Christian Horner: Was mit Verstappen anders ist als mit Vettel

Red-Bull-Teamchef kann den WM-Kampf von Max Verstappen nicht mit dem von Sebastian Vettel vergleichen und verteidigt Stallordern in der Formel 1

Christian Horner: Was mit Verstappen anders ist als mit Vettel

Elf Jahre ist es nun her, dass Sebastian Vettel mit Red Bull seinen ersten Formel-1-Weltmeistertitel feiern konnte. Ein anderer Pilot hat das bislang nicht geschafft, doch nun schwingt sich Max Verstappen auf, in die Fußstapfen des Deutschen zu treten. Der Niederländer liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Duell mit Lewis Hamilton und erlebt damit einen völlig anderen Titelkampf als Vettel seinerzeit.

"Es fühlt sich anders an", sagt auch Teamchef Christian Horner. "Bei Sebastians Meisterschaft hatten wir ein tolles Auto, aber auch immer wieder Probleme mit der Zuverlässigkeit." Verstappen muss derzeit versuchen, seinen Vorsprung gegen Hamilton zu halten, Vettel selbst hatte damals zu keinem Zeitpunkt die WM angeführt - außer eben nach dem letzten Rennen in Abu Dhabi.

Zudem kämpften damals fünf Fahrer um den Titel, von denen vier beim letzten Rennen noch Chancen besaßen: Fernando Alonso führte mit acht Punkten Vorsprung auf Vettels Teamkollegen Mark Webber und weiteren sieben Punkten auf den Deutschen. Und auch Hamilton besaß rechnerisch noch die Möglichkeit.

Vettel war beim Finale daher nur Außenseiter, konnte das Blatt mit einem Sieg und schlechten Ergebnissen der Konkurrenz aber unerwartet noch wenden.

"Bei Max ist es hingegen so eng zwischen zwei Fahrern, die sich seit dem ersten Rennen in Bahrain nichts geschenkt haben", so Horner. "Es ist ein intensiver Kampf zwischen den beiden, und ich finde, dass Max mit dem Ganzen sehr anerkennenswert umgegangen ist."

"Er ist zum ersten Mal in dieser Situation in der Formel 1, aber er bleibt seinen Prinzipien treu, wie er Rennen fährt."

Horner verteidigt Stallorder

Der WM-Kampf ist natürlich auch an diesem Wochenende ein Thema. Am Donnerstag ging es vor allem um die Rolle von Sergio Perez, der in Mexiko sein Heimrennen hat, aber einen möglichen Sieg zugunsten seines Teamkollegen abgeben könnte. Auch Sebastian Vettel hatte sich dazu geäußert und gemeint, dass Stallordern nicht in die Formel 1 gehören.

Der Deutsche kennt sich bei Red Bull gut damit aus. Auch zu seiner Zeit gab es Stallordern, die er aber nicht immer befolgt hat, wie das Beispiel "Multi 21" aus Malaysia 2013 zeigt. Laut Horner waren das damals aber "andere Umstände".

Max Verstappen, Red Bull Racing RB16B

Max Verstappen, Red Bull Racing RB16B

Foto: Steven Tee / Motorsport Images

Der Teamchef verteidigt diese Taktik, weil die Formel 1 ein Teamsport ist und es nicht nur um die Fahrer geht. "Die Fahrer sind Angestellte des Teams, und die Konstrukteursmeisterschaft ist genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger. Vielleicht nicht vom Prestige, aber dort wird das Geld ausgeschüttet", sagt Horner.

"Wir arbeiten als Team, und daher sind Teamordern manchmal notwendig für das beste Interesse des Sports. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir das gegen Ende der Meisterschaft noch öfter sehen werden", so Horner. Egal ob es dabei um Platz eins, Platz drei oder einen Platz weiter hinten geht.

"Die Formel 1 ist ein Teamsport, und jeder muss seine Rolle als Teil des Teams spielen."

Mit Bildmaterial von Red Bull.

geteilte inhalte
kommentare
Fahrer warnen vor "Monsterkalender": "Qualität statt Quantität!"
Vorheriger Artikel

Fahrer warnen vor "Monsterkalender": "Qualität statt Quantität!"

Nächster Artikel

Getriebewechsel: Warum George Russell eine Gridstrafe kassiert

Getriebewechsel: Warum George Russell eine Gridstrafe kassiert
Kommentare laden