Beide Alpine-Fahrer auf Softreifen: Chefstratege erhielt böse Blicke

Die Strategen bei Alpine setzten beide Fahrer für den Sprint auf weiche Reifen, das eigene Team reagierte einigermaßen geschockt

Beide Alpine-Fahrer auf Softreifen: Chefstratege erhielt böse Blicke

Das Alpine-Team ging beim Formel-1-Sprint in Silverstone aufs Ganze. Als einziger Rennstall entschieden sich die Franzosen dafür, beide Fahrer mit den weichen Reifen auf die 17-Runden-Hatz zu schicken. Doch in dem Moment, als das Geheimnis gelüftet wurde, waren selbst die eigenen Teammitglieder einigermaßen geschockt. Das verrät Exekutivdirektor Marcin Budkowski.

Das Team habe selbst darauf spekuliert, dass es mehr Gleichgesinnte geben würde. "Es gibt diesen einen Moment, in dem alle Teams in der Startaufstellung die Heizdecken von den Reifen nehmen. Wir haben an der Boxenmauer gesessen und alle Reifen gesehen", sagt Budkowski.

Da habe das Team realisiert, dass die eigenen Fahrer Fernando Alonso und Esteban Ocon die einzigen waren neben Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas, die rote Reifen aufgezogen hatten. Der Rest hielt es offenbar für zu riskant, die weichen Pneus über 100 Kilometer zu nutzen. Bereits im Vorfeld hatte es unter den Teams unterschiedliche Meinungen darüber gegeben, welche Strategie denn die beste sei.

Böse Blicke für Alpine-Chefstrategen

"Schlussendlich war es eine Teamentscheidung, aber die Strategen waren ziemlich hartnäckig, dass es die richtige Entscheidung sei", erklärt Budkowski den Entscheidungsprozess, der zu den Softs führte. Als nun deutlich wurde, dass fast alle anderen Teams eine andere Idee hatten, gab es Zweifel und einige böse Blicke.

"Sechs Leute von uns sitzen an der Boxenmauer, und fünf von uns schauten auf Matthieu [Dubois], unseren Chefstrategen. Er schaute uns nur an, als wollte er sagen: 'Okay, entweder liegen wir richtig oder es geht spektakulär schief. Wir werden es herausfinden'", schildert Budkowski.

Doch die Strategieabteilung durfte sich bestätigt fühlen. Alonso legte mit den Softs einen fulminanten Start hin und verbesserte sich von Startplatz elf in einer Runde auf Rang fünf.

Budkowski adelt "Fuchs" Alonso

Zwar musste der Spanier die beiden McLaren im Verlaufe des Sprints noch ziehen lassen, doch Rang sieben bedeutete immer noch ein starkes Ergebnis und eine tolle Ausgangslage für das Rennen am Sonntag. Für Ocon ging es von Platz 13 ebenfalls deutlich nach vorne, der Franzose kam als Zehnter ins Ziel. "Sie hatten völlig recht, Hut ab", freut sich Budkowski für seine Strategen.

Vor allem von Alonsos Start war der Pole begeistert. "Ich war 2005 und 2006 nicht hier, damals war ich bei Ferrari. Aber mir haben schon einige gesagt, dass man diese Starts von Alonso gewohnt war", sagt er.

Alonso sei im Rennen ein "Fuchs", und verstehe es, jede Möglichkeit zu nutzen. "Wir wissen, dass seine Fähigkeiten im Rennen außergewöhnlich sind", so Budkowski: "Wir haben es in Baku gesehen, wenn er Blut riecht, sticht er in jede vorhandene Lücke und sucht jede mögliche Gelegenheit."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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