"Besser als Freies Training": Fahrer freuen sich auf zweiten Formel-1-Sprint

Die Formel-1-Fahrer stehen dem Sprintformat nach dem ersten Test positiv gegenüber, sehen aber noch Verbesserungspotenzial

"Besser als Freies Training": Fahrer freuen sich auf zweiten Formel-1-Sprint

In dreieinhalb Wochen steht der zweite Formel-1-Sprint auf dem Programm. Nachdem Fahrer, Teams und Fans in Silverstone einen ersten Eindruck vom neuen Format bekommen konnten, geht es im italienischen Monza erneut in einem 100-Kilometer-Rennen um die beste Startposition für den Grand Prix. Die Premiere in Großbritannien hatte derweil für gemischte Gefühle gesorgt.

Viele Fahrer waren ein Fan davon, dass es an allen drei Tagen Action gab, anstatt den Freitag nur mit Training zuzubringen. "Das ist gut für die Leute", findet Fernando Alonso. "Ich hatte am Freitag eine Menge Spaß", meint auch McLarens Lando Norris. "Nach nur einem Training direkt in die Qualifikation zu gehen, ist schon ziemlich cool."

Der Brite kennt das schon aus den Juniorserien, wo es meistens wenig Trainingsmöglichkeiten gibt: In der Formel 2 etwa sind es 45 Minuten Training, dann am gleichen Tag 30 Minuten Qualifying - und dann folgen nur noch Rennen.

Was Norris daran auch gut findet: "Das ist auch ein Test. Nicht nur für uns Fahrern, sondern auch für die Ingenieure. Wir müssen alles schneller hinbekommen und haben nicht den ganzen Tag und die ganze Nacht, um alles zu perfektionieren."

Vettel: "War nicht schlecht"

Auch Sebastian Vettel - eigentlich ein großer Verfechter von Traditionen - hatte mit dem neuen Format Spaß: "Wir lieben Rennen. Das war zwar etwas seltsam, weil es mit Abstand das kürzeste Rennen in den vergangenen Jahren für mich war, aber es ist nicht schlecht", sagt der Deutsche. Lediglich über die Pole-Statistik würde er gerne noch einmal reden ...

Ansonsten könnte er sich vorstellen, das Format in Zukunft öfter zu sehen. "Ich bin sicher, dass die Leute es toll fanden. Ich schätze, das ist besser, als Freies Training zu schauen", so der Aston-Martin-Pilot.

"Als ich vergangenes Jahr die Rennen von zuhause aus gesehen habe, hat der Freitag überhaupt nichts bedeutet", stimmt ihm Alonso zu. "Die Longruns mögen zwar für die Teams und die Fahrer sehr wichtig sein, aber für die Leute sind sie es nicht", so der Spanier, der daher hofft, dass das Format bleibt.

Und auch George Russell ist ein Fan davon, an allen drei Tagen Action auf der Strecke zu haben - auch wenn er es seltsam fand, ein Rennen in den Top 10 zu beenden und nichts dafür zu bekommen, nur um am nächsten Tag ein weiteres Rennen zu fahren. "Das war etwas frustrierend."

Perez: Format "ergibt nicht viel Sinn"

Und trotz allen Lobes scheint mit dem Modell noch nicht alles perfekt zu sein: Für Sergio Perez ergibt das Format in der aktuellen Form "nicht viel Sinn". Vor allem das zweite Training am Samstagmorgen hält er für überflüssig.

Denn aufgrund der Parc-ferme-Regel, die schon ab dem Freitagsqualifying greift, waren die Teams in ihrer Arbeit ziemlich eingeschränkt. "Du kannst dich auf nichts vorbereiten. Du kannst dich nicht auf den Sprint vorbereiten und du kannst dich nicht groß auf das Rennen vorbereiten", so der Mexikaner. "Alle sparen Kilometer. Das können wir verbessern."

Eine andere Idee hätte Daniel Ricciardo aktuell aber nicht: "Vielleicht könnten wir eine Stunde lang eine Fahrerparade machen", sagt er. Das hätte für ihn denselben Effekt.

Doch damit stößt er auf das nächste Problem. Für Perez haben die Fahrer an diesem Wochenende zu viel gewartet. Erst 19 Uhr begann am Freitag das Qualifying, vorher gab es nur eine Stunde Training - ähnlich war es am Samstag. "Statt so lange zu warten, könnten wir doch zwei Trainings fahren und dann gleich das Qualifying", schlägt er vor. "Und dann direkt in den Sprint."

FT2 nicht anders als normales drittes Training?

Andere Fahrer sehen das Problem mit dem Training am Samstag nicht. "Für uns war es sehr nützlich", sagt Alonso - der aber ja vor dem Fernseher im vergangenen Jahr keinen großen Nutzen sah. Und auch Norris meint: "Ich sehe keinen Unterschied zu einem normalen dritten Freien Training."

"Vielleicht ist das dritte Training etwas aufregender, weil man die Pace von allen vor dem Qualifying sieht, sodass man die Dinge ein wenig selbst beurteilen kann", so der Brite. "Aber ja, ich weiß nicht, was man sonst tun könnte, denn das Einzige, worauf man sich vorbereitet, sind Longruns und die Rennpace, und das ist nie das Unterhaltsamste."

"Jeder mag die Ein-Runden-Shootouts im Qualifying, also ja, das ist das Einzige, was das dritte Training unterhaltsamer macht, aber die ersten beiden Trainings sind nie unterhaltsam, also sehe ich nicht, dass es anders ist als sonst."

Das heißt aber nicht, dass es nicht auch mit dem aktuellen Format etwas zu verbessern gibt. Die Formel 1 hatte die beiden Freitagssession vor der Saison schon um jeweils eine halbe Stunde eingekürzt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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