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Chaos vorprogramiert? Pirelli-Reifen nicht für Montreal-Wetter entworfen

Beim Grand Prix von Kanada steht uns laut Wettervorhersage das erste Regenrennen der Saison bevor

Chaos vorprogramiert? Pirelli-Reifen nicht für Montreal-Wetter entworfen

Der Grand Prix von Kanada könnte zu einer Lotterie verkommen

Foto: Getty Getty

Laut Simone Berra, seines Zeichens Formel-1-Chefingenieur bei Pirelli, könnte uns beim Grand Prix von Kanada ein äußerst spektakuläres Rennen erwarten: "Es kommt alles zusammen", so seine Formulierung gegenüber unserem Schwesterportal Motorsport.com.

"Wir haben kalte Temperaturen und einen Low-Energy-Kurs. Wenn es hier regnet, dann wird es wirklich kompliziert. Laut Vorhersage rechnet man mit elf oder zwölf Grad Celsius Lufttemperatur. Und falls es regnen sollte, dann wäre die Streckentemperatur durchaus vergleichbar."

Mit diesen Voraussetzungen ist es schwierig, die Pirelli-Pneus in das sagenumwobene Arbeitsfenster zu bekommen. "Mit den Intermediates wird es noch schwieriger, mit den Full-Wets hingegen etwas einfacher", so Berra.

"Die Mischung hat ein kleineres Arbeitsfenster, also denke ich, dass die Vollregenreifen da weniger Probleme haben werden." Dazu betont Berra zudem, dass man die Reifen nicht für solch kalte Temperaturen entworfen hat.

Genauso wie in Miami hat man sich seitens der FIA und Pirelli dazu entschieden, die Temperatur der Heizdecken auf 70 Grad Celsius anzuheben. Für Vollregenreifen liegt dieser Wert bei 40 Grad Celsius. Dabei könnte das Erreichen der richtigen Temperatur laut Berra bis zu fünf Runden dauern.

"Wenn du Temperatur verlierst und keine Möglichkeit findest, eben diese aufzubauen oder erneut aufzubauen, dann hast du ein Problem", so der Ingenieur. "Da bekommst du Probleme und hast keinen Grip. Im Prinzip kannst du [die Intermediates] bei diesen kalten Temperaturen nicht nutzen."

Kurzfristig kann man dieses Problem laut Pirelli nicht lösen. Auch höhere Temperaturen unter den Heizdecken wären nur eine kurzzeitige Hilfe. Dementsprechend skeptisch reagieren Fahrer wie Max Verstappen auf die Situation.

Keine Chance im Regen?

"Wenn die Reifen kalt sind, dann fährt sich das wie auf Eis", so seine Worte. "Vollregenreifen funktionieren etwas besser, aber das war bei meinem Test in Barcelona der Fall. Da kannst du durch die Kurven grundsätzlich mehr Hitze generieren. Das dürfte hier schwierig werden."

Während Barcelona mit seiner Vielzahl an Kurven als herausragende Teststrecke gilt, stellt der Stadtkurs von Montreal eine völlig andere Herausforderung dar. Entweder schießt das Feld durch enge Schikanen oder liefert sich Duelle auf den langen Geraden.

"Ich hoffe einfach, dass das Wetter nicht zu schlecht wird", so Verstappen. "Wenn die Reifen nicht richtig funktionieren, dann sorgt das für viel Chaos. Dabei denke ich, wir haben schon genug zu tun."

Probleme im Regen durch neue Motoren

Hinzukommen Bedenken rund um die neuen Motoren, wie etwa Oscar Piastri betont: "Diese Motoren mögen es nicht, wenn du nicht konstant fährst", so der McLaren-Pilot. "Und im Regen ist es quasi unmöglich, konstant zu sein. Da dürfte es im ganzen Feld Probleme geben, aber wir werden sehen, was wir tun können."

Trotz tausender Ingenieure wisse man nicht, wie genau das Rennen am Sonntag aussehen würde, erklärt der WM-Dritte von 2025.

"Die Autos funktionieren im Regen nicht so, wie sie funktionieren sollten", erläutert Verstappen zu dieser Thematik. "Du hast weniger Anpressdruck und der Hybridmotor ist schwerer zu beherrschen, als ein V8er. Im Regen ist das Ansprechverhalten schlechter, gerade mit der aktuellen Motoren-Formel. Also ja, das wird viel schwieriger."

Das Rennen geht um 22 Uhr deutscher Zeit an den Start. Mit George Russell und Kimi Antonelli stehen einmal mehr beide Mercedes in der ersten Startreihe.

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