Bottas sieht Schwäche im Auto: Reifen kostet keine halbe Sekunde

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Bottas sieht Schwäche im Auto: Reifen kostet keine halbe Sekunde
Autor: Norman Fischer
14.04.2018, 11:19

Valtteri Bottas glaubt, dass Ferrari auch ein schnelleres Auto als Mercedes hat, denn die Reifen allein bringen keine halbe Sekunde - Ferrari verliert nirgends Zeit

Polesitter Sebastian Vettel, Ferrari, second place Kimi Raikkonen, Ferrari, third place Valtteri Bot
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09, in the pits during practice
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1, talks with his engineers
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1, climbs into his car
Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+
Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+
Polesitter Sebastian Vettel, Ferrari, second place Kimi Raikkonen, Ferrari, third place Valtteri Bot
Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+
Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1 W09 EQ Power+
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1
Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09

"Wir dachten, dass wir heute um die Pole-Position kämpfen könnten, aber die war definitiv außer Reichweite", muss Valtteri Bottas zugeben. Der Mercedes-Pilot hatte im Qualifying von Schanghai als erster Mercedes-Verfolger bereits mehr als eine halbe Sekunde Rückstand auf Ferrari und musste ob des großen Abstand staunen. "Es gab nichts, was uns auf dieser Runde so viel Zeit gebracht hätte."

Mercedes hat die Reifen im Verdacht, die unter den kühlen Bedingungen nicht in das richtige Arbeitsfenster kamen, doch Bottas glaubt nicht, dass sie das einzige Handicap im Qualifying von China waren. "Wenn man die Reifen perfekt gehabt hätte, wäre noch etwas drin gewesen, aber das macht keine halbe Sekunde aus", sagt er. "Man würde es merken, wenn es so viel wäre."

Er geht davon aus, dass auch Ferrari bei seinem Auto zugelegt hat und somit stärker war als bei den bisherigen Rennen. Das könnte man besonders in langen Kurven wie der Schneckenkurve sehen, wo Ferrari auf Mercedes einiges gutmachen könne, ohne jedoch Geschwindigkeit auf der Geraden einzubüßen. "Sie können ihre Vorteile aus den Kurven behalten", meint Bottas. Somit wäre ein anderes Set-up auszuschließen.

Fotos: Die Formel 1 in Schanghai

Trotzdem scheint Mercedes auch Probleme mit seinen Reifen zu haben, die das Team heute noch weiter eingebremst haben. Beide Fahrer klagten darüber, viel weniger Grip als die Ferrari-Piloten zu haben. "Die Bedingungen waren heute kühler als gestern und wir hatten damit zu kämpfen, die Reifen zum Funktionieren zu bringen", sagt der Leitende Renningenieur Andrew Shovlin. Schon im dritten Freien Training habe man mehrere Runden gebraucht, um eine gute Rundenzeit zu fahren.

"Wir nahmen einige Veränderungen vor, um die Situation für das Qualifying zu verbessern. Allerdings schienen wir stets einen Schritt hinter Ferrari zu sein und wir hatten in der letzten Session keine Antwort auf ihre Performance", hadert er. Auf den Soft-Reifen konnte man in Q2 noch eine Bestzeit setzen (wenn auch erst im zweiten Versuch), doch auf Ultrasoft ging für die Silberpfeile im Vergleich mit der Scuderia nichts.

"Wir haben schon in den Rennen davor gesehen, dass wir mit den härteren Mischungen etwas besser zurechtkommen", sagt Bottas. "Wir müssen daran arbeiten, mehr aus den weicheren Mischungen zu bekommen, denn Ferrari macht dort irgendetwas besser als wir", so der Finne. "Wir müssen immer alles besser verstehen, aber natürlich müssen wir auch das Auto besser machen."

 

Die Frage ist, ob Mercedes morgen im Rennen mit vermutlich höheren Streckentemperaturen besser zurechtkommen wird. "Das ist ein Fragezeichen", meint Bottas, denn eigentlich sei man auf einer kälteren Strecke nicht weniger konkurrenzfähig, obwohl sich das heute so gezeigt hat. Denn in Bahrain überhitzte man die Reifen etwas und sollte so eigentlich bei kühleren Bedingungen besser zurechtkommen. Eigentlich.

Aufgegeben hat man das Rennen bei Mercedes noch nicht: "Auf diesem Kurs sind Überholmanöver möglich und solange wir nah an Ferrari dranbleiben können, gibt es auch jede Menge Wege, um sie unter Druck zu setzen", betont Shovlin. "Wir müssen aber auch Red Bull im Auge behalten, die am Freitag auf den ultraweichen Reifen sehr konstant unterwegs waren. Zudem können sie bei der Strategie Risiken eingehen, wenn ihnen von hinten keine Gefahr droht. Unser Ziel ist wie immer, das Rennen zu gewinnen und wir werden alles dafür geben, um das zu erreichen."

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