Charles Leclerc: Ferrari hat aktuell nur den drittbesten Formel-1-Motor
Laut Charles Leclerc sollte sich Ferrari auf jeden Fall für ADUO qualifizieren - Liegt der Motor der Italiener bei der Performance sogar hinter dem Antrieb von Red Bull?
Hat auch Red Bull aktuell einen besseren Motor als Ferrari?
Foto: Sutton Images
Sind diese Aussagen rein politisch oder ist Ferraris Formel-1-Motor in der Saison 2026 wirklich nur der drittbeste im Feld? Am Donnerstag vor dem Großen Preis von Kanada in Montreal hat Ferrari-Pilot Charles Leclerc nämlich genau das angedeutet.
Mercedes habe aktuell "einen sehr großen Vorteil" bei der Powerunit, und es werde "sehr schwierig" werden, diesen Rückstand aufzuholen, so Leclerc, der deshalb davon ausgeht, dass die Italiener die Chance bekommen werden, beim eigenen Antrieb noch einmal nachzubessern.
Hintergrund ist das in diesem Jahr neue ADUO-System, das bereits seit einigen Wochen für Schlagzeilen sorgt. Liegt ein Hersteller mit seinem Verbrennungsmotor mindestens zwei Prozent hinter dem besten Aggregat im Feld, qualifiziert er sich für ADUO ("Additional Design and Upgrade Opportunities").
Je größer der Rückstand, desto umfangreicher fallen die Möglichkeiten aus, die ein Hersteller zum Nachrüsten erhält. Nach Montreal wird die FIA bekannt geben, wer ADUO erhält - und in welchem Umfang.
Bei Ferrari macht man kein Geheimnis daraus, dass man auf ADUO hofft. Das erklärte bereits Teamchef Frederic Vasseur, und auch Leclerc antwortet auf die Frage, ob sich Ferrari für ADUO qualifizieren werde: "Es würde mich wundern, wenn es nicht so wäre."
Wie groß ist der Mercedes-Vorsprung wirklich?
Seine Erklärung: "Ich stelle manchmal auf der Geraden fest, dass wir im Vergleich zur Mercedes- oder sogar zur [Red-Bull-]Ford-Powerunit ein wenig hinterherhinken." Folglich hat Ferrari seiner Meinung nach aktuell also lediglich den drittbesten Motor im Feld.
An der Frage, wie groß der Rückstand von Ferrari wirklich ist, scheiden sich allerdings die Geister. So erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff jüngst bereits, dass seiner Meinung nach lediglich Honda so weit zurückliege, dass ADUO-Maßnahmen wirklich gerechtfertigt seien.
Wolff warnte davor, dass ADUO kein Sprungbrett für Hersteller sein dürfe, "um andere zu überholen". Leclerc sagt auf der anderen Seite, Ferrari werde es zwar "auf jeden Fall helfen, näher heranzukommen. Ob es reichen wird, um den Rückstand aufzuholen, weiß ich nicht", betont er jedoch auch.
Das sei auch davon abhängig, in welche ADUO-Kategorie Ferrari falle, so der Monegasse. Diese Entscheidung liegt letztendlich bei der FIA. Es ist daher nicht auszuschließen, dass manche Hersteller momentan ganz bewusst versuchen, sich in ein schlechtes Licht zu rücken, um ADUO zu erhalten.
Gleiches gilt auf der anderen Seite natürlich auch, wenn Wolff zum Beispiel erklärt, dass alle Motoren mit Ausnahme des Honda-Antriebs für ihn "ziemlich im gleichen Bereich" liegen. Denn das sieht man bei Ferrari und zum Beispiel auch Audi ganz anders.
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