Bottas angezählt? Marc Surer: "Darüber sprichst du nicht ..."

Auch wenn Valtteri Bottas selbst auf cool macht: Unser Experte Marc Surer, Nico Rosberg und Toto Wolff glauben nicht, dass er das wirklich ist

Für Valtteri Bottas ist der Grand Prix von Australien in Melbourne nicht nach Plan verlaufen. Eigentlich hatte der 28-Jährige gehofft, seinen höher eingeschätzten Teamkollegen Lewis Hamilton 2018 von Anfang an unter Druck zu setzen und im Idealfall mehr Punkte zu sammeln, um gut in die WM zu starten. Stattdessen endete das Wochenende nach einem Crash mit dem enttäuschenden achten Platz und der schlechtesten Note 6 durch unseren Experten Marc Surer.

Der hält es auch für gut möglich, dass Bottas' Crash im dritten Qualifying schon der erste entscheidende Rückschlag für seine Hoffnungen, Hamilton herauszufordern und 2018 um den Titel zu kämpfen, gewesen sein könnte. Denn auch wenn Bottas selbst versucht, die Auswirkungen des Crashs runterzuspielen, sind die Experten ganz anderer Meinung.

"Der Frust steckt schon in dir", sagt Surer in der aktuellen Ausgabe des Formel-1-Talks "Starting Grid", die jetzt im Radioplayer unseres Schwesternportals Motorsport-Total.com in voller Länge (1:14 Stunden) gehört werden kann. "Natürlich sprichst du nicht darüber, aber das Problem ist, dass du hinterher nicht mehr so locker fährst. Sondern du fährst ein bisschen verkrampft."

"Bei Bottas ist auch dass Problem: Er hat einen starken Teamkollegen, und er war weit weg von Lewis am Wochenende. Dann hat er gepusht und sich damit ein bisschen übernommen. Oder anders gesagt: Er war zu langsam und machte dann noch einen Unfall. Das sind Dinge, die geben dir zum Nachdenken", kann sich der ehemalige Formel-1-Pilot gut in Bottas hineinversetzen.

"Anschließend", sagt Surer, "fährst du nicht mehr locker. Nach einem Erfolgserlebnis fährst du locker. Da sitzt du im Auto und sagst: 'Soll ruhig ausbrechen, hab ich unter Kontrolle!' Wenn dir aber sowas passiert ist wie Bottas, denkst du dir: 'Um Gottes Willen, das Auto bricht wieder aus.' Du bist da einfach verkrampfter." 

Sogar Mercedes-Sportchef Toto Wolff räumt ein, dass ein so verlaufenes Auftakt-Rennwochenende "nicht gut für die Psyche" sein kann. Und auch Nico Rosberg, der solche Situationen gut kennt, sagt gegenüber 'RTL': "Für das Selbstvertrauen ist das ein großer Rückschlag. Das Selbstvertrauen ist sehr wichtig, wenn es um Sekunden geht. Da muss man sich erst einmal wieder fangen."

Bottas hat 2017 eine solide erste Saison im Mercedes-Team abgeliefert. Er gewann drei Rennen und wurde WM-Dritter, nur zwölf Punkte hinter Vize-Weltmeister Sebastian Vettel. Für 2018 hat er sich vorgenommen, mehr Siege zu feiern und um den WM-Titel ein Wörtchen mitzunehmen. Dafür muss er allerdings den gefühlten Nummer-1-Status Hamiltons durchbrechen. Was nach Melbourne nicht einfacher geworden ist ...

Die komplette Analyse des ehemaligen Sky-Experten Marc Surer kann nun im Formel-1-Podcast "Starting Grid" gehört werden. Das geht entweder über den Radioplayer unseres Schwesternportals Motorsport-Total.com oder auch über ein kostenloses Abo bei iTunes - perfekt geeignet zum Beispiel für die nächste Autofahrt. Produziert wird "Starting Grid" von unserem Partner meinsportradio.de.

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung Melbourne
Unterveranstaltung Qualifying, Samstag
Rennstrecke Melbourne Grand Prix Circuit
Fahrer Valtteri Bottas
Teams Mercedes
Artikelsorte News
Tags crash, marc surer, mercedes, psycho-knacks, unfall, valtteri bottas