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Coronavirus: Jeder Grand Prix weniger kostet AlphaTauri zwei Millionen

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Coronavirus: Jeder Grand Prix weniger kostet AlphaTauri zwei Millionen
Autor:
07.04.2020, 08:35

Franz Tost (AlphaTauri) und Günther Steiner (Haas) berichten aus eigener Erfahrung, wie hart die Coronavirus-Wirtschaftskrise ihre Formel-1-Teams trifft

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie treffen auch die Formel 1 hart. "Die Existenzfrage stellt sich", räumt etwa Haas-Teamchef Günther Steiner im Interview mit 'auto motor und sport' ein. Und Franz Tost, verantwortlich für das kleinere Red-Bull-Team AlphaTauri, sagt: "Wenn wir im Juli anfangen Rennen zu fahren, kommen wir mit einem blauen Auge davon. Wenn das nicht der Fall ist, wird es schon sehr kritisch."

Rechteinhaber Liberty Media brechen in Zeiten ohne Rennen gleich mehrere Einnahmequellen weg, und darunter leiden auch die Teams. Denn den "großen Kuchen" der FOM-Einnahmen teilen sich Liberty und die Teams untereinander auf. Etwa 30 Prozent aller Einnahmen behält Liberty ein; die restlichen 70 Prozent werden nach einem komplexen Schlüssel unter den zehn Teams aufgeteilt.

Während auf FOM-Seite etwa Einnahmen von Grand-Prix-Promotern wegbrechen und, sofern es weniger als 15 Rennen geben sollte, auch von TV-Stationen, verlieren die Teams direkt Gelder etwa von ihren Sponsoren. "Die Verträge sind so ausgerichtet, dass wir anteilig Einnahmen verlieren, wenn Rennen nicht gefahren werden, weil die vereinbarte Summe dann reduziert wird", erklärt Tost.

Im Interview mit 'motorsport.com' verrät der Österreicher außerdem, dass seine Buchhaltung die potenziellen Verluste pro nicht gefahrenem Rennen "natürlich" bereits ausgerechnet hat. Zum Zeitpunkt des Interviews (24. März) habe man gerade eine "erste Schätzung" rausgeschickt: "Wenn wir einen Grand Prix nicht fahren, kostet das gleich mal eineinhalb bis zwei Millionen."

Jahr 2020 ohne Einnahmen wäre "eine Katastrophe"

Wir fragen konkret nach: Ist die Coronakrise für kleine Teams wie AlphaTauri existenzbedrohend? Tost antwortet mit ernstem Unterton: "Wenn das ganze Jahr gar nichts reinkommt, wird es schon eine sehr kritische Angelegenheit. Wenn du gar keine Einnahmen hast, ist das wirtschaftlich natürlich eine Katastrophe."

Steiner ergänzt: "Sollten wir keine Weltmeisterschaft haben, wird es schwierig werden für viele Teams, zu überleben." Mittelfristig können staatliche Kurzarbeitsprogramme vielleicht helfen. "Solche Dinge werden ab Mai, Juni ein Thema, wenn wir dann weiterhin keine Rennen fahren können", gibt Tost zu.

"Wenn im Juli alles anläuft und wir Rennen fahren können, gehe ich nicht davon aus, dass das ein Thema wird. Wenn wir aber auch in der zweiten Saisonhälfte keine oder nur ganz wenige Rennen fahren können, müssen wir uns Gedanken drüber machen, wie wir das mit den Mitarbeitern machen, denn die haben dann ja nichts zu tun", so der Österreicher.

Am Montag fand zwischen den Teamchefs, der FIA und Liberty Media der nächste Online-Krisencall statt. Zwar konnte darüber noch keine Einigung erzielt werden, aber die Befürworter davon, die für 2021 geplante Budgetobergrenze von 175 Millionen US-Dollar (mit vielen Ausnahmeregelungen) enger zu ziehen, gewinnen dieser Tage an Dynamik.

"Ich bin der Meinung, dass man Probleme immer positiv angehen muss", meint Steiner. "Ein Problem schafft auf der anderen Seite auch neue Möglichkeiten. Wenn wir alle zusammenarbeiten, alle zehn Teams an einem Strang ziehen, kommen wir aus dieser Situation vielleicht sogar besser heraus. Für den Sport, und alle unsere Mitarbeiter."

Damit meint er konkret, "dass man schaut, wo man Geld einsparen kann. Wir haben eine Situation, die wir nicht ändern können. Wir müssen realistisch damit umgehen. Wir bekommen weniger Geld, wollen aber alle im Geschäft bleiben. Da müssen wir uns auf Einschnitte einigen, die den Sport in der Zukunft aber vielleicht interessanter machen können."

Kleinere Teams wollen Budgetgrenze verschärfen

Eine Senkung der Budgetobergrenze wurde am Montag nicht zum ersten Mal besprochen. Bereits im März sei das "ein riesengroßes Thema" gewesen, bestätigt Tost: "Wir können nicht davon ausgehen, dass wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt alles normal weiterführen können. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, die Ausgaben auf diesem Niveau zu halten."

"Ein Beispiel: Ist es noch notwendig, dass wir auch in Zukunft so viele Leute wie bisher im Windkanal haben? Bei der Videokonferenz haben wir gesagt, dass wir einmal abwarten sollten. Bis jetzt haben wir noch nicht einmal ein Rennen gefahren. Wir haben keine Einnahmen. Wir wissen noch gar nicht, wie sich das alles auswirkt."

"Jetzt warten wir einmal ab, welche Rennen wir überhaupt fahren, welche Einnahmen wir haben werden und wie es mit den Sponsoren ausschaut. Bleiben die, fallen Sponsoren weg? Wie schaut die ganze wirtschaftliche Situation aus? Erst dann kann man sich über ein Cost-Cap unterhalten. Man kann jetzt x-beliebige Zahlen angeben. Aber das ist graue Theorie", sagt er.

"Wir müssen der Realität ins Auge sehen, um herauszufinden, wo wir wirtschaftlich stehen. Dann müssen wir uns zusammensetzen und sagen: 'Das ist die Herausforderung, vor der wir stehen, und wir haben nur noch die und die Gelder zur Verfügung.' Wir müssen auch an die Veranstalter denken. Und an die Sponsoren."

"Die ganzen Geschäfte sind zu. Momentan wird kein Business gemacht, es werden keine Gelder umgesetzt", sagt Tost. "Wie sollen wir uns dann erwarten, dass wir da später noch zig Millionen ausgeben können? Es ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt hypothetisch, über ein neues Cost-Cap zu diskutieren. Dafür müssen wir erstmal ungefähr einen Ausgangspunkt haben."

Da sieht er den Ball momentan nicht bei den Teams: "So einen Ausgangspunkt kann uns nur Liberty Media geben. Die sind verantwortlich für die Gelder von Sponsoren, von Fernsehrechten, von Veranstaltern, die sie dann an uns verteilen. Wenn die nichts verteilen können, haben auch wir nicht viel auszugeben." Daher lautet Tosts Fazit: "Abwarten."

Mit Bildmaterial von LAT.

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