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Brown erklärt Freundschaft mit Vasseur: Die gleichen "ethischen Grenzen"

Harte, aber faire Kämpfe auf der Strecke und gegenseitiger Respekt: Warum Zak Brown mit Fred Vasseur besser klarkommt als mit anderen Formel-1-Teamchefs

Brown erklärt Freundschaft mit Vasseur: Die gleichen "ethischen Grenzen"

Der Formanstieg von McLaren und das Duell mit Ferrari haben dieser Formel-1-Saison nicht nur frischen Wind beschert, sondern auch eine überraschende Freundschaft entstehen lassen - zwischen McLaren-CEO Zak Brown und Ferrari-Teamchef Fred Vasseur.

Zwischen zwei der ältesten und konkurrenzfähigsten Teams des Sports ist eine einzigartige Verbindung entstanden, die laut Brown darauf zurückzuführen ist, dass er anderen Teamchefs im Formel-1-Fahrerlager nicht zutraut, so sauber gegeneinander zu fahren. Man teile die gleichen "ethischen Grenzen".

"Fred macht einen großartigen Job", sagt Brown im Gespräch mit Motorsport.com. "Ich wünsche mir, und das kann man bei einigen Teamchefs mehr als bei anderen, dass wir auf und neben der Strecke hart kämpfen, aber uns gegenseitig saubere Rennen liefern. Das kann ich von der Hälfte des Feldes nicht behaupten."

 

Mit Ferrari und Vasseur sei das anders. Man könne sich gegenseitig an den Erfolgen erfreuen. So mischte Vasseur beim Grand Prix von Miami bei den Feierlichkeiten zu Lando Norris' erstem Formel-1-Sieg mit und reihte sich in eine Schar von Fotografen ein, die das Jubelfoto des Teams festhalten wollten.

Brown warf Vasseur daraufhin eine McLaren-Kappe zu, die dieser verkehrt herum aufsetzte, bevor er eine Flasche Champagner köpfte und McLarens Teammitglieder damit übergoss.

Beim nächsten Grand Prix in Imola drehte Vasseur den Spieß dann um und schlich sich während seines Interviews an Brown heran, um ihm im Gegenzug eine Ferrari-Kappe aufzusetzen.

Brown: Wer drängt wen zuerst von der Strecke?

"Es war ganz natürlich, was zwischen Fred und mir in Miami passiert ist, als er rüberkam und ich ihm die Kappe zuwarf", blickt Brown zurück und ergänzt: "Darum sollte es im Sport gehen. Wir können uns auf der Strecke hart bekämpfen und uns anschließend die Hand schütteln, wenn alles gesagt und getan ist."

Das sei "eine viel schönere Art, Rennen zu fahren", betont der Amerikaner. Nur funktioniere das nicht mit allen so: "Mir ist klar geworden, dass man gegen die Leute so fahren muss, wie sie gegen einen fahren. Ich bevorzuge saubere Rennen, aber leider fahren nicht alle meine Konkurrenten saubere Rennen."

"Es gibt einige in der Boxengasse, bei denen die einzige Möglichkeit, gegen sie anzutreten, darin besteht, sie so zu fahren, wie sie fahren. Es ist schade, denn das ist nicht meine Natur und auch nicht die Art und Weise, wie ich gerne Rennen fahren würde."

"Aber sie werden dich von der Strecke drängen, wenn du sie nicht zuerst von der Strecke drängst", sagt Brown und lobt im selben Atemzug Ferrari. "Ich genieße es viel mehr, mit Fred Rennen zu fahren, weil es viel angenehmer ist, die Kameradschaft zu pflegen und zu wissen, dass es gewisse ethische Grenzen gibt."

Auch wenn sich Brown bei seiner Kritik mit konkreten Namen zurückhält, ist es offensichtlich, dass eine Reihe von Pfeilen in die Richtung von Red Bull abgefeuert wurden. Brown hatte sich etwa lautstark über den Umgang des Weltmeisters mit seiner eigenen Untersuchung gegen Teamchef Christian Horner geäußert.

Er hatte auch seinen Unmut über die Nähe zwischen Red Bull und dem Schwesterteam Racing Bulls geäußert. "Ich glaube nicht, dass sie betrügen", sagte Brown im Februar, "aber die Regeln sind nicht zweckmäßig. Soweit ich weiß, gibt es keine andere große Sportart, in der man zwei konkurrierende Teams besitzen kann."

Bezüglich der Legalität der Autos seiner Konkurrenten hegt der McLaren-CEO jedoch keine Zweifel. "Ob ich glaube, dass alle Teams die Grenzen überschreiten? Ich denke, das ist die DNA der Formel 1", sagt er. "Es gibt einen Unterschied."

"Da wäre der Betrug, den wir bei Ferrari und der Power-Unit vor Fred gesehen haben - das war inakzeptabel. "Und dann gibt es die Cleverness bei den Flexiwings, und das ist für mich das, worum es in der Formel 1 geht - Ingenieure, die denken, wenn nicht draufsteht, dass es nicht geht, dann geht es eben doch."

Was McLarens eigenen Aufwärtstrend in der aktuellen Saison angeht, liegt dieser neben der erfolgreichen Weiterentwicklung des Autos auch in der (noch) pflegeleichten, aber hocheffektiven Fahrerpaarung aus Norris und Oscar Piastri begründet. Beide trennen in der Meisterschaft zum jetzigen Zeitpunkt nur 50 Punkte.

Norris versus Piastri: Keine Angst vor Eskalation

Im Moment ist die Beziehung des Duos noch sehr herzlich. Aber Brown weiß, dass die Teamkollegen mit der fortschreitenden Verbesserung von McLaren immer mehr annähern werden, was letztlich zu mehr Spannungen führen könnte.

Glücklicherweise, so sagt Brown, verfüge er über die Mechanismen, die es ihm ermöglichen, jegliche Konflikte zwischen den Fahrern zu erkennen und zu lösen, sollten sie auftreten.

"Wir haben ein großartiges Fahreraufgebot. Sie sind beide sehr aufrichtig, sehr wettbewerbsfähig, aber sie fahren saubere Rennen gegeneinander", betont der Amerikaner.

"Aber man hat auch schon Teamkollegen gesehen, die sich keine sauberen Rennen liefern. Sollten sie irgendwann einmal aneinander geraten, ist da ein gegenseitiger Respekt, und wenn das passiert, setzen wir uns zusammen und besprechen es, lassen es aber nicht hochkochen, sondern lernen daraus", so Brown.

"Ich bin kein Insider in anderen Teams, aber wir haben gesehen, dass es Spannungen gab, und ich bin mir nicht sicher, ob die Teamchefs früh genug eingreifen. Das ist eine meiner Stärken, und ich habe viele Schwächen, aber es ist eine Stärke, weil ich Rennen gefahren bin und die Psychologie eines Fahrers verstehe."

"Ich habe gerne Spaß mit dem Team", sagt Brown, "und das nimmt die Spannung aus der Luft, denn es ist ein stressiges Umfeld. Wenn ich also mit den Fahrern in der Startaufstellung herumalbere, soll das den Stress aus dem System nehmen, denn wenn ein Bär in der Ecke steht, greift er an. Es geht um die richtige Energie."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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