Barcelona: McLaren unschlüssig, wie gut die Updates anschlagen

Wie die McLaren-Fahrer die Formel-1-Updates am MCL35M in Barcelona bewerten und wie Daniel Ricciardo zu seiner Trainingsleistung steht

Barcelona: McLaren unschlüssig, wie gut die Updates anschlagen

Einiges ist neu am McLaren-Mercedes MCL35M in Barcelona. Der Unterboden zum Beispiel, aber auch der Frontflügel. Doch wie gut die Neuerungen wirklich sind, das habe sich im Freitagstraining zum Spanien-Grand-Prix 2021 (hier im kostenlosen Formel-1-Liveticker verfolgen!) nur bedingt gezeigt, sagt Lando Norris. Es sei "noch zu früh" für ein abschließendes Urteil.

Der britische McLaren-Fahrer jedenfalls klingt nicht restlos begeistert, wenn er von den Updates spricht. Seine Einschätzung dazu: "Manches hat sich gut angefühlt. Ich glaube aber nicht, dass wir schon das Letzte daraus herausholen. Da müssen wir erst einmal in die Daten schauen und erkennen, was gut ist und was vielleicht nicht so gut ist."

Es brauche "insgesamt noch ein besseres Verständnis" dessen, was das Team in Spanien neu ans Auto geschraubt habe. Norris selbst verweist daher auf ein "gemischtes Fazit" zum Trainingsauftakt in Barcelona und meint: "Am Vormittag fühlte sich das Auto gut an, aber mit mehr Temperatur am Nachmittag hatten wir mehr Probleme."

Die Zahlen des Tages für McLaren

Dieser Eindruck wird von den Zahlen zum Formel-1-Freitag bestätigt: Im ersten Freien Training fuhr Norris auf Platz vier, mit 0,492 Sekunden Rückstand auf die Mercedes-Bestzeit. Im zweiten Freien Training aber fuhr er knapp ein Zehntel langsamer und verlor noch mehr den Anschluss. Ergebnis: nur P12, fast eine Sekunde hinter der Spitze.

Alles in allem sei es "kein schlechter Tag" für McLaren gewesen, sagt Norris. "Mit viel Sprit sah es im ersten Training nicht so schlecht aus, aber mit wenig Sprit haben wir noch Arbeit vor uns." Da habe ihm schlicht das Vertrauen ins Auto gefehlt.

Auch Ricciardo sucht noch Antworten

Letzteres dürfte Norris' McLaren-Teamkollege Daniel Ricciardo bekannt vorkommen. Auch der Australier hadert nach dem Trainingsauftakt mit sich und dem Fahrzeug, will es aber nicht auf die Updates schieben: "Ich glaube nicht, dass es am Aeropaket lag."

Nur: Eine klare Antwort auf sein Abschneiden hat Ricciardo auch nicht. Am Vormittag fehlten ihm 1,2 Sekunden auf die Bestzeit, was P14 ergab. Am Nachmittag fehlte noch eine Sekunde, mit ihm auf Platz 15. Immerhin: Der Abstand auf Norris schrumpfte deutlich, doch das scheint für Ricciardo nur ein schwacher Trost zu sein.

"Ich hatte einfach Schwierigkeiten am Vormittag und kriege erst allmählich das Vertrauen ins Auto", erklärt Ricciardo. Dadurch handle er sich früh am Wochenende einen Erfahrungsrückstand ein. "Außerdem habe ich mit dem Auto gekämpft, weil ich hinten nicht so viel Grip spürte. Dann kannst du auch nicht pushen."

Im zweiten Training habe sein Team das Defizit am Heck aber erfolgreich abgestellt, meint Ricciardo weiter. "Dann war das Auto besser und wir haben Fortschritte gemacht. Doch ein Schritt reicht nicht aus, es braucht einen weiteren. Denn auf dem Papier sieht es nicht so toll aus."

"Es fehlt eine Sekunde auf P1, so eng geht es zu. Deshalb müssen wir noch ein paar Zehntel finden, sonst landen wir morgen ebenso weit hinten."

Was sich Ricciardo vom MCL35M wünscht

Ergänzend dazu wünscht sich Ricciardo eine bessere Rückmeldung durch das Fahrzeug, "dass ich die Kurven auch attackieren kann", so sagt er. "Da musst du dem Auto vertrauen können, dass es passt. Mein Eindruck ist da aber ein anderer. Und das wiederum nimmt mir etwas von dem Vertrauen weg, das ich bräuchte."

Allerdings sehe er sich in die richtige Richtung arbeiten: "Lando beschwert sich über die gleichen Dinge wie ich, ist aber mehr gewöhnt, was das Auto macht und kommt damit wohl auch besser klar."

Gleichwohl betont Norris, dass der MCL35M genauso neu für ihn sei wie auch für Ricciardo. "Es ist das vierte Rennen des Jahres, auf der vierten Strecke", erklärt er. "Da ist man immer noch damit beschäftigt, unterschiedliche Charakteristiken zu entdecken. Solche Sachen. Und trotzdem muss man es am Samstag auf den Punkt bringen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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