Bangen nach Unfall: Verstappen nach Kollision mit Hamilton out!

Max Verstappen ist nach einer Kollision mit Lewis Hamilton in der Hochgeschwindigkeitskurve Copse beim britischen Grand Prix 2021 ausgeschieden

Bangen nach Unfall: Verstappen nach Kollision mit Hamilton out!

Max Verstappen ist nach einer Kollision mit Lewis Hamilton beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone ausgeschieden. Die beiden WM-Rivalen lieferten sich in der ersten Runde ein spektakuläres und hartes Duell, das in der Hochgeschwindigkeitskurve Copse mit einer Karambolage endete.

Hamilton konnte das Rennen, das zunächst per Safety-Car-Phase neutralisiert wurde, fortsetzen. Verstappen schied aus, konnte aber trotz des harten Einschlags aus eigener Kraft aus dem Cockpit aussteigen.

Allerdings wirkte er dabei angeschlagen. Bei der Untersuchung im Medical-Center konnten zunächst keine schweren Verletzungen festgestellt werden. Etwas später stellte sich bei ihm aber Unwohlsein, Schwindel und Übelkeit ein, weswegen Verstappen sicherheitshalber in ein Krankenhaus gebracht wurde.

"Er fühlte sich ein bisschen benommen und wird jetzt ins Krankenhaus zu einer CT-Untersuchung gehen", bestätigt Vater Jos Verstappen. "Ansonsten war er bei klarem Verstand. Er hatte auch ein bisschen Schmerzen in der Schulter und hatte überall ein paar Schmerzen, also ja, scheiße ..."

Der Grand Prix von Großbritannien wurde kurz nach dem Unfall vorerst mittels roter Flagge unterbrochen und erst nach mehr als einer halben Stunde wieder aufgenommen.

Hamilton hatte schon am Start fast eine erfolgreiche Attacke gegen Verstappen geritten. In den folgenden Kurven ließ er nicht locker, und unter dem frenetischen Jubel der 140.000 Fans lieferten sich die beiden Ausnahmekönner ein atemberaubendes Duell.

Bei der Anfahrt zu Copse zog Verstappen zunächst nach innen, um seine Position zu verteidigen. Hamilton entschloss sich aber spät dazu, noch weiter innen einen Überholversuch zu starten, und berührte dabei das rechte Hinterrad des Red Bull.

Am Boxenfunk meldete Hamilton: "Ich war vorne, Mann. Komplett neben ihm. Es war meine Linie. Er hat in mich reingelenkt. Ich habe ihm Platz gelassen. Es war ein harter Schlag links vorne. Schaut euch das an." Etwas später erkundigte er sich: "Ist Max okay?" Helmut Marko gab zu dem Zeitpunkt Entwarnung: "Die erste Meldung war, dass nichts Gravierendes passiert ist."

Verstappen wurde zur Untersuchung ins Medical Center gebracht. Gleichzeitig setzte sich sein Teamchef Christian Horner mit Rennleiter Michael Masi in Verbindung: "Jeder, der je auf dieser Strecke gefahren ist, weiß, dass du in Copse nicht innen dein Rad reinstecken kannst. Das war ein Riesenunfall, und es war zu 100 Prozent Max' Kurve."

"Was mich betrifft, ist die Sache klar: Die Schuld liegt einzig und allein bei Hamilton, der niemals dort hätte sein sollen. Das hätte einen massiven Unfall geben können. Zum Glück ist er dabei unverletzt geblieben. Ich hoffe, dass ihr das richtig einordnen werdet", so Horner.

Auch Papa Jos sieht Hamilton in der Schuld, weil er mit seinem Vorderrad Verstappens Hinterrad berührte. "Dann weiß man, dass man im Unrecht ist. Und wenn man dafür nur eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe bekommt, finde ich das lächerlich", so der Niederländer. "Besonders in so einer Kurve ist das einfach nicht richtig."

Die FIA-Rennkommissare teilen diese Einschätzung offenbar. Hamilton wurde kurz nach dem Neustart des Rennens mit einer Zehn-Sekunden-Zeitstrafe belegt.

In einem ersten Interview teilte Horner später mit, dass Verstappen mit 51g in die Barrieren eingeschlagen hat. "Ich bin erleichtert, ihn so zu sehen. Er ist aus eigener Kraft hineingegangen, und er ist jetzt für einen halbstündigen Check im Medical-Center. So weit, so gut. Zum Glück", so der Red-Bull-Teamchef.

"Für mich ist das ganz klar. Lewis hat in einer der schnellsten Kurven dieser WM ein Rad innen reingesteckt. Er fährt seit vielen Jahren auf dieser Strecke. Jeder, der hier fährt, weiß, dass das hier nicht geht. Das Ergebnis ist zum Glück nicht, dass sich unser Fahrer ernsthaft verletzt hat."

Wenig später meldete sich auch noch Teammanager Jonathan Wheatley bei Masi. Er sagte: "Diese Kurve dort, Michael, das ist kein Ort, um ein Rad neben ein Auto reinzustecken." Masi antwortete: "Ich verstehe, Jonathan. Deswegen untersuchen die Kommissare den Zwischenfall. Dafür sind sie ja da."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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