Carlos Sainz: In den ersten Runden denke ich nicht an Sonntag

Carlos Sainz will im Sprint am Samstag nicht zu früh zu vorsichtig sein - Die gute Rennpace aus Spielberg sei von Ferrari in Silverstone nicht zu erwarten

Carlos Sainz: In den ersten Runden denke ich nicht an Sonntag

Das Debüt des Sprintqualifyings hängt als großes Thema über dem Formel-1-Wochenende in Silverstone. Für alle Fahrer und Teams ist der Modus völliges Neuland. Wie hoch etwa wird das Risiko sein, das die Fahrer im Sprint eingehen, wenn ein Unfall am Samstag auch das Rennen am Sonntag bereits torpedieren könnte?

Ferrari-Pilot Carlos Sainz zumindest glaubt nicht, dass die Fahrer zu Beginn des Sprintqualifyings bereits an das Rennen am Sonntag denken. "Man kennt die Formel-1-Fahrer und wie sie sich am Start verhalten. Ich glaube nicht, dass wir in den ersten sechs, sieben Kurven zu sehr an Sonntag denken werden, zumindest ich nicht", sagt Sainz.

Die Formel 1 selbst erhofft sich vom Sprint zusätzliches Spektakel. In Silverstone besteht das Sprintqualifying aus 17 Runden, in denen - so die Wunschvorstellung - ein Zweikampf den nächsten jagen soll.

F1-Sprint: Droht nach dem Start eine Prozession?

Doch Sainz glaubt, wenn die Startphase erst einmal vorüber ist, könne es auch eine Prozession geben. "Wenn sich das Rennen etwas beruhigt hat, dann denken wir vielleicht an Sonntag", sagt er. Denn da der Sprint die Startaufstellung für das Rennen am Sonntag bestimmt, muss sich ein Fahrer gut überlegen, ob ein Startplatz besser oder schlechter das Risiko wert ist, im Falle eines Unfalls am Sonntag von ganz hinten starten zu müssen.

Zumindest Ferrari, so sollte man nach den starken Leistungen in den beiden Rennen in Spielberg denken, dürfte sich über das Format freuen. Doch Sainz glaubt nicht, dass die in Österreich starke Rennpace in Silverstone so einfach zu wiederholen ist.

"Ich denke, unsere Wettbewerbsfähigkeit, die wir in Österreich gesehen haben, lag vor allem an der Strecke", meint der 26-Jährige. Er erklärt: "Um es einfach zu sagen: Silverstone und Paul Ricard beanspruchen vor allem die Vorderachse. Das bedeutet, man hat einen höheren Verschleiß der Vorderreifen. Und deshalb erwarten wir hier im Rennen größere Probleme, weil vor allem unsere Vorderreifen abbauen."

Sainz: Silverstone ähnlich wie Le Castellet

Auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet erlebte Ferrari das wohl schwächste Rennen der Saison, als der Reifenabbau so gewaltig war, dass sowohl Sainz als auch Leclerc trotz guter Startpositionen ohne Punkte blieben.

In Österreich hingegen sei die Situation anders gewesen, schildert Sainz. "Österreich ist eine Strecke, die vor allem die Hinterreifen belastet. Daher denken wir, waren wir im Rennen konkurrenzfähiger, weil wir bei den Hinterreifen besser aufgestellt sind", sagt er: "Also denke ich nicht, dass uns das zweite Rennen hilft. Es macht die Dinge wenn überhaupt noch komplizierter."

Neben dem Sprintqualifying kommen auch die neuen Hinterreifen von Pirelli, die in Spielberg erfolgreich getestet wurden, erstmals regulär zum Einsatz. Die generelle Meinung klang bereits nach den Testrunden so, dass es keinen großen Unterschied im Fahrverhalten gegeben habe. Sainz bekräftigt diesen Eindruck.

"So, wie wir die Reifen getestet haben und anhand der Daten, die wir bekommen haben, haben wir keine großen Unterschiede in der Balance gespürt. Wenn sich die Balance nicht stark ändert, sehe ich nicht, warum wir mehr oder weniger Schwierigkeiten haben sollten. Das Gefühl war etwas anders, der Reifen ist etwas anders, aber nicht die Balance selbst", sagt er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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