Bottas wollte früher stoppen: Hat ihn das Team ein Podium gekostet?

Warum Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas an eine Podestchance glaubte und weshalb sein geplanter Wechsel auf Intermediates kurzfristig nicht möglich war

Bottas wollte früher stoppen: Hat ihn das Team ein Podium gekostet?

Eigentlich fuhr Valtteri Bottas im Russland-Grand-Prix ohne Aussicht auf Punkte. Ein vergleichsweise schwaches Rennen, wo sein Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton vorne um den Sieg kämpfte. Doch der Regen brachte die Wende, für Hamilton und für Bottas. Aber hätte für Bottas unterm Strich sogar mehr drin sein können als der fünfte Platz?

Davon ist Bottas selbst überzeugt. Sein Reifenwechsel von Slicks auf Intermediates in Runde 47 sei zwar "die richtige Entscheidung" gewesen, aber "eigentlich hatte ich sogar versucht, in der Runde davor reinzukommen."

Er habe sich ausgangs Kurve 15 bei seinem Team für den Boxenstopp angemeldet. "Ich sagte, ich wollte kommen, aber das Team war noch nicht bereit. Es hieß, ich solle draußen bleiben", sagt Bottas. Und Bottas blieb auf der Strecke.

Die eine zusätzliche Runde auf Trockenreifen im Nassen habe ihn seiner Podestchancen beraubt, meint er: "Ich hätte auf dem Podium sein können. So war ich immer noch unter den Ersten, die gestoppt haben, und das war richtig. Das hat uns den Tag gerettet, wenn man so will. Immerhin ein paar Punkte - und viel mehr Punkte als Red Bull."

Bottas: Stillstand im Vergleich zu Verstappen

Danach hatte es für 90 Prozent der Renndistanz nicht ausgesehen. Bottas machte von Startplatz 16 kommend kaum einen Stich. Schlimmer noch: Red-Bull-Rivale Max Verstappen war ausgehend von Startplatz 20 schon nach sechs Runden vorbei, und das ohne großen Widerstand durch Bottas.

"Ich muss mir erst noch anschauen, ob ich mehr hätte tun können", erklärt Bottas und sagt selbst: "Er ist ja ziemlich einfach an mir vorbeigegangen."

Verstappen habe sich im Verkehr insgesamt leichter getan und sei "gut vorangekommen", so Bottas weiter. "Bei mir war das einfach nicht möglich, keine Chance. Das müssen wir uns anschauen."

So wie in Monza? Im Gegenteil!

Dabei habe er nach seiner Aufholjagd aus Monza genau das Gegenteil erwartet. Es sei aber "ganz anders" gekommen, meint Bottas. Er fügt hinzu: "In Monza konnte man viel einfacher überholen. Ich dachte zunächst, es würde hier genau gleich laufen, aber es war unheimlich schwierig."

Sein großes Problem sei der Abtriebsverlust hinter einem vorausfahrenden Fahrzeug gewesen, sagt Bottas. "Ich hatte vor allem mit viel Untersteuern zu kämpfen, wenn ich dicht hinter einem Auto lag. So kam ich nicht nah genug heran für einen Überholversuch." Und so lag er vor seinem finalen Boxenstopp gerade mal auf P14 im Rennen.

Deshalb gibt Bottas auf die Frage, ob der Regen sein Rennen gerettet habe, eine ebenso kurze wie klare Antwort: "Ja!" Und so hat er P3 in der WM-Gesamtwertung gegen McLaren-Fahrer Lando Norris noch einmal gefestigt.

Weitere Co-Autoren: O. Karpow. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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