Brawn bestätigt: Verpflichtende Trainings für Rookies werden 2022 kommen!

Ross Brawn bestätigt, dass die Formel-1-Teams im kommenden Jahr Trainingszeit für Rookies einräumen müssen - Rahmenbedingungen noch nicht bekannt

Brawn bestätigt: Verpflichtende Trainings für Rookies werden 2022 kommen!

Jedes Formel-1-Team wird 2022 verpflichtend einen Rookie am Freitag ins Auto setzen müssen. Das hat Formel-1-Sportchef Ross Brawn bestätigt. Die Königsklasse möchte mehr tun, um junge Fahrer wieder an die Meisterschaft heranzuführen. Das war in den vergangenen Jahren aufgrund der immensen Testbeschränkungen zunehmend schwieriger geworden.

Zwar hatte man Young-Driver-Testfahrten eingeführt, bei denen die Teams jungen Fahrern eine Einsatzchance geben sollten, doch das reicht der Formel 1 nicht: Im kommenden Jahr sollen Youngster auch im Rahmen der Grand-Prix-Wochenenden fahren.

"Die Freitagseinsätze werden kommen", bestätigt Ross Brawn. "Jedes Team wird im ersten Training einen Rookie einsetzen müssen." Offen ist aber noch, wie viele Einsätze man verpflichtend machen wird. Denn unter anderem ist noch nicht klar, wie viele Sprints es 2022 geben wird. Denn weil das Qualifying nach nur einem Training stattfindet, kann man dieses nicht für einen Rookie opfern.

Wer zählt als Rookie?

Freitagsfahrer gibt es in der Formel 1 seit 2003. Bis 2006 durften schlechter platzierte Teams sogar regulär ein drittes Auto am Freitag einsetzen, seit 2007 muss jedoch ein Stammpilot weichen, sollte ein anderer Fahrer eingesetzt werden. So würde es auch 2022 sein.

In dieser Saison haben bislang drei Teams einen Freitagsfahrer eingesetzt: Alfa Romeo Callum Ilott und Robert Kubica, Williams Roy Nissany und Alpine Guanyu Zhou.

Callum Ilott, Alfa Romeo Racing C41

Callum Ilott, Alfa Romeo Racing C41

Foto: Erik Junius

Klären muss die Formel 1 aber noch die Frage, welche Fahrer einsatzberechtigt sein werden. Im vergangenen Jahr hatte etwa Fernando Alonso für Schlagzeilen gesorgt, der nach einigem Hin und Her doch für Renault am Young-Driver-Test teilnehmen durfte - im zarten Alter von 39 Jahren. Doch Brawn betont hierzu: "Wir werden sehr sorgfältig sein, wie wir einen Rookie definieren."

Für viele Teams bietet das die Chance, einen seiner Fahrer aus dem Nachwuchsprogramm einzusetzen - abgesehen davon, dass sie auch jetzt theoretisch die Chance dazu hätten, wenn sie denn wollen.

McLaren spricht sich für Ausweitung aus

Einige Teams wie McLaren besitzen derzeit aber kein eigenes Nachwuchsprogramm. Das Team von Andreas Seidl hatte daher auch nicht am Young-Driver-Test im vergangenen Jahr teilgenommen. Dennoch unterstützt der Deutsche die neue Initiative: "Für Rookies ist es heutzutage mit der eingeschränkten Testzeit sehr schwierig, Zeit im Auto zu bekommen", sagt er.

"Wir sind daher glücklich darüber und sprechen uns sogar für eine Ausweitung aus", so Seidl. Gespräche darüber gebe es derzeit mit den anderen Teams, der FIA und der Formel 1.

"Es ist aber auch sinnvoll, dass wir das schrittweise einführen", ergänzt er über die Pläne für die kommende Saison. "Wir sprechen über zwei oder drei Trainings. Das ist ein guter erster Schritt. Dann würden wir uns aber freuen, wenn die Zahl der Sessions noch steigen würde"

Kein Neuling 2022?

Wie schwer Rookies der Einstieg in die Formel 1 fällt, lässt sich am Beispiel der kommenden Saison belegen. Sollte Alfa Romeo weiter auf die Dienste von Antonio Giovinazzi setzen, hätte man im Formel-1-Starterfeld lediglich Kimi Räikkönen mit Alexander Albon ausgetauscht, der in der Königsklasse auch kein unbekanntes Gesicht ist.

Bei nur 20 Startplätzen sind die Möglichkeiten für einen Einstieg ziemlich begrenzt.

Ein Problem erkennt Brawn aber nicht: "Schaut einfach, wer neu dazugekommen ist. George [Russell] ist gekommen, Charles [Leclerc] ist gekommen, Max [Verstappen] ist gekommen, genau wie andere Fahrer", so der Brite, der aber nur Fahrer aufgezählt hat, die nach 2021 mindestens drei Saisons auf dem Buckel haben werden. Bei Verstappen sind es sogar schon deren sieben.

"Es gibt also Möglichkeiten", betont er. "Es ist toll, dass wir dabei helfen können, aber ich glaube nicht, dass es uns an jungen Fahrern fehlt, die in die Formel 1 kommen."

2021 gibt es mit Yuki Tsunoda, Mick Schumacher und Nikita Masepin drei Rookies.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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