"Budgetgate": Lewis Hamilton hatte schon 2021 eine leise Vorahnung

Lewis Hamilton deutet an, dass die Formel-1-Weltmeisterschaft 2021 zugunsten von Max Verstappen ausgegangen ist, weil nur Mercedes nach den Regeln gespielt habe

"Budgetgate": Lewis Hamilton hatte schon 2021 eine leise Vorahnung
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Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat sich vor dem Großen Preis von Japan über die Diskussionen zur Budgetobergrenze in der Formel 1 geäußert und fordert bei einem möglichen Verstoß von der FIA ein strenges Vorgehen, da sonst die Glaubwürdigkeit der Rennserie auf dem Spiel stehe. Zudem deutet er an, dass die Saison 2021 stark von möglichen Mehrausgaben beeinflusst worden sein könnte.

Am Rande des Singapur-Wochenendes ist durchgesickert, dass zwei Teams - Red Bull und Aston Martin - die Obergrenze von etwa 145 Millionen US-Dollar in der Saison 2021 überschritten haben könnten. Beide Teams behaupten jedoch, dass sie sich an die Spielregeln gehalten haben.

Eigentlich wollte die FIA die Angelegenheit am Mittwoch klären, indem sie Zertifikate zur Einhaltung des Finanzreglements an die jeweiligen Teams überreicht, jedoch wurde die Entscheidung auf Montag, den zehnten Oktober verschoben, da der Dachverband für diese "komplexe" Finanzanalyse noch etwas Zeit braucht.

Hamilton: "Müssen für Transparenz sorgen"

Da in der Theorie auch eine nachträgliche Aberkennung des WM-Titels von Max Verstappen 2021 möglich ist, wurde auch Hamilton zur Thematik befragt, da sich Mercedes bereits nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi echauffierte, dass Hamilton den Titel nur durch eine Fehlentscheidung der FIA bei den Safety-Car-Regeln verloren habe.

"Ich finde das ehrlich gesagt peinlich", sagt Hamilton in Japan. "Ich denke, dass wir im Interesse der Fans und der Integrität des Sports weiterhin für Transparenz sorgen müssen. Ich weiß nicht wirklich genug darüber, aber ich weiß, dass es offensichtlich viele Gespräche im Hintergrund gibt, und niemand weiß es wirklich."

"Es gibt verschiedene Zahlen und verschiedene Dinge, die hier und da gesagt werden. Ich hatte also erwartet, dass diese Ergebnisse [am Mittwoch] herauskommen würden. Ich würde gerne glauben, dass es sich verzögert hat, weil es sehr ernst genommen wird und ich vertraue wirklich darauf, dass Mohammed [bin Sulayem, FIA-Präsident] das ernst nimmt und das tut, was für den Sport richtig ist."

Warum Hamilton bereits 2021 einen Verdacht hatte

Unterschwellig wirft Hamilton Red Bull 2021 Betrug vor, obwohl er zugibt: "Ich weiß nicht, ob es einen Regelbruch gab." Jedoch hatte er sich bereits im vergangenen Jahr gewundert, wie das Team von Max Verstappen noch weit in die Saison hinein Updates bringen konnte, während der Mercedes W12 seit Silverstone nahezu unverändert blieb.

"Ich erinnere mich, dass man als Fahrer im letzten Jahr immer nach mehr Updates gefragt hat. Und ich erinnere mich, dass wir in Silverstone unser letztes Update bekamen, das, glaube ich, fast drei Zehntel betrug und ziemlich sicher weniger als eine Million kostete. Aber ich brauchte danach noch mehr Updates [für den Titelkampf]."

"Aber dann sah ich die Trucks dieser Jungs, die immer wieder Updates brachten und ich dachte mir nur: 'Mein Gott, es könnte schwer werden, sie in der Meisterschaft zu schlagen, weil sie immer wieder Updates bringen.'"

¿pbfsfs_3902|Fotostrecke: Rennen für Rennen: Das WM-Duell 2021 zwischen Verstappen und Hamilton|http://www.motorsport-total.com/bilder/strecken/2021f1wmduell/1635415915_mst.jpgpb¿"Es wäre so wichtig für das Entwicklungsrennen gewesen, wenn wir eine weitere halbe Million hätten ausgeben können. Dann wären wir in einer anderen Position gewesen und hätten einfach einen anderen Unterboden bringen können, was wir leicht hätten tun können. Aber das ist nicht der Sinn des Spiels", erklärt er.

Hamilton: "Werte und Integrität des Sports stehen auf dem Spiel"

Zudem betont der Brite, dass die FIA unbedingt hart durchgreifen müsse, falls Teams gegen das Finanzreglement verstoßen haben, da es sonst ein schlechtes Licht auf die Formel 1 werfen würde: "Ich denke, es wäre schlecht für den Sport, wenn keine Maßnahmen ergriffen würden, wenn es einen Verstoß geben sollte. Es würde unsere Werte und die Integrität des Sports in Frage stellen."

Während Red Bull wegen eines möglichen Regelverstoßes im Mittelpunkt steht, hat das Team darauf bestanden, dass es nichts falsch gemacht hat und dass der Antrag für 2021 unter dem Limit lag. Insider haben sogar behauptet, dass das Team mehrere Millionen Dollar unter der Obergrenze von 145 Millionen Dollar lag, um sich einen gewissen Spielraum zu verschaffen, damit es nicht zu viel wird.

Verstappen: "Haben nichts falsch gemacht"

Max Verstappen, der an diesem Wochenende in Japan seinen zweiten Weltmeistertitel einfahren könnte, sagt, er ignoriere die Spekulationen im Fahrerlager zu diesem Thema, zumal er überzeugt sei, dass Red Bull im Recht sei.

"Zuerst müssen sie [die FIA] entscheiden, dass etwas nicht in Ordnung ist", sagt er. "Und soweit ich weiß, und auch nach dem, was ich vom Team höre, haben wir nichts falsch gemacht."

"Um ehrlich zu sein, beschäftige ich mich nicht wirklich mit all diesen Dingen. Es liegt an der FIA und den Teams, und ich muss mich einfach auf das Fahren konzentrieren. Mehr kann ich dazu nicht sagen, ich denke, wir werden es am Montag herausfinden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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