrieden mit dem Kurs, auf dem wir uns befinden, um dieses Ziel zu erreichen. Wir verfügen über ein wirklich solides Fundament für das, was - so hoffen wir - einmal ein ganz besonderes Team sein wird."

"Ich denke, wir verlassen Miami als ein Team, das gemessen an der Anzahl der bestrittenen Grands Prix noch immer sehr, sehr jung ist", erinnert der Cadillac-Teamchef, "das aber gleichzeitig enorm viel dazulernt; und dieser Erfahrungsschatz wächst stetig weiter."

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