Carlos Sainz: "Zweiter Platz schmeckt nicht so gut, wie er schmecken sollte"

Carlos Sainz freut sich über seinen zweiten Platz, hadert aber damit, dass wieder ein anderer schneller war - Kampf gegen Kumpel Norris um die Führung?

Carlos Sainz: "Zweiter Platz schmeckt nicht so gut, wie er schmecken sollte"

Wie sich ein zweiter Platz anfühlt, kennt Carlos Sainz in einem Grand Prix bereits, doch wie es ist, auch am Start freie Sicht zu haben, das ist für den Spanier neu. Am Sonntag in Sotschi wird der Ferrari-Pilot zum ersten Mal in seiner Karriere aus der ersten Startreihe starten. "Das ist definitiv ein gutes Resultat", freut er sich.

Doch wie schon etwa bei seinem zweiten Platz in Monza 2020 war noch ein anderer Überraschungskandidat eine Position besser - diesmal war es sein alter McLaren-Kumpel Lando Norris, der ihn noch einmal um eine halbe Sekunde überflügeln konnte. "Wir waren so nah an einer Pole, dass der zweite Platz vielleicht nicht so gut schmeckt wie er sollte", sagt Sainz.

Denn im Nachhinein hadert er etwas damit, dass er als einer der Ersten seine letzte Runde in Angriff nahm. Die Fahrer danach hatten den Vorteil einer noch besseren, weil noch etwas trockeneren, Strecke. So konnte er zwar zunächst die Zeit des Führenden Lewis Hamilton um 1,5 Sekunden knacken, doch Norris unterbot seine Zeit anschließend noch einmal.

"Man fragt sich dann schon immer, wie viel schneller man hätte fahren können, wenn man etwas später gefahren wäre", sagt Sainz, will sich aber nichts madig reden: "Es war eine gute Runde und ich konnte es genießen. Die schwierigen Bedingungen machen im Formel-1-Auto immer am meisten Spaß."

 

Sainz' Glück war, dass die Bedingungen am Ende gerade so gut genug für Slicks waren. Das sorgte zum einen dafür, dass anderen Fahrern wie den beiden Mercedes die Zeit ausging, um noch einmal schneller zu fahren, zum anderen kam das dem Ferrari eher entgegen als die Fahrt auf Intermediates. Denn auf diesen war der Spanier als Zehnter gerade so in Q3 gerutscht.

"Das waren wohl unsere schwächsten Bedingungen", sagt er. "Im Trockenen sahen wir konkurrenzfähig aus."

Schlechte Ausganslage ganz vorn?

Das kommt Ferrari am Sonntag entgegen, denn dann wird voraussichtlich ein trockenes Rennen ins Haus stehen, in dem Sainz versuchen muss, seine zweite Position zu verteidigen. "Das wird schon lustig werden", kündigt er an. Zumal mit Lando Norris und George Russell noch zwei andere Überraschungskandidaten in den Top 3 starten.

 

Von diesen dürfte Sainz aber die schlechteste Ausgangsposition haben. Reihe zwei gilt in Sotschi durch den langen Weg in Kurve 2 als Vorteil, zudem startet Sainz von der schlechteren Seite.

"Ich denke, es gibt zwei Optionen", sagt er. "Entweder ich komme gut weg und wir haben ein direktes Rennen zu Kurve 2, oder wenn nicht, dann muss ich versuchen, einen guten Windschatten zu finden. Wir wissen, dass wir nicht die Schnellsten auf den Geraden sind. Darum müssen wir etwas Zug finden - sonst wird es ein langer Weg in Kurve 2."

Mercedes und Red Bull drücken von hinten

Gerne würde Sainz seinen alten Kumpel Norris am Start überholen, und wie der Brite am Start tickt, weiß er ganz genau. "Ich habe mir in den vergangenen beiden Jahren ständig Startreihen mit ihm geteilt", so Sainz. "Wir kennen einander sehr gut."

Doch selbst wenn er seine gute Position am Start verteidigen kann, weiß der Ferrari-Pilot, dass die weiteren Runden sehr schwierig werden. Denn in Sotschi ist Überholen aufgrund der langen Geraden durchaus möglich - und hinter ihm starten etwa die beiden Mercedes und der Red Bull von Sergio Perez.

"Die sind hier eine halbe bis eine Sekunde schneller als wir. Irgendwann werden sie uns unter Druck setzen", so Sainz. "Wir werden sehen, ob wir vorne bleiben können. Das Ziel ist natürlich, vor ihnen ins Ziel zu kommen und Lando am Start zu überholen. Schauen wir mal, ob wir hart racen und an der Spitze etwas Spaß haben können."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Alonso mit Platz sechs zufrieden: Endlich auch im Regen schnell!

Vorheriger Artikel

Alonso mit Platz sechs zufrieden: Endlich auch im Regen schnell!

Nächster Artikel

Lando Norris: Nur in Sotschi wollte ich nicht auf Pole stehen!

Lando Norris: Nur in Sotschi wollte ich nicht auf Pole stehen!
Kommentare laden