Vettels Tempolimit-Aussagen: Verkehrsminister Scheuer reagiert süffisant

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer reagiert auf Sebastian Vettels Aussagen zum Thema Tempolimit mit einer scherzhaften Breitseite

Vettels Tempolimit-Aussagen: Verkehrsminister Scheuer reagiert süffisant

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat auf die jüngsten Aussagen von Formel-1-Pilot Sebastian Vettel bezüglich Umweltschutzes reagiert und auf die Auswirkungen seiner beruflichen Tätigkeit als Rennfahrer verwiesen. Vettel hatte zuletzt mehr Engagement von der Politik im Kampf gegen den Klimawandel gefordert und offen erklärt, er selbst habe bei der Bundestagswahl die Grünen gewählt.

CSU-Politiker Scheuer hält Vettels Aussagen für Heuchelei. "Wohnort in der Schweiz, mit dem ganzen Tross eines Formel-1-Teams in der Welt unterwegs, viele Flüge jedes Jahr - ich gehe fest davon aus, dass Sebastian Vettel selbst und sein Arbeitgeber Aston Martin den eigenen Ausstoß an klimaschädlichen Gasen ausgleichen, indem sie CO2-Zertifikate aus Klimaschutzprojekten kaufen", sagt er gegenüber der 'Bild'-Zeitung.

Vettel selbst glich seine entstandenen CO2-Emissionen im vergangenen Jahr über die Schweizer Firma "Climeworks" aus. Diese nutzt Technologien, um Kohlendioxid aus der Luft zu filtern. "Das ist bedeutend teurer, aber ich kann es besser nachvollziehen, als wenn vielleicht irgendwo ein Baum gepflanzt wird, den ich nie sehen werde", sagt Vettel.

Vettel sprach sich klar für ein Tempolimit aus

Für das Rennwochenende in der Türkei trägt Vettel einen speziellen Helm, der auf die Auswirkungen von Meeresverschmutzung aufmerksam machen soll. Beim Rennen in Silverstone im Sommer sorgte der viermalige Weltmeister für Aufsehen, als er auf den Tribünen eigenhändig Müll aufsammelte.

Zudem hat Vettel eine klare Position zum Thema Tempolimit auf Autobahnen, das in Deutschland weiterhin nicht beschlossen wurde. Ob die künftige Bundesregierung das Thema angehen wird, ist unklar. Vettel jedenfalls würde es begrüßen.

"Es ist ein Weg, um bis zwei Millionen Tonnen an CO2-Emissionen einzusparen. Und es eignet sich vielleicht auch, um die Welt etwas sicherer zu machen", sagte Vettel in Istanbul. Ein Tempolimit sei ein "No-Brainer", das Argument Freiheit lässt er nicht gelten. "Um ehrlich zu sein, fühle ich mich nicht weniger frei, wenn ich in die Türkei, die USA, nach Großbritannien oder in jedes andere Land komme, wo es ein Tempolimit gibt", sagte er.

Bundesminister Scheuer rät Vettel dazu, doch die Rennserie zu wechseln, wenn er ein Problem mit hohen Geschwindigkeiten habe. "Auch mit einem Blick auf die aktuelle Fahrerwertung in der Formel 1 könnte man ohnehin einen Wechsel in die Formel E als konsequent empfinden. Dort werden auch geringere Höchstgeschwindigkeiten als in der Formel 1 gefahren", meint Scheuer augenzwinkernd. Vettel ist derzeit WM-Zwölfter.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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