Bottas aufgehalten: Weshalb Tsunoda drei Startplätze verliert

Warum Yuki Tsunoda seinen zweiten Top-10-Startplatz in der Formel 1 nicht antreten kann und was Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas damit zu tun hat

Bottas aufgehalten: Weshalb Tsunoda drei Startplätze verliert

Yuki Tsunoda ist erst zum zweiten Mal in seiner Formel-1-Karriere in die Top 10 des Qualifyings gefahren. Doch seinen achten Platz in der Startaufstellung zum Steiermark-Grand-Prix in Spielberg kann er im Rennen nicht einnehmen: Eine Strafe wirft den jungen Japaner um drei Positionen zurück und aus den schnellsten Zehn heraus.

Die Sportkommissare hatten Tsunoda nämlich für schuldig befunden, im dritten Qualifying-Segment Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas aufgehalten zu haben. Bottas hatte sich direkt per Funk darüber beschwert und unter anderem das Wort "Idiot" benutzt. Die Szene wurde dann direkt nach dem Zeittraining untersucht.

In ihrer Urteilsbegründung schreiben die Sportkommissare: "[Tsunoda] war auf einer Runde zurück in die Box. Das Team hatte ihn nicht über den herannahenden Bottas informiert, und Bottas war auf einer schnellen Runde."

Was rund um Kurve 4 passiert ist

Bottas sei vor Kurve 4 auf Tsunoda aufgelaufen. "[Tsunoda] aber blieb auf der Ideallinie. Und als er auszuweichen versuchte, behinderte er Bottas unnötigerweise."

Es liege in der Verantwortung jedes einzelnen Fahrers, sich während einer langsamen Runde rücksichtsvoll gegenüber den Konkurrenten zu verhalten, die auf schnellen Runden unterwegs seien. "Das Team hätte den Fahrer hierbei unterstützen sollen, aber eine fehlende Kommunikation darf für den Fahrer keine Entschuldigung sein", so die Sportkommissare.

Tsunoda verliert nicht nur drei Positionen in der Startaufstellung, sondern erhält obendrein einen Strafpunkt auf seine Formel-1-Fahrerlizenz.

Wie Tsunoda den Zwischenfall bewertet

Er selbst ist sich aber keiner Schuld bewusst: "Nun, es gab ja noch immer einen Abstand zwischen mir und Valtteri. Außerdem: Kurz vor Kurve 4 gibt es eine Kuppe. Ich hatte ihn erst gesehen, als ich schon in der Bremszone war."

Sein Team habe ihn am Funk nicht informiert, was Tsunoda für einen "Fehler" hält. Er sagt weiter: "Hätte ich in der Bremszone noch nach innen gezogen, hätte es einen großen Crash geben können, denn ich hatte erwartet, dass Valtteri mich innen überholen würde. Ich konnte halt nirgendwo hin. Deshalb bin ich geradeaus gefahren."

Er habe nicht den Eindruck, Bottas' Runde "zu sehr" ruiniert zu haben, sagt Tsunoda. Bottas wiederum gab an, er habe mehrere Zehntel an dieser Stelle verloren.

P8 auf der Strecke: Für Tsunoda ein Erfolg

Für Tsunoda ist Startplatz elf in Spielberg trotzdem ein Erfolg. Er selbst bezeichnet seine Form im Qualifying als "wirklich guten Fortschritt" nach Le Castellet und als einen "guten Auftakt" in sein Wochenende.

"Die Pace war da vom ersten Training an. Bisher war es entspannt für mich. Ich musste es nur alles auf die Reihe kriegen. Das ist mir im Qualifying gelungen mit einem Platz in den Top 8. Ich bin zufrieden."

Vielleicht habe er es in den ersten Rennen "ein bisschen übertrieben", sagt Tsunoda weiter. Gleich zwei Mal war der Formel-1-Neuling im Qualifying schon in Q1 verunfallt und hatte sich damit sämtlicher Chancen auf einen guten Startplatz beraubt.

Yuki Tsunoda im AlphaTauri AT02 beim Steiermark-Grand-Prix 2021 in Spielberg

Yuki Tsunoda im AlphaTauri AT02 beim Steiermark-Grand-Prix 2021 in Spielberg

Foto: Motorsport Images

"Ich hatte halt versucht, mich möglichst schnell zu steigern", so erklärt Tsunoda. Gerade sein Abflug im Le-Castellet-Qualifying aber habe ihn einiges gelehrt. "Diese Woche gehe ich es ganz anders an, und das funktioniert gut", meint er. Das sei ein "gutes Zeichen" für die Zukunft.

Helmut Marko macht Druck

Ebenfalls geholfen habe ihm ein Gespräch mit Red-Bull-Sportchef Helmut Marko. Von ihm habe er weitere Ratschläge erhalten. "Er hat mir aber auch neuen Druck gemacht. Und jetzt habe ich es mal auf den Punkt gebracht und ein Top-8-Ergebnis erzielt. Hoffentlich nimmt ihm das jetzt etwas den Stress. Ich glaube wirklich, er will mich am Sonntag in den Punkten sehen."

Das Qualifying in Spielberg sei der "erste Schritt" auf dem Weg gewesen, "mich zufrieden zu stimmen und ihn zufrieden zu stimmen", sagt Tsunoda. "Und jetzt muss ich noch Punkte holen. Ich hoffe nur, mir kommt morgen nicht ein dummer Fehler dazwischen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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