Christian Horner: Wäre unehrlich, mit Toto Wolff bester Freund zu spielen

Das Formel-1-Titelduell 2021 war auch ein Krieg der Worte zwischen Christian Horner und Toto Wolff - Darauf angesprochen sind sich beide erstaunlich einig

Christian Horner: Wäre unehrlich, mit Toto Wolff bester Freund zu spielen

So wie Lewis Hamilton und Max Verstappen auf der Strecke mit harten Bandagen um den Formel-1-Titel kämpften, ging es in den vergangenen Wochen auch zwischen ihren Teamchefs Toto Wolff und Christian Horner abseits der Strecke heiß her.

Zwar reichten sie sich am Freitag in der Pressekonferenz vor dem großen Saisonfinale in Abu Dhabi demonstrativ die Hände. Doch die Gräben bleiben. Für Red-Bull-Teamchef Horner ist das aber nicht weiter ungewöhnlich, wenn man bedenkt, worum es geht.

"Wir konkurrieren um zwei der größten Trophäen im Sport, und natürlich ist der Wettbewerb sehr intensiv", sagt der Brite, der für seine Verbalattacken gegen Hamilton, Mercedes und auch die FIA im Lauf der Saison einige Kritik einstecken musste.

Horner: "Ein Wettbewerb, der bis an die Grenzen ging"

"Ich denke, dass wir als Charaktere sehr unterschiedlich sind, aber wir teilen die gleiche Intensität, den gleichen Wettbewerb", zieht er den Vergleich mit Wolff. "Ich werde mein Team verteidigen, ich werde meinen Fahrer verteidigen, beide Fahrer, bis zum Äußersten. Das ist es, was man tut, was man repräsentiert und schützen will."

"Ja, auf und abseits der Rennstrecke gab es einen Wettbewerb, der bis an die Grenzen ging. Toto hat das Gleiche von seiner Seite aus getan, und ja, es ist hitzig geworden. Aber ich denke, so ist der Sport", analysiert der Red-Bull-Teamchef die Situation.

"Es wäre für mich sehr unecht, hier oder während der gesamten Saison zu sitzen und mit dem größten Konkurrenten nur zu lächeln. Das kann ich nicht tun, denn das wäre nicht wahrhaftig und ehrlich. Natürlich kochen die Emotionen über. Wir befinden uns in einem Wettbewerbssport. Das ist die Formel 1", so Horner.

Letzten Endes zeige das die Intensität des Wettbewerbs und die Intensität zwischen den Teams. "Das gibt euch etwas, worüber ihr schreiben könnt", sagt er in Richtung der Medien.

Kein gemeinsamer Urlaub: "Das wäre sicher kein Spaß"

"Ich denke, es war vor allem ehrlich. Für mich wäre es völlig falsch, hier zu sitzen und zu sagen, wie sehr wir uns lieben und dass wir nach diesem Wochenende zusammen in den Urlaub fahren werden", bekräftigt der Brite und betont gegenüber Wolff: "Ich werde nach diesem Wochenende nicht mit dir in den Urlaub fahren!"

"Ich weiß nicht, ob das so viel Spaß machen würde", entgegnet der Mercedes-Teamchef schmunzelnd und schließt sich Horner an. "Ich würde Christian zustimmen. Ich denke, es gibt einen gegenseitigen Respekt für die Arbeit, die das andere Team geleistet hat."

"Sie wären nicht da, wo sie jetzt sind, und würden bis zuletzt um diese Meisterschaften kämpfen", sagt Wolff anerkennend, "aber es ist einfach zu intensiv. Ich vertrete das Team und die Interessen des Teams, und das kann manchmal heftig sein, denn es sind nicht nur die Fahrer, die auf der Strecke kämpfen."

Auch Wolff sieht "unterschiedliche Persönlichkeiten"

Es werde um jeden Vorteil, auch im Reglement, gekämpft. "Und natürlich gibt es auch eine gewisse Voreingenommenheit, die aus verschiedenen Perspektiven und unterschiedlichen Wahrnehmungen resultiert", weiß Wolff. So haben sich Red Bull und Mercedes in dieser Saison auch schon einige Mal am grünen Tisch bekriegt.

"Ich kann das rational verstehen, aber wenn es gegen das Team oder gegen die Fahrer geht, kann ich in dem Moment sehr emotional werden. Und Christian hat seine eigene Art, damit umzugehen. Wie er schon sagte, sehr unterschiedliche Persönlichkeiten."

"Aber es geht eben um den Kampf um diese Trophäe, einen der wichtigsten Preise im Sport. Es ist eine Weltmeisterschaft, und deshalb kann man nicht erwarten, dass zwischen den Fahrern, den Teamchefs und allen Teams nettes Plaudern herrscht."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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