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Auto "fast unfahrbar": Warum Williams im Rennen meistens chancenlos ist

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Auto "fast unfahrbar": Warum Williams im Rennen meistens chancenlos ist
Autor:
Co-Autor: Alex Kalinauckas

Bei Williams ist man mit der Entwicklung 2020 grundsätzlich zufrieden - Im Rennen macht der FW43 George Russell und Nicholas Latifi allerdings große Probleme

Im Qualifying hat Williams im Vergleich zur Saison 2019 einen gewaltigen Fortschritt gemacht. Belegte man dort regelmäßig die beiden letzten Plätze, hat George Russell in Spa am vergangenen Wochenende im siebten Saisonrennen 2020 bereits zum fünften Mal den Einzug in Q2 geschafft. Im Rennen lief allerdings anschließend nichts mehr zusammen.

Davon abgesehen, dass Russell bei einem Crash in der neunten Runde unverschuldet ausschied, klagt der Brite wieder einmal über die schlechte Fahrbarkeit des FW43 zu Rennbeginn - und das nicht zum ersten Mal in diesem Jahr. "Ich hatte einen guten Start und konnte Sebastian [Vettel] vor Kurve 5 überholen", berichtet Russell.

"Aber dann verlor ich [beim Versuch, Kwjat zu überholen] das Auto. Ich hatte echte Probleme. Ich wäre fast schon in den Runden vor dem Start gecrasht. In Kurve 12 fuhr ich einmal übers Gras. Das Auto hat sich leider sehr schlecht angefühlt", erklärt der 22-Jährige, der trotz einiger starker Leistungen weiter auf seine ersten Punkte in der Formel 1 warten muss.

Latifi: "Von der ersten bis zur letzten Runde Probleme"

Am Sonntag habe er das Auto beim Pushen immer wieder verloren und sei deswegen nach seinem guten Start schnell zurückgefallen. "Ich konnte Kurve 15 nicht voll fahren. Normalerweise ist das kein Problem", erklärt er. Kein Einzelfall in dieser Saison. Der FW43 sei einfach zu Rennbeginn sehr schlecht und "fast unfahrbar", berichtet Russell.

Umso mehr ärgert er sich über sein Aus in Runde 9, als er nach einem Unfall von Antonio Giovinazzi von Trümmerteilen getroffen wurde, denn: "Ich hätte gar nicht erst in dieser Position sein sollen. Ich bin vor ihm gestartet und hatte einen guten Start, eine gute erste Kurve", erinnert Russell. Er sei einfach "zur falschen Zeit am falschen Ort" gewesen.

Auffällig: Rookie-Teamkollege Nicholas Latifi berichtet von ganz ähnlichen Problemen zu Rennbeginn - und geht sogar noch einen Schritt weiter. "Ich hatte im Prinzip von der ersten bis zur letzten Runde Probleme", erklärt er. Für ihn sei es ein "sehr kniffliges" Rennen gewesen, weil die Balance an seinem Boliden in den gesamten 44 Runden nicht gepasst habe.

Das Handling sei "asymmetrisch" gewesen, also in Links- anders als Rechtskurven. Latifi verrät, er habe "tonnenweise Übersteuern in den Rechts- und etwas Untersteuern in Linkskurven" gehabt. Das sei "besonders in den ersten Runden" eine "echte Herausforderung" gewesen. In dieser Art sei das Problem vorher noch nie aufgetreten.

Von der Pace her eigentlich schneller als Haas?

"Das war definitiv neu", stellt Latifi klar. Zwar sei das Phänomen bekannt, allerdings habe es in der Vergangenheit immer mit dem Reifenabbau zu tun gehabt. "Ein gutes Beispiel ist Silverstone. Da beansprucht man den linken Vorderreifen immer sehr stark. Deswegen wird man in Rechtskurven immer mehr Untersteuern haben", so Latifi. In Spa sei es aber anders gewesen.

Dort habe das Problem bereits ab der ersten Runde bestanden. Das müsse man sich jetzt anschauen. "Vielleicht ist irgendetwas kaputtgegangen. Vielleicht finden sie auch nichts, aber es fühlte sich definitiv sehr seltsam und nicht richtig an", stellt er klar. Ärgerlich, denn auch er glaubt, dass die Pace am vergangenen Sonntag grundsätzlich da gewesen wäre.

