Carlos Sainz: Darum ist Sebastian Vettel ein "Spitzenkerl"

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Carlos Sainz: Darum ist Sebastian Vettel ein
Autor: Norman Fischer
19.11.2018, 11:04

Carlos Sainz erinnert sich an seinen ersten Test mit Red Bull und an das überraschende Erlebnis mit Sebastian Vettel danach - Deutsche für ihn "Spitzenkerl"

Immer ein Lächeln auf den Lippen, immer freundlich, immer offen und immer einen kessen Spruch auf Lager: Sebastian Vettel gehört im Fahrerlager der Formel 1 zu den beliebtesten Personen. Zwar kann der Deutsche auch schon gerne einmal grantig werden, wenn es nicht wie gewünscht läuft, doch meistens gibt sich der Ferrari-Pilot als echter Sonnyboy.

Und wie sich in Mexiko gezeigt hat, kann er auch die Leistung seiner Konkurrenten anerkennen. Das ist nicht erst so, seit er Lewis Hamilton und Mercedes fair zum Titel gratulierte, auch früher sei er schon so gewesen, meint Carlos Sainz. Der Spanier erinnert sich an seinen allerersten Formel-1-Test 2013 und seine Begegnung mit dem Deutschen. Sainz war damals ein absoluter Rookie und Vettel bereits dreimaliger Weltmeister.

Sainz durfte damals bei den Young-Driver-Testfahrten in Silverstone ran und erst den Toro Rosso und am nächsten Tag den Red Bull fahren. Nach ein paar Aerodynamik-Tests bekam der Youngster ein paar frische Reifensätze, um sich zu zeigen. "Am Ende hatte ich das Gefühl, dass ich eine gute Runde hingebracht habe", erzählt er bei 'Beyond The Grid'. "Dann ist Sebastian in die Garage gekommen und direkt nach mir in genau jenes Auto eingestiegen. Mit den gleichen Reifen und einem ähnlichen Programm."

Zwar war Sainz von seiner Runde überzeugt, doch Vettel war eben der amtierende dreimalige Weltmeister und eine ganz andere Hausnummer. "Ich habe gefürchtet, dass er mich jetzt zerstören wird und ich so schlecht aussehen werde. Das war die Saison, als er die letzten neun Saisonrennen gewonnen hat", erinnert er sich. "Am Ende war er aber nur um eine halbe Zehntelsekunde schneller als ich - auf der gleichen Reifenmischung."

Vettel sei danach in den Ingenieursraum gegangen, habe Sainz' Hand geschüttelt und gesagt, dass er wirklich gute Arbeit geleistet habe und seine Rundenzeit wirklich gut sei. "Er hat das auch den Ingenieuren gesagt - vor allen anderen", erinnert sich der Renault-Pilot weiter. "Ich stand unter Schock. Und hatte großen Respekt vor ihm, denn er hätte nichts sagen müssen. Er hätte auch nach Hause gehen können, ohne irgendwas zu sagen."

"Stattdessen hat er mir gratuliert und es allen im Team gesagt. Das war das erste Mal, dass mir bewusst wurde, was für ein Spitzenkerl Seb ist", lobt er den Deutschen und ist angetan von dessen Verhalten im Fahrerlager: "Er hat meistens ein Lächeln im Gesicht, er merkt sich die Namen von allen, er ist immer ansprechbar, fragt dich über dein Leben, über deine Familie, über alles Mögliche. Das ist im Fahrerlager sehr ungewöhnlich."

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