Chaotischer Start droht: Wird ein Fahrer vom halben Feld überholt?
Wird der Start in der neuen Formel-1-Ära chaotisch? Theoretisch könnte es Fahrer weit nach hinten spülen, wenn sie einen Fehler machen, glaubt Charles Leclerc
Charles Leclerc dürfte hoffen, Mercedes gleich am Start zu knacken
Foto: LAT Images
Ein Formel-1-Fahrer könnte beim Start zum Großen Preis von Australien "vom halben Feld überholt werden", wenn er sich "dumm" anstellt. Davon ist Ferrari-Star Charles Leclerc überzeugt.
Die Meisterschaft feiert an diesem Wochenende das Debüt ihres neuesten Reglementumbruchs. Sowohl das Chassis als auch die Antriebseinheit wurden grundlegend verändert, was die Art und Weise, wie Fahrer Rennen bestreiten, massiv beeinflusst.
Das liegt vor allem an den Änderungen am Motor: Dieser ist nun viel stärker auf elektrische Energie angewiesen (nahezu ein 50/50-Verhältnis zwischen Verbrenner und Elektro). Das bedeutet, dass das Batteriemanagement eine weitaus größere Rolle spielt und gleichzeitig die Rennstarts deutlich komplexer geworden sind.
Durch den Wegfall der MGU-H müssen die Fahrer ihre Motoren mindestens zehn Sekunden lang viel höher drehen lassen, um den Turbolader auf Touren zu bringen. Wer dieses Prozedere zeitlich falsch einschätzt, riskiert, dass das Auto beim Erlöschen der Ampeln direkt in den Anti-Stall-Modus verfällt.
Oscar Piastri von McLaren meinte bereits zuvor, dass dies einen Fahrer bis zu sieben Positionen kosten könnte - ein Szenario, das Leclerc beim Saisonauftakt in Melbourne am Sonntag für absolut möglich hält.
"Es gibt viele Unbekannte", sagt Leclerc, der sich als Vierter qualifiziert hat. "Ich weiß nicht wirklich, wie es laufen wird. Man kann in der ersten Runde leicht Autos überholen, aber man kann genauso leicht in der nächsten Runde vom halben Feld kassiert werden, wenn man sich völlig dumm anstellt."
"Ich weiß also nicht, ob am Ende alle einfach gar nichts riskieren oder ob wir verrückte Dinge sehen werden. Wir müssen es morgen abwarten", so der Ferrari-Pilot.
Die Übungsstarts während der Testfahrten in Bahrain waren bereits interessant zu beobachten, da die Fahrer versuchten, sich an das neue Prozedere zu gewöhnen - wobei einige besser damit zurechtkamen als andere.
Ferrari hatte wohl den größten Erfolg: Bei einer Gelegenheit katapultierte sich Lewis Hamilton von Platz fünf auf eins nach vorne. Doch Leclerc glaubt nicht, dass dieser Vorteil am Sonntag automatisch Bestand haben wird. Solange Mercedes keinen Fehler macht, sollten sie ihre dominante Doppelführung aus dem Qualifying halten können. Red-Bull-Pilot Isack Hadjar auf Platz drei ist für Leclerc wohl die beste Chance auf ein Überholmanöver.
"In Bahrain sahen die Starts noch etwas chaotisch aus", erklärt Leclerc gegenüber Sky. "Ich glaube nicht, dass es morgen so aussehen wird, aber ich kann mich auch täuschen. Die Sache ist die: Wenn jeder sein optimales Fenster für den Start trifft, liegen die Autos nicht weit auseinander. Für uns ist es eigentlich recht einfach, dieses optimale Fenster zu erreichen."
Interessant wird es jedoch beim Blick auf die Konkurrenz: "Ich glaube - auch wenn ich den Mercedes-Motor nie selbst gefahren bin -, dass es für sie viel schwieriger ist, dieses optimale Fenster zu treffen. Das bedeutet, dass es für sie beim Start etwas kniffliger werden könnte. Aber wenn sie alles perfekt machen, erwarte ich nicht, dass sie überhaupt Probleme haben werden."
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