Damon Hill: Mick Schumacher muss in ein besseres Auto wechseln

'Sky'-Experte Damon Hill findet, dass Mick Schumacher mehr redet als sein Papa Michael und wünscht ihm für die Zukunft ein besseres Auto als den Haas

Damon Hill: Mick Schumacher muss in ein besseres Auto wechseln

Sehr positiv und optimistisch kommentiert Damon Hill die bisherige Formel-1-Karriere von Mick Schumacher. Durch seine gute und harte Arbeit bei Haas zeichne sich der Ferrari-Nachwuchs als wertvolles Teammitglied aus. Gute Voraussetzungen, um zukünftig in einem konkurrenzfähigen Auto fahren zu dürfen, glaubt der Weltmeister von 1996.

Den Formel-1-Einstieg Schumachers beim Nachzüglerteam Haas bewertet Hill aber als "gute Sache". Die Erwartungen seien auf diese Weise nicht so groß und der Druck auf den Sohn des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher dadurch erträglicher.

Schumacher habe beim schlechtesten Team der Formel 1 Gelegenheit gehabt, "ohne allzu hohen Erwartungsdruck zu lernen. Denn genau das ist die große Schwierigkeit. Das Interesse an ihm ist enorm. Aber er scheint mir ziemlich eigenständig zu sein. Das gefällt mir. Er scheint dazu in der Lage zu sein, für sich selbst zu sprechen. Und vom Team habe ich nur Gutes über ihn gehört."

Konkret sei Schumacher jun. "ein harter Arbeiter", sagt Hill, "der die Grundlagen versteht. Wir haben erlebt, dass junge Fahrer mit der Aufgabe wachsen. Er muss früher oder später in ein konkurrenzfähigeres Auto wechseln. Vielleicht wird es nächstes Jahr noch Haas sein. Aber da hinten kriegt man nicht viel von ihm mit."

Auch zwischenmenschlich findet Hill nur positive Worte für Schumacher jun.: "Er ist nett. Er sagt immer Hallo zu mir. Ich glaube nicht, dass es da ein Problem gibt." In Mexiko habe er, erzählt Hill, Corinna getroffen, Micks Mutter. Auch diese Begegnung sei freundlich vonstatten gegangen.

Anders beschreibt er sein Verhältnis zu Micks Vater Michael: "Wir sind uns nicht nahegestanden. Auf der Strecke sind wir uns nahegekommen, aber auf menschlicher Ebene nicht. Es war schwierig, Michael wirklich zu kennen." Zwischen seiner Weltanschauung und der von Schumacher hätten "Welten" gelegen, sagt Hill.

"Mick", grinst er, "ist viel in den USA aufgewachsen, soweit ich weiß. Vielleicht redet er ein bisschen mehr als sein Vater, als der begonnen hat."

Die im September erschienene Netflix-Dokumentation über Michael Schumacher beschreibt Hill indes als "Liebeserklärung" von Corinna an ihren Mann. Es sei ein Versuch, die menschliche Seite des Rennfahrers zu beleuchten: "Eine Person, die wir so nicht gesehen haben, als wir Rennen gefahren sind."

"Aber wie soll man denn einen Menschen gänzlich abbilden? Man kann noch so viele Biografien schreiben und Dokumentationen machen. Es wird immer nur eine Momentaufnahme sein", führt Hill philosophisch aus.

Es sei nicht einfach gewesen, Michael näher zu kommen, so Hill, doch die Doku habe gezeigt, warum Schumacher möglicherweise diese Umgangsart an den Tag gelegt hat, sobald er Rennen gefahren ist.

Der Familie Schumacher drückt Hill seine Sympathien aus: "Es ist sehr tragisch, was geschehen ist. Und ich fühle sehr mit den Schumachers mit - wegen dem, was Michael passiert ist. So etwas wünscht man niemandem."

Weitere Co-Autoren: Christian Nimmervoll. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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