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Christian Horner: Verstappen ist nicht wie Hamilton

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Christian Horner: Verstappen ist nicht wie Hamilton
Autor:
Co-Autor: Edd Straw, Writer
12.07.2019, 13:55

Red-Bull-Teamchef Christian Horner schildert, wie sich Max Verstappen von Lewis Hamilton und Sebastian Vettel unterscheidet - Ricciardo-Wechsel spielt eine Rolle

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hat vor dem Großbritannien-Wochenende mit einer Aussage aufhorchen lassen. Für den Briten ist Max Verstappen derzeit der beste Fahrer, nicht etwa Weltmeister Lewis Hamilton. Was den Niederländer vom Briten unterscheidet und warum es mehr von der Sorte Verstappen bräuchte, erklärt Horner in Silverstone.

"Max ist sehr am Boden geblieben. Ich kann ihn mir nicht mit Bulldoggen vorstellen", schmunzelt der Teamchef. Auch abseits der Rennstrecke fühle sich sein Schützling keineswegs dem Glitzer-und-Glamour-Leben hingezogen, das Hamilton, Besitzer von zwei Bulldoggen, auf Social Media des Öfteren zur Schau stellt.

Seine Freundin stehe ebenso wenig in der Öffentlichkeit. "Er hat eine liebe Freundin, sie scheinen sehr glücklich zu sein. Er war außerdem erst vor wenigen Wochen bei seinem ersten Popkonzert, den Spice Girls." Horner beschreibt Verstappen als "normalen, jungen Kerl".

Verstappen hat sich seit Ricciarods Wechsel verändert

Im Gegensatz zum fünffachen Weltmeister sei er bodenständig geblieben. "Er stellt keine übertriebenen Ansprüche, [der Erfolg] ist ihm nicht zu Kopf gestiegen, das ist schon wirklich beeindruckend." Dennoch konnte der Red-Bull-Teamchef eine Wandlung beobachten.

"Max hat sich wirklich geändert in den vergangenen sieben Monaten, seit Daniel das Team verlassen hat." Seither nimmt Verstappen die Führungsrolle im Team ein. "Außerhalb des Autos stand Max ein wenig in Daniels Schatten, er war der kleine Bruder, mit dem man Schabernack treiben konnte."

Seit Ricciardos Wechsel zu Renault ist Verstappen die erklärte Nummer 1. Mit dieser gewachsenen Verantwortung sei er reifer geworden. "Er unterscheidet sich von anderen Fahrern, mit denen ich gearbeitet habe", konnte Horner in den vergangenen vier Jahren feststellen.

 

Foto: Steve Etherington / LAT Images

"Natürlich gibt es ähnliche Aspekte, zum Beispiel die Arbeitsmoral eines Sebastian Vettel. Auch Max verbringt viel Zeit im Simulator, er genießt das und scheut harte Arbeit nicht. Er liebt den Sport." Das geht sogar so weit, dass der Niederländer sogar an freien Wochenenden seine Zeit lieber mit Esports verbringt. "Das zeigt seine Leidenschaft und seine Freude."

Auch im Umgang mit den Ingenieuren, besonders mit seinem Renningenieur Gianpiero Lambiase, erinnert Verstappen an Vettel. "Er ist brillant. Er hat wirklich einen guten Humor, die Jungs in der Garage lieben ihn dafür. Er fühlt sich selbst als Teil des Teams und genießt die Atmosphäre."

Verstappen hat sich in die Crew integriert und weiß auch über das Privatleben seiner Ingenieure Bescheid, verrät Horner. Dass die Beziehung zu seinen engsten Vertrauten über eine reine Arbeitsbeziehung deutlich hinausgeht, zeigt folgendes Beispiel: "Sein Renningenieur wollte ihm unbedingt beibringen, was 'Love Island' ist. Das hat sich schon zu einer kleinen Obsession ausgewachsen", lacht Horner.

Horner: Mehr Typen wie Max wären gut für die Formel 1

Die Dynamik in der Garage sei einzigartig. "Ich habe zuvor noch nie eine so enge Beziehung zwischen Fahrer und Ingenieure miterlebt. Wenn er auf der Strecke fährt, dann ist das, wie wenn sie einfach miteinander plaudern würden. Die Dynamik ist fast besser als zwischen Rocky [Guillaume Rocquelin] und Sebastian."

Wie anfangs auch bei Hamilton spielt auch bei Verstappen der Vater eine gewichtige Rolle in der Karriere. Der Brite löste sich 2010 von Anthony Hamilton, der bis dahin als sein Manager fungierte. Bei den Verstappens ist ebenso eine Distanzierung zu beobachten.

"In Silverstone ist er wieder allein vor Ort, ohne Manager oder Vater. Jos kommt zu immer weniger Rennen. Und natürlich wird Max erwachsen." Horner betont aber auch die große Unterstützung, die Verstappen von Vater Jos erfährt.

"Man kann sehen, dass er die Fähigkeiten, die Leidenschaft und das Herz für den Rennsport von Jos geerbt hat. Aber auch seine Mutter war eine sehr erfolgreiche Fahrerin. Ich denke, daher kommt auch seine Gelassenheit und Ruhe. Er ist die perfekte Kombination von beiden, aber sicherlich sein eigener Herr."

Von Vater Jos hat er allerdings auch das Temperament geerbt, dass ihn in heiklen Situationen voller Emotionen zeigt. Horner beschreibt das als "leidenschaftlich". Der Zwischenfall mit Esteban Ocon in Brasilien steht exemplarisch für Verstappens aufbrausendes Verhalten.

"Das ist genau der Grund, warum ihn die Leute mögen. Er scheut nicht davor zurück, seine Meinung zu sagen. Ist das schlecht? Ich habe lieber einen solchen Fahrer, der Leidenschaft und Feuer in sich trägt. Der Sport schreit ja geradezu nach mehr Typen wie Max Verstappen", findet der Red-Bull-Teamboss.

Sein größter Traum ist aktuell, dass Verstappen im Kampf um Siege und Weltmeisterschaften mitmischen kann. "Ich denke, das wäre fantastisch." Besonders ein Dreikampf zwischen Hamilton, Verstappen und Vettel lässt ihn schwärmen: "Es wäre großartig. Das Beste für die Formel 1 wäre, wenn Verstappen gegen Hamilton, Vettel und Leclerc kämpfen würde. Das wäre phänomenal."

Mit Bildmaterial von LAT.

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