Boullier: Terminverschiebung des Frankreich-GP war "großes Problem"

Die Verlegung des Frankreich-Rennens brachte für die Organisatoren vor Ort einige Hürden mit sich, von Rückerstattung der Tickets bis Einreiseerlaubnis für Personal

Boullier: Terminverschiebung des Frankreich-GP war "großes Problem"

Nach der Absage des Türkei-Grand-Prix bat die Formel 1 die Organisatoren in Frankreich, das Rennen auf dem Circuit Paul Ricard von seinem ursprünglichen Termin am 27. Juni auf den 20. Juni zu verlegen, um Platz für ein zweites Rennen in Österreich zu schaffen. "Das war ein großes Problem", sagt Eric Boullier.

Gegenüber 'Motorsport.com' schildert der Chef des französischen Grand Prix, welche Hürden sich durch die Vorverlegung des Rennens ergeben haben. Denn: "Man baut einen Grand Prix nicht in den letzten drei Tagen auf. Es ist die Arbeit von ein paar Monaten, die wir verwerfen, anpassen und verschieben mussten."

"Während des Grand Prix habe ich 1200 Leute. Sie hatten ihre Woche gebucht, um für uns zu arbeiten, und wenn man das Datum sechs Wochen vorher verschiebt, müssen sie alle ihre Pläne ändern", erklärt Boullier die logistischen Probleme.

Durch Verlegung "20 Prozent der Zuschauer verloren"

"Dann die Zuschauer, natürlich. Jeder hat sein Flugzeug, seinen Zug, seine Unterkunft oder was auch immer gebucht, und sie mussten wieder alles ändern. Es war also eine Herausforderung." Einige Zuschauer baten auch um Rückerstattung, da sie den neuen Renntermin nicht mehr wahrnehmen konnten.

"Wir haben das Datum auf Wunsch der Formel 1 um eine Woche vorverlegt und haben 20 Prozent der Zuschauer verloren, aber die Tickets wurden sofort wieder verkauft."

2020 musste der Frankreich-Grand-Prix abgesagt werden. In diesem Jahr hat Paul Ricard jedoch eine Sondergenehmigung erhalten, um mehr Zuschauer zu haben, als bisher bei Großveranstaltungen während der Corona-Pandemie erlaubt waren.

Dank weitläufiger Anlage insgesamt 15.000 Zuschauer

"In Frankreich kann man normalerweise nicht mehr als 5000 Zuschauer pro Veranstaltung haben", erklärt Boullier den Status quo. "Aufgrund des spezifischen Designs beziehungsweise Layouts der Streckenanlage, die offensichtlich sehr groß ist, können wir drei Blasen haben, die völlig unabhängig voneinander sind."

"Wir dürfen insgesamt 15.000 Zuschauer empfangen, also dreimal 5000. Und jede Blase ist komplett unabhängig. Sie haben ihren eigenen Zugang, ihren eigenen Parkplatz. Niemand kann den Weg von irgendjemandem kreuzen", so der Streckenchef.

"Es war eine seltsame Zeit für alle. Wir sind froh, dass wir ein Rennen haben können, froh, dass wir einige Zuschauer haben. Wir werden das erste große Ereignis in Frankreich sein. Es gibt Roland Garros und das Cannes Festival, aber mit 15.000 Zuschauern ist dies das größte bisher. Es ist also gut, wieder zurück zu sein."

Einreiseerlaubnis für F1-Personal am schwierigsten

Auf die Frage, wie viele Fans aus anderen Ländern kämen, merkt Boullier an: "Das Profil der Zuschauer beim Frankreich-Grand-Prix ist normalerweise 15 Prozent Ausländer und 85 Prozent Franzosen, und das ist dieses Jahr ziemlich ähnlich."

Eric Boullier

Eric Boullier, früher Formel-1-Teamchef, ist jetzt Direktor des Frankreich-GP

Foto: LAT

Die größte Herausforderung sei es gewesen, all den Papierkram zu erledigen, um dem Formel-1-Personal die Einreise nach Frankreich zu ermöglichen, vor allem denen, die aus Großbritannien kommen. Denn es gilt als Risikogebiet.

"Die Herausforderung bestand vor allem darin, mit den Behörden zu verhandeln, mit dem Gesundheitsminister oder dem Innenminister, um die Einreiseerlaubnis für die Briten zu bekommen, denn sie waren weniger als 14 Tage in Baku, das außerhalb Europas liegt, bevor sie das französische Territorium betraten."

Zweites Rennen 2021 in Frankreich: "Warum nicht?"

Jetzt, wo diese Hürden genommen sind, wäre Paul Ricard auch bereit, ein weiteres Rennen zu einem späteren Zeitpunkt in der Saison auszurichten, sollten einige Flyaway-Events abgesagt werden und ein Platz im Kalender zu füllen sein.

Günstige Wetterbedingungen bedeuten, dass die Strecke bis spät im Jahr nutzbar sein könnte, obwohl die Formel 1 ungern nach Europa zurückkehren will, wenn man den Kontinent Ende September einmal verlassen hat.

Doch Boullier betont: "Wir sind sehr glücklich, alles zu tun, was sie wollen. Sie müssen es uns rechtzeitig sagen, aber natürlich wären wir interessiert. Warum nicht?"

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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