"Chaos" & "Verwirrung": Enge Boxengasse ein Sicherheitsrisiko?

Die enge Boxengasse in Zandvoort sorgt für Sicherheitsbedenken - "Chaos" und "Verwirrung" könnten im Grand Prix der Niederlande ausbrechen

"Chaos" & "Verwirrung": Enge Boxengasse ein Sicherheitsrisiko?

Die Rennstrecke in Zandvoort stellt die Formel 1 vor neue Herausforderungen, unter anderem auch die Boxengasse. Teams und Fahrer haben nach dem Qualifying zum Grand Prix der Niederlande Bedenken geäußert. Denn die Boxengasse ist die schmalste des gesamten Jahres.

Die große Sorge: Aufgrund der recht hohen Wahrscheinlichkeit einer Safety-Car-Phase im Rennen - schon in den Trainings und im Qualifying wurde am Rennwochenende mehrmals die rote Flagge gezeigt - könnte eine Welle an Boxenstopps ausgelöst werden.

Sollten viele Piloten gleichzeitig ihre Räder wechseln wollen und Teams womöglich sogar Doppelstopps absolvieren, dann könnte das zu einem Stau führen. FIA-Rennleiter Michael Masi hat vorbeugend das Tempolimit am Wochenende auf 60 km/h heruntergesetzt.

Abstand zwischen den Teams kleiner als in Monaco

"Was die Boxengasse angeht, so ist dies die engste im gesamten Jahr", weiß McLaren-Teamchef Andreas Seidl. "In Monaco ist sie rund 16 Meter lang, [der Abstand] von einem Stellplatz zum nächsten. Hier sind es nur 14 Meter. Das ist also eine Herausforderung."

Seine Mannschaft habe sich so gut wie möglich darauf vorbereitet und im Training verschiedene Szenarien mit der Boxencrew durchgespielt. "Aber natürlich kann es zu Problemen führen, wenn [alle] gleichzeitig reinkommen."

Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff erkennt an, dass ein Boxenstopp potenziell riskant sein könnte. Seine Mannschaft hat zumindest den Vorteil, ganz am Anfang der Boxengasse untergebracht zu sein und somit wohl die sauberste Einfahrt zu haben.

"Die Boxengasse, wie auch die Garagen, fühlen sich für mich wie wahres Racing an, wie in den guten alten Zeiten", schwelgt der Österreicher in Erinnerungen. "Aber natürlich ist das nicht der Standard, den man auf einer neu gebauten Strecke findet, und daher ist es herausfordernd."

Nachsatz: "Man muss vorsichtig sein und aufpassen, was in der Boxengasse passiert. Die Fahrer wissen das und werden sich darauf einstellen."

Nicht nur die Piloten müssen mit der zusätzlichen Herausforderung umgehen, sondern auch die Boxencrews, die auf engstem Raum operieren müssen. Ferrari-Pilot Carlos Sainz hat zugegeben, dass er sich um die Sicherheit seiner Mechaniker Sorgen macht.

McLaren-Teamchef Seidl: "Könnte uns Chancen eröffnen"

"Vielleicht wurde darüber nicht genügend gesprochen. Aber die Boxengasse ist auf der gefährlichen Seite für die Mechaniker, da sie so schmal ist. Ich hoffe, dass alles gut geht [im Rennen]." Der Spanier hofft, dass die Gasse in Zukunft überarbeitet wird.

Teamkollege Charles Leclerc merkt an: "Es ist schwierig, zu unserem Platz zu gelangen, wenn Alpine einen Stopp durchführt. Das wird also knifflig werden, wenn alle zur selben Zeit reinfahren."

Auch Daniel Ricciardo liegt die Sicherheit seiner Mechaniker auf dem Herzen. "Das ist die engste Boxengasse, die wir je hatten. Vielleicht noch enger als Monaco", merkt der McLaren-Pilot an. "Und das spürt man. Wenn alle auf einmal reinkommen, dann wird es sehr eng! Aber man muss es als eine potenzielle Chance sehen."

Er rechnet damit, dass "Chaos" und "Verwirrung" ausbrechen könnten. Daher nimmt sich Ricciardo vor, "cool" und ruhig zu bleiben. "Das stärkt das Vertrauen der Boxencrew ein wenig. Denn die müssen schließlich in der Boxengasse stehen und sich dem Risiko aussetzen."

McLaren habe genügend Boxenstopps trainiert an diesem Wochenende, um zuversichtlich auf das Rennen zu blicken, merkt er an. "Aber dieser eine Wunsch wäre tatsächlich, dass die Boxengasse ein wenig größer wäre."

Aus der potenziellen Verwirrung, die in den Boxen entstehen könnte, möchte McLaren einen Vorteil herausschlagen. Das Team konnte sich nur auf den Rängen zehn und 13 qualifizieren. "Nach dem Tief, das wir als Team im Qualifying erlebt haben, könnte uns das natürlich auch morgen Chancen eröffnen", meint Seidl.

"Denn wie schon gesagt, ist es eine schwierige Strecke, um hier zu überholen. Andererseits hat man schon in den Trainings und im Qualifying gesehen, dass mit dem Streckenlayout und den Kiesbetten hier eine Menge Dinge passieren können, die wir nutzen können, etwa mit den Safety-Cars", weiß der Teamchef.

"Das ist also wichtig. Wir sind morgen immer noch im Spiel, um alle Möglichkeiten zu nutzen, die sich ergeben könnten."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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