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Bearman-Unfall in Japan: Coulthard zieht gruseligen Vergleich zu Alonso

Nach dem schweren Unfall von Haas-Pilot Oliver Bearman spricht David Coulthard über die größte Gefahr im Cockpit - Er erlebte etwas Ähnliches mit Fernando Alonso

Bearman-Unfall in Japan: Coulthard zieht gruseligen Vergleich zu Alonso

Oliver Bearman hatte beim Großen Preis von Japan einen heftigen Unfall

Foto: Getty Getty

Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard hat sich nach dem heftigen 50-g-Unfall von Oliver Bearman beim Großen Preis von Japan über die Realität der Geschwindigkeitsunterschiede in der Königsklasse geäußert.

Bearman entging nur knapp einem Auffahrunfall mit dem Alpine von Franco Colapinto, der zu diesem Zeitpunkt Energie zurückgewann, bevor der Haas-Pilot in die Streckenbegrenzung einschlug. Obwohl er sichtlich mitgenommen vom Wrack weghinkte, gaben die medizinischen Teams vor Ort später Entwarnung.

In der neuesten Folge des Podcasts Up To Speed reflektierte Coulthard über den Crash und zog Parallelen zu einem eigenen Schreckmoment mit Fernando Alonso Ende der 1990er-Jahre.

Coulthard blickt in die Geschichte

"Als ehemaliger Rennfahrer kann ich diese Geschwindigkeitsunterschiede förmlich spüren", erklärt Coulthard. "Ich hatte damals am Nürburgring in Deutschland, es war wohl 1998 oder 1999, fast einen Zwischenfall mit Fernando Alonso. Er ging 20 Meter früher vom Gas als in der Runde zuvor, und ich wäre ihm fast hinten draufgefahren." (Anm.: Er meint wohl 2003)

David Coulthard am Mikrofon bei Channel 4

David Coulthard spricht über den Crash von Oliver Bearman

Foto: circuitpics.de

"Ich konnte ihm schließlich ausweichen, landete aber im Kiesbett und war raus aus dem Grand Prix. Ich erinnere mich noch, wie ich danach völlig entnervt zu den Kommissaren ging, weil das ein Flugzeugabsturz hätte werden können."

"Das Beängstigendste für einen Rennfahrer"

Laut Coulthard sind diese Situationen das größte Risiko im Cockpit: "Geschwindigkeitsunterschiede sind für einen Rennfahrer das Beängstigendste. Wir haben das schon ein paar Mal bei Regenrennen gesehen, wenn der Fahrer das Auto davor nicht sehen kann. Beispielsweise Schumacher bei mir in Spa damals oder ich erinnere mich an Ayrton Senna in Australien, als er noch bei McLaren war."

"Bearman hatte also großes Glück, dass er das Heck von Colapinto nicht getroffen hat. Beim Aufprall in die Barriere wurden 50 g registriert. Ich habe kurz recherchiert, was das für die Öffentlichkeit in realen Zahlen bedeutet, und bin auf einen Test aus den späten 50er-Jahren gestoßen."

"Man versuchte damals wohl für die Luft- oder Raumfahrt zu verstehen, wie viel ein Mensch aushalten kann. Es gab einen Test, bei dem ein Mensch eine Verzögerung von etwa 80 g überlebte. Darüber hinaus wurden keine Tests mehr gemacht."

Der Vergleich zum Kenny-Bräck-Unfall

Coulthard erinnert zudem an einen extremen Fall aus der Motorsport-Geschichte: "Ich habe über Kenny Bräck gelesen - ein schwedischer Fahrer, gegen den ich zu Beginn meiner Karriere gefahren bin. Er ging nach Amerika und hatte dort einen Unfall, bei dem 200 g gemessen wurden. Seine Karriere war danach zwar beendet, er hatte multiple Frakturen, aber er hat überlebt."

"Der Punkt ist wohl: Es hängt alles davon ab, wie diese G-Spitze aufgenommen wird und ob sich das Auto weiterbewegt oder nicht. Bei Ollie war es ein plötzlicher Stopp. Man konnte sehen, wie er mit den Beinen zusammenschlug und aus dem Auto humpelte. Zum Glück gab es keine Verletzungen, aber das muss ein großes Thema sein."

Während der unerwarteten April-Pause trifft sich der Automobil-Weltverband FIA aktuell, um über mögliche Anpassungen am neuen Reglement zu beraten.

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