"Ich denke, dass wir in den ersten Runden schneller als der Haas [von Magnussen] waren. Ich habe versucht, ihn zu überholen, aber ich verschätzte mich beim Bremspunkt. Danach war ich dann einfach langsamer als er und fiel zurück", berichtet Latifi. Zumindest sein letzter Stint habe dann "Spaß" gemacht, weil er noch einen zusätzlichen Boxenstopp einlegte.

Man habe sowieso nichts zu verlieren gehabt, und weil die Reifen in einem sehr schlechten Zustand waren, kam Latifi in Runde 30 noch ein zweites Mal zum Service, um noch einmal auf Medium-Reifen zu wechseln. "Es hat ziemlichen Spaß gemacht, bis zum Ende mit Vollgas zu pushen", berichtet er. Insgesamt sei es wegen der Probleme aber "etwas enttäuschend" gewesen.

Robson betont "ständige Verbesserung"

Latifi beendete das Rennen auf dem 16. und damit effektiv vorletzten Platz. "Aber wir waren natürlich auch nicht so weit von Romain [Grosjean] und den zwei Ferraris weg", hebt er einen positiven Aspekt heraus. Und tatsächlich sind die aktuellen Williams-Schwierigkeiten geradezu Luxusprobleme, wenn man die Situation mit jener vor zwölf Monaten vergleicht.

Zwar hat Williams in diesem Jahr noch keine WM-Punkte geholt, doch zumindest ist man 2020 wieder in der Lage, im Qualifying - und teilweise im Rennen - mit anderen Autos zu kämpfen. Dave Robson blickt auf die ersten sieben Saisonrennen zurück und berichtet: "Beim ersten Rennen in Österreich hatten wir einige Probleme, die wir ehrlich gesagt nicht erwartet hatten."

"Aber beim zweiten Rennen eine Woche später hatten wir die alle schon gelöst, was gut ist", so der Chef der Fahrzeug-Performance. In Spielberg habe man ein Problem mit der Kühlung gehabt, weshalb man Kompromisse bei der Aerodynamik musste. Das habe sich bereits bei den Wintertests abgezeichnet, doch eigentlich dachte man, das Problem behoben zu haben.

Dann allerdings kam der Lockdown, und man hatte keine Möglichkeit mehr, weitere Tests durchzuführen. Ohnehin habe man das Problem aber bereits beim zweiten Rennen eine Woche später beheben können. Anschließend hat es laut Robson bis zum ersten Rennen in Silverstone eine "ständige Verbesserung" des FW43 gegeben.

Rosige Zukunft dank neuer Besitzer?

"Ich glaube, da haben wir ein Plateau erreicht. Beim zweiten Rennen in Silverstone war das Auto unverändert. Ein paar andere brachten einen neuen Heckflügel, aber das ging bei uns nicht", berichtet Robson. Anschließend in Spanien habe man ebenfalls Probleme gehabt, doch in Spa habe Williams - zumindest im Qualifying - wieder zurück in die Spur gefunden.

Robson erklärt, dass man neue Teile mit nach Belgien gebracht habe. Zudem sei es nicht so heiß gewesen, und die Strecke habe auch insgesamt besser zum Auto gepasst als Barcelona. All das führte dazu, dass es für Williams wieder etwas besser lief. Spannend wird nun sein, wie sich der Verkauf des Teams auswirken wird, der neues Geld in die Teamkasse spülen sollte.

Hat man bei den neuen Besitzern bereits einen "Wunschzettel" hinterlegt? "Die Liste der Dinge, die wir gerne tun würden, ist vermutlich ziemlich lang", schmunzelt Robson. Allerdings sei es noch "etwas zu früh", um eine genaue Liste aufzustellen. In absehbarer Zeit soll sich aber klären, in welche Bereiche des Teams die neuen Besitzer investieren sollen.

Personell ändert sich zunächst einmal nichts. Robson erklärt, dass Claire Williams in Spa nach wie vor die Verantwortung getragen habe. An dieser Front gibt es zunächst einmal keine Änderung. Es bleibt also abzuwarten, wie die Zukunft des Traditionsrennstalls aussehen wird - sportlich und auch abseits der Rennstrecke.

Weitere Co-Autoren: Erwin Jaeggi. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Fahrer George Russell
Teams ROKiT Williams Racing
Urheber Ruben Zimmermann