Bernie Ecclestone gegen Sprintrennen: Lasst die Formel-1-Geschichte in Ruhe!

Warum sich der frühere Formel-1-Boss Bernie Ecclestone entschiedenen gegen die Einführung von Sprintrennen im Grand-Prix-Sport positioniert

Bernie Ecclestone gegen Sprintrennen: Lasst die Formel-1-Geschichte in Ruhe!

Sprintrennen in der Formel 1? Damit kann der frühere Serienchef Bernie Ecclestone gar nichts anfangen. Er sagt der 'Press Association': "Ich bin da überhaupt nicht einverstanden." Denn für ihn stellt die Einführung eines zweiten Rennens bei einer Formel-1-Veranstaltung einen Bruch mit der Grand-Prix-Historie dar. "Und diese Historie verpufft, wenn man an solchen Dingen herumdoktert", meint Ecclestone.

Interessant an dieser Aussage ist: Ecclestone selbst hat während seiner langen Amtszeit als Formel-1-Geschäftsführer wiederholt kontroverse Ideen präsentiert. Einer dieser Ansätze war: die Aufteilung des Grand Prix in zwei Rennen.

Das zusätzliche Sprintqualifying, das nun in Ergänzung zu Qualifying und Grand Prix erprobt wird, verteufelt Ecclestone jedoch. Dieses Sprintrennen sei "nicht gut", so der 90-Jährige. Ihn stört offenbar vor allem, dass die Formel-1-Statistiken durcheinander geraten, weil nicht der Schnellste im Qualifying die Poleposition erhält, sondern der Sieger im Sprintrennen.

"Die Leute haben mal gesagt: Jemand hat 70 Polepositions erreicht. Das ist damit erledigt", meint Ecclestone. "Es gibt keine Poleposition mehr."

Ecclestone hält Sprintquali für "unnötige Verwirrung"

Er glaube aber ungeachtet dessen, dass das Sprintkonzept der Formel 1 "nicht funktioniert" und es bei drei Probeläufen in der Saison 2021 bleibe. "Es ist eine unnötige Verwirrung, für die es keinen Grund gibt", sagt Ecclestone. "Das Qualifying war schon immer ein interessanter Teil der Veranstaltung. Jetzt gibt es einfach ein weiteres Rennen."

Auch diese Bemerkungen überraschen. Schließlich war es Ecclestone, der schon vor Jahren eine Auslosung der Top 10 im Qualifying vorschlug. Er wollte einst auch doppelte Punkte für ausgewählte Rennen ausloben - und brachte doppelte Punkte beim Finalrennen 2014 in Abu Dhabi sogar ins Formel-1-Reglement. Es blieb allerdings bei diesem einen Grand Prix.

Andere Ecclestone-Ideen kamen erst gar nicht zur Umsetzung. Sein Medaillensystem etwa, mit dem er analog zu den Olympischen Spielen die Top 3 auszeichnen und den Fahrer mit den meisten Siegen zum Weltmeister krönen wollte.

Ecclestone hat aber auch konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um für mehr Action auf der Strecke zu sorgen: Er wollte Abkürzungen zum Überholen einbauen lassen oder Formel-1-Kurse im Rennen künstlich bewässern. Rennsiegern hätte er als Handicap auch gerne zusätzliche Boxenstopps auferlegt. Zu all dem ist es aber nie gekommen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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