Binotto: "Unser Hauptziel für 2021 war nicht der dritte Platz"

Zwar hat sich Ferrari im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert, doch Teamchef Mattia Binotto betont, dass der Entwicklungsfokus von Anfang an auf 2022 lag

Binotto: "Unser Hauptziel für 2021 war nicht der dritte Platz"

Auch wenn Ferrari in dieser Formel-1-Saison im Kampf um Platz deutlich besser dasteht als vor einem Jahr, betont Teamchef Mattia Binotto, dass man bei der Entwicklung des Formel-1-Autos für 2022 "keine Kompromisse" gemacht habe.

"Wir haben das aktuelle Auto nie wirklich entwickelt. Wir haben zu Beginn der Saison ein paar Entwicklungen eingeführt und das war's", so der Ferrari-Teamchef.

Die Mannschaft aus Maranello kämpfte eine ganze Saison lang mit McLaren um Platz drei in der Konstrukteurswertung, konnte sich aber zuletzt deutlich von seinem britischen Rivalen absetzen, vor allem dank der Ergebnisse in den letzten drei Rennen.

Bei nur noch zwei ausstehenden Grands Prix liegt Ferrari 39,5 Punkte vor McLaren, nachdem das Team aus Woking in Mexiko, Brasilien und Katar nur vier Punkte holen konnte.

Doch trotz der Fortschritte von Ferrari, die im vergangenen Jahr mit weniger als der Hälfte der 2021 erzielten Punkte den sechsten Platz belegten, besteht Binotto darauf, dass der Fokus auf der Entwicklung des Autos für 2022 lag, um sich auf die Einführung des neuen Reglements vorzubereiten.

Selbst die neue Power-Unit, die Ferrari später in der Saison einführte, sei eine Entwicklung im Hinblick auf 2022 gewesen. "Also waren alle unsere Bemühungen von Beginn an auf das Auto für 2022 ausgerichtet. Da haben wir nie Kompromisse gemacht."

Kampf um P3 für Ferrari eher zweitrangig

"Es kam uns also nie in den Sinn, zu irgendeinem Zeitpunkt zu versuchen, 2022 zugunsten von 2021 zu benachteiligen." Auch nicht mit Blick auf den Kampf um Platz drei.

"Wir wussten schon zu Beginn der Saison, dass wir um den dritten Platz würden kämpfen können. Wir wussten, dass es sehr eng hätte werden können, aber unser Hauptziel für 2021 war nicht der dritte Platz. Wir wollten versuchen, uns als Team in allen Details zu verbessern, und der dritte Platz war einfach ein Ergebnis davon."

Wenn Ferrari also WM-Dritter wird, dann liegt das laut Binotto daran, "dass sich das Team, die Art und Weise, wie es an den verschiedenen Wochenenden arbeitet, seit dem Saisonstart stark verbessert hat, und nicht daran, dass sich das Auto selbst weiterentwickelt hat".

Charles Leclerc, Carlos Sainz

Charles Leclerc und Carlos Sainz konnten zuletzt stets stark punkten

Foto: Motorsport Images

Binotto ist der Meinung, dass mehrere Faktoren außerhalb der Auto- und Motorenentwicklung dazu beigetragen haben, dass Ferrari in dieser Saison besser performt. "Ich denke, das Rennteam hat seit Beginn der Saison große Fortschritte gemacht", sagt er.

"Es hat große Fortschritte gemacht in Bezug auf die Strategie, die Art und Weise, wie wir das Wochenende managen, die Kommunikation mit den Fahrern und das Verständnis für das, was wir tun. Auch das Reifenmanagement hat sich stark verbessert."

Binotto: Seit Paul Ricard stetig verbessert

Insbesondere nach der Nullnummer in Frankreich habe sich viel getan: "Seit Paul Ricard hat das Team viele kleine Werkzeuge und Methoden entwickelt, um es besser zu machen. Ich denke, dass das Team insgesamt gesehen Fortschritte macht, und das ist großartig, vor allem im Hinblick auf das, was wir 2022 vorhaben."

"Wenn ich mir anschaue, wo wir im Vorjahr waren, Sechster, mit wenig Punkten in der Meisterschaft", zieht Binotto den Vergleich, "haben wir das Beste aus dem gemacht, was wir mit dem aktuellen Reglement und dem diesjährigen Auto mit den sehr begrenzten Möglichkeiten der Entwicklung möglich war."

Deshalb zieht der Ferrari-Teamchef ein positives Fazit und sagt: "Ich bin sehr glücklich darüber, denn ja, der dritte Platz ist ein großartiges Ergebnis unserer Bemühungen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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