Carlos Sainz: Das Formel-1-Reglement ist nur ein schlechter Kompromiss
Carlos Sainz erklärt, warum er kein Fan der aktuellen Situation ist - Weil die neue Motorenformel nicht gut funktioniere, wolle man dies mit "Pflastern" kaschieren
Ist der neue "Straight-Mode" an manchen Stellen zu gefährlich?
Foto: Formel 1
Beim Auftakt der Formel-1-Saison 2026 in Melbourne (Australien) gab es am Wochenende mehrere Unfälle. Andrea Kimi Antonelli (Mercedes) crashte im dritten Training am Samstag, einige Stunden später erwischte es Max Verstappen (Red Bull) im Qualifying. Und am Sonntag flog Oscar Piastri (McLaren) bereits vor dem Start ab.
Im Rennen selbst kam es zu keinem größeren Crash, doch laut Carlos Sainz hätte es vor allem in der Startphase schnell dazu kommen können. "Die größte Sorge für mich beim Rennen ist die erste Runde. Mit SLM fühlte es sich wirklich unsicher an, als alle auf der Gegengeraden waren", so der Williams-Pilot.
Gemeint ist der neue "Straight Mode" oder "Straight Line Mode" (SLM) der Formel 1, der in Melbourne am Wochenende im Verlauf einer Runde gleich fünfmal aktiviert werden durfte. Laut Sainz habe das dazu geführt, dass es teilweise "sehr schwierig" gewesen sei, das Auto zu kontrollieren.
"Auf der Geraden ist es nicht so schlimm, weil es wie DRS im vergangenen Jahr ist", erklärt der Williams-Pilot. Wie beim ehemaligen DRS stellen die Piloten auch beim SLM in diesem Jahr den Heckflügel flach. Ergänzend klappt 2026 zudem auch der Frontflügel nach unten.
Weil man dadurch eine Menge Abtrieb verliert, wird es laut Sainz an dem Punkt gefährlich, an dem der "Straight Mode" nicht mehr nur auf einer reinen Geraden wie der Start-Ziel-Geraden aktiviert werden darf.
Warum es nicht ohne "Straight Mode" geht
In Melbourne durften die Flügel zum Beispiel auch vor Kurve 9 flachgestellt werden, obwohl die Strecke dort einen Knick hat und man nicht nur geradeaus fährt. Das sorgte bereits am Samstag für Diskussionen, weil die FIA den SLM an dieser Stelle aus Sicherheitsgründen entfernen wollte - letztendlich aber zurückruderte.
Laut Sainz ist das große Problem, dass der "Straight Mode" zwar an einigen Stellen gefährlich sei, es ohne den neuen Modus aber auch nicht gehe. "Ihr habt gesehen, dass alle Teams im Qualifying wie verrückt Lift-and-Coast gemacht haben", so der Spanier.
"Wenn man jetzt den SLM weglässt, können wir mit unserem Deployment gar nicht fahren. Wir brauchen also gewissermaßen den SLM", weiß Sainz. Und genau da liegt das Dilemma, denn ohne "Straight Mode" hätten die Autos auf den Geraden zu viel Luftwiderstand.
Das würde dazu führen, dass den Boliden viel zu schnell die Energie ausgeht. "Meiner Meinung nach sollten wir für das Racing keine aktive Aerodynamik benötigen", betont Sainz daher und erklärt, dass der SLM lediglich "ein Pflaster" für den zu schwachen Motor sei.
Die Konsequenz sei nun, dass man auf einer energiearmen Strecke wie Melbourne den "Straight Mode" an Stellen einsetzen müsse, "an denen wir es eigentlich nicht sollten". Die Lösung sei daher "ein Pflaster für eine Motorenformel, die für mich im Moment einfach nicht sehr gut zu funktionieren scheint."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.