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Brasilien droht Formel-1-Aus: Promoter warnt vor sinkender Begeisterung

Brasilien könnte bald aus dem Formel-1-Rennkalender verschwinden - Der Promoter sorgt sich um die langfristige Motorsport-Zukunft des Landes

Brasilien droht Formel-1-Aus: Promoter warnt vor sinkender Begeisterung

"Wir können dieses Jahr nicht in Amerika fahren, aber wir freuen uns schon darauf, nächste Saison dorthin zurückzukehren." Das hat Liberty Media im Zuge der Bekanntgabe weiterer Rennen am Wochenende verlautbart. Fraglich ist allerdings, ob die Formel 1 2021 überhaupt nach Südamerika, konkret nach Brasilien, zurückkehren wird.

Seit 1973 findet sich der Grand Prix von Brasilien im Formel-1-Rennkalender. Nach 47 Rennen könnte nun Schluss sein. Denn der Promoter des Brasilien-Rennens, Tamas Rohonyi, spricht von einer ungewissen Zukunft, nachdem das Rennen in dieser Saison gegen seinen Willen abgesagt wurde.

Aufgrund der Coronakrise hat sich die Formel 1 dazu entschlossen, Nord- und Südamerika in dieser Saison nicht zu bereisen. Der Vertrag mit der Traditionsrennstrecke in Interlagos läuft allerdings Ende des Jahres aus, ein neuer wurde noch nicht unterschrieben.

Formel-1-Boss Chase Carey spekuliert mit der Übersiedelung des Rennens nach Rio de Janeiro, bereits in den 1980er-Jahren wurde dort gefahren. Allerdings müsste eine neue Rennstrecke gebaut werden. Die Baugenehmigung für den Kurs lässt auf sich warten, da auf geschütztem Gebiet gebaut werden soll.

Wird kein neuer Deal ausverhandelt, hätte das langfristige Auswirkungen auf die Motorsportszene in dem Land. "Viele Menschen sind darauf angewiesen", meint Rohonyi gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Ich denke, dass es ein sehr wichtiger Austragungsort ist, allein schon aufgrund der Tradition."

Immerhin konnten brasilianische Fahrer acht Weltmeistertitel einfahren - die drittmeisten hinter Großbritannien (19) und Deutschland (12). Mit Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet und Ayrton Senna verfügt das Land über hochdekorierte Legenden.

"Ich habe mit dem Präsidenten des brasilianischen Automobilverbandes gesprochen und er meinte zu mir: 'Wenn wir das Rennen verlieren, wird der brasilianische Motorsport in den nächsten 40 Jahren tot sein'. Denn all die Kinder, die mit dem Kartfahren beginnen, haben die Hoffnung, eines Tages in der Formel 1 zu fahren."

Ohne eigenes Rennen im Land werde die Begeisterung jedoch abnehmen, befürchtet der Promoter. Dieses Phänomen habe er schon in der Vergangenheit mit anderen Sportarten erlebt, schildert er. "Wir hatten einen großartigen Tennisspieler, Gustavo Kuerten. Er war ein großer Star in Roland Garros, daher haben viele Kinder mit dem Tennisspielen begonnen."

Als Kuerten seine Karriere beendete, flaute auch die Tennis-Begeisterung ab. "Dann haben plötzlich wieder alle Kinder Fußball gespielt."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Maria Reyer