Brawn: Nur Regeländerung verhinderte weitere Schumacher-Titel
Ross Brawn ist sich sicher, dass Michael Schumacher weitere WM-Titel gewonnen hätte, wenn die Formel 1 nach der Saison 2004 nicht die Regeln geändert hätte
Michael Schumacher gewann 2004 seinen siebten und letzten WM-Titel
Foto: LAT Images
Nachdem Michael Schumacher 2004 seinen siebten WM-Titel insgesamt und seinen fünften in Serie mit Ferrari gewonnen hatte, endete die Siegesserie des Deutschen ein Jahr später. Ross Brawn ist sich jedoch sicher, dass das ohne eine bestimmte Regeländerung nicht passiert wäre.
"Ich denke, der Höhepunkt meiner Zeit bei Ferrari war das Auto von 2004", so Brawn gegenüber Formula1.com. Der Brite, der Ende 1996 als Technikchef zur Scuderia gestoßen war, sagt über den F2004: "Da hat einfach alles gepasst."
"Was ich an Ferrari geliebt habe, war, dass jedes Jahr besser war als das vorherige - was das Team, die Autos, die wir gebaut haben, und die Art und Weise, wie alles funktioniert hat, angeht. Jedes Jahr haben wir daran gefeilt und jedes Jahr haben wir die Dinge ein bisschen besser gemacht", erklärt er.
"Das gipfelte meiner Meinung nach im Auto von 2004, das das beste aller Zeiten war", so Brawn. Tatsächlich gewann Schumacher mit dem F2004 zwölf der ersten 13 Saisonrennen und am Ende des Jahres überlegen den WM-Titel.
"Danach wurden wir durch die Änderung der Reifenregeln benachteiligt", sagt Brawn und erklärt: "Ich glaube, wir waren einfach zu erfolgreich geworden und mussten irgendwie gestoppt werden." 2005 gewann "Schumi" lediglich noch ein Rennen und hatte mit dem WM-Kampf nichts zu tun.
Diese Änderung bremste "Schumi" und Ferrari ein
Zur neuen Saison wurden damals Reifenwechsel während eines Rennens verboten. Das war für Ferraris Reifenpartner Bridgestone ein großer Nachteil, weshalb die beiden Michelin-Teams Renault und McLaren den WM-Titel 2005 unter sich ausmachten.
Brawn ist sich sicher, Schumacher und Ferrari hätten damals "auf keine andere Weise aufgehalten" werden können. "Denn bei uns hat einfach alles so gut funktioniert", erklärt er. Sauer ist der inzwischen 71-Jährige wegen der damaligen Regeländerung heute aber nicht mehr.
"Da ich seitdem selbst auf der anderen Seite des Zauns gesessen habe, kann ich die Frustration von Bernie [Ecclestone], Max [Mosley] und von den Veranstaltern nachvollziehen", so Brawn, der später zwischen 2017 und 2022 selbst Sportdirektor der Formel 1 war.
Er hat daher Verständnis dafür, dass man Ferrari damals einbremste, um den Fans eine bessere Show zu bieten. Denn er ist sich sicher, dass die Scuderia ohne die Regeländerung damals noch weitere WM-Titel gewonnen hätte.
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