Audi schockt die Konkurrenz: Bortoleto träumt schon von "rosiger Zukunft"
Beim Qualifying-Debüt in Melbourne fährt Audi trotz kleiner Defekte direkt ins Q3 - im Fahrerlager sorgt die Performance durchaus für staunende Gesichter
Audi setzt in Melbourne ein Ausrufezeichen, das bei der Konkurrenz Beachtung findet
Foto: LAT Images
Ein neues Werksteam, eine komplett neue Power-Unit: Komplett von Null ist Audi mit seinem Motorsport-Knowhow und den Sauber-Wurzeln natürlich nicht gestartet. Als frisch formiertes Team mit eigenem Motor beim ersten Qualifying in Melbourne direkt in Q3 einzuziehen, ist dennoch mindestens stabil.
Und auch wenn am Ende technische Problemchen ein noch größeres Ausrufezeichen verhindert haben, hat Audi ordentlich Eindruck hinterlassen. Das sieht auch die Konkurrenz im Paddock ähnlich.
Wie Nico Hülkenberg bereits nach dem Qualifying durchblicken ließ: Die Basis des neuen Autos stimmt. Teamchef Jonathan Wheatley ordnet das Ergebnis entsprechend stolz ein: "Es war eine enorm ermutigende Session für uns. Dass Gabi [Gabriel Bortoleto] beim allerersten Rennen für Audi direkt das Q3 erreicht, ist ein besonderer Moment für alle Beteiligten."
Alpine hat das Nachsehen
Zwar räumt er Defekte an beiden Autos zähneknirschend ein, sieht aber das große Ganze: "Insgesamt ist es ein sehr positiver Start. Es ist ein starkes Zeugnis für die harte Arbeit der vielen talentierten Leute im Team." Bortoleto musste sein Auto nach Q2 in der Einfahrt zur Boxengasse abstellen. Auch Hülkenberg soll mit einem kleinen technischen Problem zu kämpfen gehabt haben.
Wie hoch dieser Einstand wirklich einzuschätzen ist, zeigt der ungläubige Blick der Konkurrenz. Bei Alpine zollt Pierre Gasly den Ingolstädtern aufrichtigen Respekt: "Mit einem komplett neuen Motor reinzukommen und direkt ein Auto im Q3 zu haben, obwohl Gabi am Ende gar nicht mehr fahren konnte, ist schon eine ziemlich beeindruckende Leistung."
Auch Franco Colapinto, der sich nach den Testfahrten in Bahrain eigentlich selbst Hoffnungen auf die Top 10 gemacht hatte, zeigt sich fast schon desillusioniert angesichts der neuen Hackordnung. Er gibt offen zu: "Konkurrenten wie die Racing Bulls oder Audi präsentieren sich unheimlich stark - wir hatten absolut nicht auf dem Zettel, dass die so weit vorne mitmischen."
Bortoleto sieht bereits "rosige Zukunft”
Bortoleto selbst gibt sich nach der Session extrem fokussiert. Während im Fahrerlager eifrig gerätselt wird, ob Audi überperformt oder andere schlichtweg schwächeln, blickt der Brasilianer stur auf die eigene Box. "Wir sind das einzige Team mit unserem Antrieb. Die einzigen Daten, die wir von den gesamten Tests haben, sind von unserem eigenen Auto", betont der Brasilianer den extrem steilen Lernprozess ohne Kundenteam-Referenzen.
Sich aus dem Stand mit etablierten Hersteller-Giganten wie Ferrari, Mercedes oder dem Red-Bull-Antrieb zu messen, sei alles andere als ein leichter Job. Bortoleto bleibt deshalb hungrig: "Wenn wir schon so anfangen, obwohl noch so viele Dinge offensichtlich verbessert werden müssen, sehe ich eine sehr rosige Zukunft für dieses Team."
Die Ansage sitzt. Wenn Audi die erste Euphorie mitnimmt und die angesprochenen Zuverlässigkeits-Kinderkrankheiten zügig in den Griff bekommt, könnte das Projekt Werksteam deutlich schneller unangenehm für das F1-Establishment werden, als es viele vor diesem Wochenende erwartet hatten - gerade im 2026er Mittelfeld.
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