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Beim Start verzockt: Mittelfeld zieht Audi in der Weltmeisterschaft davon

Nico Hülkenberg wartet weiter auf seine ersten WM-Punkte in der Formel-1-Saison 2026 - In Kanada verliert Audi gute Chancen auf die Top 10 direkt beim Start

Beim Start verzockt: Mittelfeld zieht Audi in der Weltmeisterschaft davon

Die Intermediates waren beim Start in Montreal die falsche Wahl

Foto: LAT Images

Die Durststrecke geht weiter. Auch am Kanada-Wochenende der Formel 1 sammelte Audi wieder keine WM-Punkte. Die letzten Zähler durch Gabriel Bortoleto beim Saisonauftakt in Melbourne (8. März) liegen inzwischen zweieinhalb Monate zurück. Seitdem gab es vier Nullnummern in Folge.

Besonders bitter: In Montreal war die Chance auf Punkte durchaus da, weil gleich mehrere Favoriten strauchelten. George Russell schied mit einem Motorschaden aus, Weltmeister Lando Norris sah die Zielflagge ebenfalls nicht, und auch McLaren-Teamkollege Oscar Piastri verpasste die Punkte nach einem Crash mit Alexander Albon.

Allerdings gab Audi sein eigentlich gutes Blatt am Sonntag gleich beim Start aus der Hand. "Insgesamt wurde das Rennen stark von den Wetterbedingungen und den Reifenentscheidungen zu Beginn beeinflusst", erklärt Renndirektor Allan McNish.

Audi gehörte dabei zu den Teams, die sich beim Start gegen Slicks und für Intermediates entschieden - was rückblickend ein Fehler war. "Es war eine enge Entscheidung zwischen den verschiedenen Mischungen", betont McNish und gesteht, dass es "aufgrund des verspäteten Starts letztlich nicht die ideale Strategie" gewesen sei.

"Von diesem Zeitpunkt an war es klar, dass es schwierig werden würde, die Position wieder aufzuholen", so der Renndirektor. Denn nachdem Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto von P11 und P13 ins Rennen gegangen waren, lagen sie nach dem notwendigen Wechsel auf Slicks nur noch auf P17 und P19.

Hülkenberg verteidigt Reifenwahl

"Angesichts dessen, was wir damals wussten, war es ein Risiko, das es wert war, eingegangen zu werden", verteidigt Hülkenberg die Strategie zwar, "aber letztendlich verlief die Anfangsphase nicht wirklich zu unseren Gunsten, und das brachte uns schon recht früh in Rückstand."

Gleichzeitig gesteht der Deutsche jedoch: "Auch danach fehlte uns noch das nötige Tempo, um uns so zu erholen, wie wir es uns gewünscht hätten. Die anderen Teams um uns herum konnten schneller vorankommen, daher gibt es auch in dieser Hinsicht definitiv Dinge, die wir verstehen und verbessern müssen."

So startete beispielsweise auch Williams-Pilot Carlos Sainz auf den Intermediates. Der Spanier lag nach seinem Wechsel auf Slicks genau zwischen den beiden Audi-Piloten, schaffte es als Neunter am Ende aber anders als Hülkenberg und Bortoleto noch in die Punkte.

Erschwert wurde die Audi-Aufholjagd zudem durch selbstverschuldete Strafen. Hülkenberg bekam eine Fünf-Sekunden-Strafe, weil er zu schnell in der Boxengasse war, Bortoleto handelte sich später ebenfalls fünf Strafsekunden ein, weil er hinter dem VSC zu langsam war.

Auch ohne die beiden Zeitstrafen hätte es letztendlich aber nicht zu einem Top-10-Ergebnis gereicht. Im Ziel hatten beide Audi-Piloten zwei Runden Rückstand auf die Spitze. "Es ist natürlich etwas enttäuschend", gesteht Bortoleto.

Bortoleto: Punkte wären möglich gewesen

"Bei einem reibungslosen Wochenende und einem unkomplizierten Rennen hätten wir meiner Meinung nach Punkte holen können", so der Brasilianer, der mit dieser Einschätzung durchaus recht haben könnte. "Aber so ist das im Rennsport manchmal", zuckt er die Schultern.

Schmerzhaft ist das Ergebnis vor allem im Hinblick auf die Weltmeisterschaft, denn mit Alpine, Racing Bulls, Haas und Williams punkteten alle direkten Konkurrenten, die in der Konstrukteurs-WM vor Audi liegen - und jetzt langsam davonziehen.

Während Audi mit den zwei Bortoleto-Punkten aus Melbourne weiterhin WM-Neunter ist, hat selbst Krisenteam Williams inzwischen sieben Zähler auf dem Konto. Haas (19 Punkte), Racing Bulls (21) und vor allem Alpine (35) scheinen nach fünf Rennen bereits enteilt zu sein.

"Wir verlassen Montreal mit dem Gefühl, dass wir im Vergleich zu Miami einen Schritt nach vorne gemacht haben", betont McNish zwar. Allerdings muss sich das früher oder später auch wieder in der Ergebnisliste bemerkbar machen.

Ansonsten droht der WM-Zug im Mittelfeld endgültig ohne Audi abzufahren.

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