Claire Williams: Es war Doriltons Wunsch, dass ich Teamchefin bleibe

Claire Williams erklärt, warum sie aus dem Familienteam ausscheidet und wie es zur Trennung kam, die aber noch nicht sofort völlig vollzogen wird

Claire Williams: Es war Doriltons Wunsch, dass ich Teamchefin bleibe

Erst kam der Verkauf, dann der Rückzug der kompletten Williams-Familie aus dem gleichnamigen Formel-1-Rennstall. Letzteres war laut Claire Williams aber nicht die Bedingung für die Übernahme des Teams durch Dorilton Capital.

In der Pressekonferenz vor dem Italien-Grand-Prix in Monza sagte Claire Williams: "In Spa gab es alle möglichen Gerüchte über meine Rolle im Team. Ich möchte klarstellen: Dorilton wollte, dass ich bleibe."

Die bisher als stellvertretende Teamchefin agierende Claire Williams habe "selbst entschieden", aus dem Rennstall auszuscheiden. "Ich hielt es für die richtige Wahl, [das Team] zu verlassen", sagt sie. "Monza ist mein letztes Rennwochenende."

Schlussstrich erst nach "Übergangszeit"

Allerdings wird sie nicht direkt im Anschluss ihre Arbeit bei Williams komplett niederlegen. "Es wird eine Übergangszeit geben", erklärt sie. "In den kommenden Wochen werde ich ein paar Tage pro Woche arbeiten, um eine Übergabe zu ermöglichen und mit Dorilton über das Team zu sprechen, die Arbeitsweise und die Expertise, die man neu dazuholen muss."

Die neuen Williams-Investoren, die das Team vor wenigen Tagen gekauft hatten, seien bereits "involviert" in das Tagesgeschäft, so beschreibt es Claire Williams. "Man schaut sich gerade an, was man tun kann, um in das Business zu investieren. Ich werde hierbei beratend zur Seite stehen."

Wer die Nachfolge von Teamgründer Frank Williams als Williams-Teamchef antritt, das ist weiter offen. Fest steht nur: Der Name Williams soll dem Rennstall erhalten bleiben, zumindest "derzeit", wie Dorilton auf seiner Webseite angibt.

Claire Williams verteidigt sich

Claire Williams sieht all das gelassen. "Die Welt verändert sich. Und sie hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert."

Sie selbst habe in dieser Zeit, in der sie praktisch als Teamchefin agiert hatte, "unheimlich viel Kritik" einstecken müssen. "Man sieht aber halt von außen nicht, was hinter den Kulissen eines Formel-1-Teams vor sicht geht", sagt sie.

"Besonders [gilt das] für die Situation, in der wir uns aktuell mit der Formel 1 befinden. Es ist ein immer härteres Umfeld geworden, verursacht vor allem durch das vorherige Concorde-Agreement." Angesichts dieser Ausgangslage habe ihr Team "Herausragendes" erreicht.

"Viele Menschen haben hart gearbeitet, um unser Team am Leben zu erhalten, dass es weiter als ein Privatteam antreten kann. Darauf bin ich sehr stolz", sagt Claire Williams. "Die Entscheidungen, die dazu geführt haben, dass wir unabhängig geblieben sind, werde ich niemals bereuen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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