Charles Leclerc: Warum konnte er nicht in den fünf Sekunden bleiben?

Nach der Strafe für Singapur-Sieger Sergio Perez fehlten Charles Leclerc 2,5 Sekunden auf den Rennsieg: Warum der Ferrari-Pilot gegen Rennende keine Chance mehr hatte

Charles Leclerc: Warum konnte er nicht in den fünf Sekunden bleiben?
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Bei Zieldurchfahrt des Großen Preises von Singapur musste sich Ferrari-Pilot Charles Leclerc um 7,5 Sekunden Rennsieger Sergio Perez geschlagen geben, ein Abstand, der nach dem Rennen noch eine große Bedeutung haben sollte, weil der Mexikaner wegen eines Vergehens hinter dem Safety-Car nachträglich eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekam.

Während der Monegasse nach dem Wechsel von Intermediates auf Trockenreifen noch Druck auf Perez machen konnte, fiel er in der Schlussphase des Rennens jedoch Stück für Stück zurück und konnte einen Rückstand von fünf Sekunden auf den Red-Bull-Piloten nicht mehr halten, obwohl ihm sein Ferrari-Team am Funk deutlich gemacht hatte, wie wichtig dies gewesen wäre.

Angesprochen auf den letzten Stint, sagt Leclerc: "Ich war ziemlich überrascht, denn als ich das DRS verlor, war das, glaube ich, genau der Zeitpunkt, an dem Checos Reifen anfingen, richtig zu funktionieren, und leider habe ich dann ein bisschen verloren."

Leclerc: "Habe Auto einfach nach Hause gebracht"

"Ich habe bis zum Ende gepusht, denn ich wusste, dass gegen Checo offensichtlich ermittelt wurde. Mein Ingenieur hatte mir das gesagt, also habe ich gepusht, und sobald er mir sagte, dass er 5,1 Sekunden Vorsprung hat, ging es nur noch darum, das Auto ins Ziel zu bringen", erklärt Leclerc.

"Die Bedingungen waren sehr, sehr schwierig und man kann man sehr leicht Fehler machen. Sobald ich also wusste, dass die fünf Sekunden Rückstand aufgebraucht waren, habe ich das Auto einfach nach Hause gebracht."

"Aber davor war wirklich alles am Limit, bei der verwirbelten Luft unter solchen Bedingungen zahlt man für den kleinsten Fehler einen hohen Preis", erklärt Leclerc seine Verbremser in Kurve 16. "Ich habe also nur wenige Fehler gemacht, ich habe nur versucht, so nah wie möglich dran zu sein, weil ich im Grunde auf der Geraden überholen musste."

Warum Leclerc kein Überholversuch gewagt hat

"Ich konnte nicht wirklich später bremsen, weil ich nicht wirklich wusste, wie die Strecke auf der Innenseite ist, und ich wollte dieses Risiko nicht eingehen. Ich hatte eine Runde, in der ich wirklich nah dran war, und ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, auf die Innenseite zu gehen und später zu bremsen, aber für mich war es das nicht wert, also habe ich einfach auf die richtige Gelegenheit gewartet. Die hat sich am Ende leider nicht ergeben", so der Monegasse.

"Und ich war leider nicht nah genug dran, als er seine Verbremser hatte. Er hat am Anfang ein paar Fehler gemacht, was bei diesen Bedingungen normal ist, aber ich war leider nicht nah genug dran, um einen Überholversuch zu starten."

Leclerc: Ferrari mit Vorteilen nach Safety-Car

Auch wenn es am Ende nicht ganz für einen Sieg gereicht hat, zeigt er sich mit der generellen Pace des Ferrari F1-75 zufrieden: "Am Anfang hatte ich eine bessere Pace [als Perez], aber ich habe auch ziemlich viel gepusht. Und dann, in den letzten zehn Runden, begann er wieder wegzuziehen."

"Aber insgesamt denke ich, dass die Leistung auch auf den Intermediates gut war. Es war nicht super nass, sodass die Reifentemperaturen ziemlich hoch werden und ich dann ziemlich viel Grip verliere, wenn ich hinter ihm war. Aber nach einem Safety-Car sind wir immer ziemlich stark."

"Wir können auch einige Dinge aus diesem Rennen analysieren, denn Red Bull scheint hingegen nach sechs, sieben Runden sehr, sehr gut zu sein, dafür sind wir sehr, sehr gut in den ersten sechs, sieben Runden. Und das werden wir uns ansehen."

Wieder kein Sieg nach Pole für Leclerc "frustrierend"

Nach 2019 war es somit der zweite Singapur-Grand-Prix in Serie, bei dem Charles Leclerc eine Poleposition nicht in einen Rennsieg ummünzen konnte, was er selbst als "frustrierend bezeichnet, da die Pace ziemlich gut war".

"Leider hatten wir einen schlechten Start, und von da an waren wir ein wenig im Hintertreffen", sagt er. "Ich habe versucht, ziemlich viel Druck auf Checo auszuüben, aber man überhitzt die Reifen ziemlich schnell, und dann fällt man ein bisschen zurück. Es war also sehr schwierig, aber die Leistung war da."

"Ich denke auch, dass die Entscheidungen, die wir heute getroffen haben, die richtigen waren. Wir möchten die letzten Rennen nutzen, um vor allem in der Ausführung des Rennens besser zu werden, und ich habe das Gefühl, dass wir an diesem Wochenende einen Schritt nach vorn gemacht haben. Darüber bin ich glücklich, aber natürlich bin ich auch frustriert über den zweiten Platz", so der Ferrari-Pilot.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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