Aufbruchstimmung bei Cadillac: "Zum ersten Mal überhaupt keine Probleme!"
Der Rückstand ist weiterhin groß, doch Cadillac hat Grund zur Freude: Valtteri Bottas und Sergio Perez hatten im Training "zum ersten Mal überhaupt keine Probleme"
Cadillac-Pilot Sergio Perez beim Großen Preis von Japan 2026
Foto: Sutton Images
Zwar lassen die Ergebnisse von Valtteri Bottas und Sergio Perez auf den ersten Blick keinen erfolgreichen Freitag erkennen, doch für Cadillac gibt es in Japan einen kleinen Lichtblick: Denn zum ersten Mal erlebte das Team eine problemlose Session!
"Heute gab es auf meiner Seite der Box zum ersten Mal an einem Rennwochenende überhaupt keine Probleme", bestätigt ein sichtlich zufriedener Bottas. Und auch bei Teamkollege Perez verlief der erste Tag beim Großen Preis von Japan in Suzuka (alle Sessions im Formel-1-Liveticker) mit einigen Ausnahmen ohne größere Schwierigkeiten.
"Es scheint, als hätten wir den Abstand zu fast allen Autos vor uns etwas verringert. Der Abstand ist etwas kleiner als zuvor", ergänzt der Finne, der seinen Rückstand auf die Bestzeit von McLaren-Pilot Oscar Piastri im zweiten Training auf rund 2,5 Sekunden reduzieren konnte, nachdem er am Morgen noch 2,8 Sekunden zurück lag.
Dabei profitierte der Cadillac-Pilot von einem reibungslos funktionierenden Fahrzeug. "Wir konnten uns voll und ganz auf die Performance und das Set-up konzentrieren und mussten uns nicht mit Fehlerbehebungen herumschlagen", sagt Bottas und gibt zu: "Das war gut."
Sergio Perez will "den Abstand jetzt verringern"
"Ich denke, wir liegen momentan im Plan", ergänzt Perez, der insgesamt deutlich langsamer war als sein Teamkollege. "Es ist noch früh in der Saison, daher bin ich zufrieden mit unserem aktuellen Stand. Gleichzeitig haben wir uns aber vom ersten zum zweiten Rennen deutlich verbessert."
"Ich möchte, dass es so weitergeht", formuliert der Mexikaner eine klare Erwartung an sein Team. "Wir alle wollen massive Fortschritte sehen und den Abstand jetzt verringern." Das sei jedoch kein leichtes Unterfangen, weil die Konkurrenz bereits etabliert ist, während Cadillac als kompletter Neuling antritt.
"Wir müssen jetzt wirklich unser Bestes geben, und jetzt müssen wir alle beweisen, dass wir das als Team schaffen können", so Perez, der "großes Potenzial" sieht, wenn Cadillac die Wochenenden optimal nutzt. Der problemlose Freitag sei ein erster Schritt gewesen.
Ganz anders noch die Situation in China vor zwei Wochen: "Wir hatten dort viele Probleme, und ich denke, wenn wir unsere Wochenenden in Zukunft besser nutzen können, werden wir sehr gut dastehen", meint Perez, der laut Cadillac-Berater Mario Andretti bislang noch "ein kleines bisschen eingerostet" war.
Valtteri Bottas: Neues Cadillac-Update funktioniert
Auch Bottas zeigt sich überzeugt: "Ich denke, sowohl in der Rundenzeit als auch im Renntempo liegen wir noch etwas hinter Williams, scheinen aber vor Aston Martin zu liegen", lautet sein Fazit am Freitag. Als eines der wenigen Teams brachte Cadillac ein Update nach Japan, nämlich einen optimierten Diffusor.
"Ich habe das Gefühl, wir haben etwas an Abtrieb und Stabilität gewonnen", resümiert Bottas. "Wir haben zwar immer noch einiges hinter den Top-Teams, aber zumindest gehen wir in die richtige Richtung. Jetzt wissen wir wieder, worauf wir uns konzentrieren müssen."
"Mit den neuen Teilen funktioniert alles so, wie ich es erwartet habe." Das Fahren in Suzuka habe sich durch das neue Energiemanagement kaum verändert. "Für mich ist es sehr ähnlich wie früher. Ich sehe keinen großen Unterschied", sagt der Finne.
"Das stärkste Gefühl hatte ich beim Clipping auf der Gegengeraden nach der 130R, aber abgesehen davon ist das Fahrgefühl immer noch super und macht Spaß." Die FIA hat für das Qualifying eine Anpassung vorgenommen, um das "Super-Clipping" zu reduzieren.
Symonds verrät, was Cadillac noch verbessern kann
Cadillac-Berater Pat Symonds spricht von einem "recht ermutigenden" Training am Freitag. "Ich habe das Gefühl, dass wir uns jede Woche und mit jedem Training verbessern, und wir verstehen das Auto immer besser", erklärt der Brite. "Beide Fahrer sind mit der Balance recht zufrieden."
"Natürlich brauchen wir etwas mehr Grip, um die Rundenzeiten zu verbessern. Aber abgesehen von der Kollision im ersten Freien Training, die uns im zweiten Training etwas zurückgeworfen hat, war es ein recht reibungsloser und wirklich guter Tag."

Alexander Albon ist im ersten Freien Traing zum Japan-GP mit Sergio Perez kollidiert
Foto: LAT Images
Zum neuen Diffusor ergänzt Symonds, dass dieser den Abtrieb an der Hinterachse verbessern und vor allem konstanter machen soll. "Wir haben noch nicht alles vollständig analysiert, aber die Fahrer scheinen der Meinung zu sein, dass das Auto recht gut ausbalanciert ist", verrät der erfahrene Formel-1-Ingenieur.
Die Balance zwischen hohen und niedrigen Geschwindigkeiten sowie zwischen niedrigem und hohem Kraftstoffstand sei insgesamt sehr gelungen. "Das ist ein sehr positiver Aspekt für die Zukunft", betont der Brite. "Wenn wir jetzt noch etwas mehr Abtrieb auf das Auto bringen können, denke ich, dass wir uns etwas mehr ins Mittelfeld vorarbeiten können."
Dabei handle es sich jedoch um "inkrementelle Verbesserungen", also um kleine, punktuelle Fortschritte. "Man erhöht den Abtrieb nicht einfach so auf dem Auto, sondern gezielt an den richtigen Stellen", erklärt Symonds. "Und ich denke, wir beginnen zu verstehen oder verstehen bereits, wo wir das tun müssen."
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